Politik des Humanismus - Hesse und seine Entwicklung von 1914 bis 1932

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GRIN Verlag, Dec 19, 2006 - Literary Criticism - 18 pages
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Universität Regensburg, 13 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Hermann Hesse, „typisch deutscher Innerlichkeitsromancier“ , wie ihn Gottfried Benn betitelte – war eben dieser Hermann Hesse politisch? Scheinbar stellt sich eine derartige Frage gar nicht; die Sache scheint eindeutig, vor allem, da Hesse sich selbst unpolitisch einschätzt. Jedoch kommen nach der Lektüre von Hesse-Biographien, wie zum Beispiel derer von Bernhard Zeller , Volker Michels und Fritz Böttger und spätestens nach dem Erscheinen von Hesses politischen Schriften Zweifel auf und es wird klar, dass Untersuchungsbedarf besteht. Dass Hesse völlig unpolitisch war, scheint bereits auf den ersten Blick unwahrscheinlich. Dennoch besteht in der Öffentlichkeit leider immer noch Aufklärungsbedarf, denn Vorurteile setzen sich bekanntlich leicht fest. Am aufschlussreichsten ist es wohl, Hesses politische Schriften zu betrachten und sich ein unmittelbares Bild von seinem Denken zu machen, um dann feststellen zu können, in welchem Grade er politisch war und welche Entwicklung er durchmachte. Hat sich Hesse bemüht, dem Staat eine bestimmte Form zu geben? Hat er sich am Kampf um Macht beteiligt? Oder steht Hesse in der Nachfolge von weltabgewandten deutschen ‚Politik-Abstinenzlern’? Es bedarf außerdem und nicht zuletzt der Untersuchung, wie sehr sich Hesse systematisch mit „andrängenden politischen und sozialen Fragen“ beschäftigt hat. Meiner Meinung nach war dieser Autor trotz seiner, auf das Individuum bezogenen Werke nie unpolitisch, unterliegt jedoch einer Entwicklung; er wird politischer, beziehungsweise realistischer und weniger subjektiv. Anfänge dieser Tendenz kann man bereits bei Unterm Rad beobachten, das „als erstes größeres Werk Hesses seinen Gegenstand aus objektiver Erzählperspektive“ bietet. Wie Böttger sehr genau feststellt, fordert das objektive Erzählen eine gewisse Selbstdistanz und intensive Beobachtung der Umwelt – weniger die der eigenen Seelenzustände, wie Hesse es noch im Lauscher und Peter Camenzind hielt . Und eben diese Entwicklung Hesses, diese „Höllenreise durch mich selbst“ , wie er selbst kommentierte, soll hier dargestellt werden.

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