Philosophische Fragen der Gegenwart

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W. Friedrich, 1885 - Philosophie - 298 pages
 

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Page 56 - Aufl., Lpz., 1887, pp. 373. Die Vorurtheile der Menschheit. 3 Bde. Wien, 1879-80; 3. Aufl., Lpz., 1893. Aus dem Tagebuche eines Philosophen. Wien, 1881, pp.
Page 27 - ... oder Panpneumatismus entgegen, und gewähre innerhalb des concreten Monismus dem berechtigten Individualismus einen Spielraum, wie er in Schopenhauer's abstractem Monismus ohne Widerspruch niemals eingeräumt werden kann. Die Vernunft, das Logische entsteht nach Schopenhauer erst mit dem Intellect aus dem Organismus, speciell aus dem Gehirn, ist also eine tertiäre, und noch dazu accidentielle Erscheinung des an sich vernunftlosen, alogischen Weltwesens; bei mir hingegen ist die Vernunft das...
Page 238 - Er ist bei weitem nicht bloss die realisirte Rechtsordnung sondern zugleich der lebendige Ausdruck für alle idealen Culturbestrebungen des Volkes" und damit selbst „eines seiner wichtigsten Culturgüter" (363); „wenn er doch zu irgend etwas „dienen" soll, so muss man ihn als Diener des menschlichen Geschlechtes, aller Geschlechter die noch kommen werden, der höchsten Culturzwecke auffassen, die über Leben und Gesichtskreis des Individuums weit hinausragen
Page 269 - Spuren nachweisen von der Ahnung, dass ihre eigentlichsten Intentionen sich in Wahrheit nur auf der Basis eines von Ewigkeit her zugleich logischen und unlogischen Wesens realisiren lassen würden, soweit sie überhaupt realisirbar sind. Mit andern Worten: sowohl die panlogistische wie die panthelistische Dialektik sind einseitige Versuche, verhalten sich zu einander wie Thesis und Antithesis und weisen über sich hinaus auf eine Synthesis, die sich nur auf der Basis des concreten Monismus vollziehen...
Page 84 - Gebiet übergreifen und auch dort den Pessimismus eventualiter installiren, eröffnen sie eine neue Geltungssphäre ; wir werden den ihr entsprechenden Pessimismus den transcendentalen nennen. Der empirische, wie der transcendentale Pessimismus beziehen sich beide auf eine Welt der Individuation oder auf eine objective Erscheinungswelt ; deshalb werden wir beide unter der Bezeichnung des phänomenalen Pessimismus zusammenfassen. Dem phänomenalen Pessimismus steht...
Page 33 - Judenthum ist ihm sozusagen die absolute Religion. Die Religionsphilosophie erschöpft sich ihm in der individuellen Willensverneinung auf dem Wege des Quietismus und der Askese; zur Gewinnung eines religiösen Verhältnisses zwischen dem Menschen und dem absoluten Weltwesen fehlt bei ihm jeder Anlauf. Meine Religionsphilosophie hingegen basirt ganz wie die christliche auf diesem religiösen Verhältniss und perhorrescirt dasjenige am Christenthum , was für Schopenhauer das allein sympathische daran...
Page 45 - Metaorganismus" zu retten, den er mit der Seele gleich setzt. Der mit einem Metaorganismus dehaftete Individualwille führt in einem vierdimensionalen oder auch nulldimensionalen Jenseits sein eigentliches leben, das sich zu den Intervallen der dreidimensionalen lebensläufe verhält wie das Tagesleben des Menschen zu den Träumen seiner Nächte. Die Erfahrungen der verschiedenen Verkörperungen werden im Meto...
Page 225 - Die nächste Kategorie, zu welcher diese Vernunftanwendung sich krystallisirt, ist das Gerechte. Objectiv gerecht ist es, das Gleiche oder die Gleichen als gleich, das Ungleiche oder die Ungleichen als ungleich zu behandeln, objectiv ungerecht das Umgekehrte (224). Gerechtigkeit ist also keineswegs abstracte Gleichheit (596) und auch die grösste Ungleichheit darf man als solche noch nicht ungerecht nennen (577). Ungerecht ist nur einerseits die rechtliche Berücksichtigung rechtlich unwesentlicher...
Page 90 - Rechnung gestellt wäre ; andererseits geht aber auch kein Bestandtheil des gesammten Weltleids für das absolute Subject als immanentes Weltwesen verloren. Aus diesen Bemerkungen dürfte zur Genüge hervorgehen, dass der Streit um die Wahrheit oder Unwahrheit des absoluten Pessimismus nicht durch metaphysische Discussionen zum Austrag gebracht werden kann , sondern auf empirischem Gebiete, dh für und wider die Gültigkeit und Tragweite des empirischen, moralischen und religiösen Beweises weiter...
Page 79 - Bewusstsein hat die Sehnsucht nach Erlösung (von Schuld und Uebel) zum wesentlichen Inhalt und damit die Erlösungsbedürftigkeit, dh die Existenz von Schuld und Uebel zur unentbehrlichen Voraussetzung, mit deren Aufhören es sein eigenes Erlöschen als religiöses Bewusstsein vor Augen sähe; will das religiöse Bewusstsein sich selbst als unauf hebbares behaupten, so muss es ebensosehr die Unaufhebbarkeit der Erlösungsbedürftigkeit für die Dauer des Weltprocesses, dh die Unentbehrlichkeit des...

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