Politik und Religion – Hölderlins "Brod und Wein"

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GRIN Verlag, Mar 1, 2011 - Literary Criticism - 99 pages
Masterarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Elegie "Brod und Wein", welche streng triadisch strukturiert ist, verdeutlicht in drei Stufen Hölderlins Vorstellung vom kreisförmigen Verlauf der Weltgeschichte, indem die erste Strophentrias eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Nachtzeit bietet, die zweite Strophentrias auf nostalgisch-elegische Weise auf die einstige Tagzeit im antiken Griechenland zurückblickt, und die abschließende Strophentrias voller Hoffnungsfreude auf eine baldige Wiederkehr der Himmlischen vorausschaut, welche die 'dürftige Zeit' beenden und einen neuen Tag anbrechen lassen würde. Dieser dreiteiligen Architektur soll im Verlaufe der Interpretation gefolgt werden. Nach einer Einführung in den Aufbau und die Metrik der Elegie soll die erste Strophentrias in einem isolierten Teil unter der einschlägigen Überschrift "Die gegenwärtige Nacht" interpretiert werden. Dort wird zu zeigen sein, welche Eigenschaften Hölderlin der Nachtzeit zuspricht und inwiefern die Götterferne als Phase der 'Schonung' aufgefasst wird. Für ein eingehendes Verständnis des Gedichts, welches in einer früheren Fassung "Der Weingott" hieß, erscheint es hiernach notwendig, die Untersuchung durch einen Exkurs zu unterbrechen, welcher näher und tiefer in die Mythologie und das Wesen des Dionysos einführt. Neben einer knappen Darlegung der Entstehung und Verbreitung des Mythos soll vor allem seine Bedeutung für Hölderlins Werk herausgestellt werden. Der darauf folgende zweite Teil widmet sich der mittleren Strophentrias, in deren Zentrum der nostalgische Rückblick auf die einstmalige Zeit lichter Götternähe steht, wie Hölderlin sie im antiken Griechenland erfüllt sah. Entsprechend soll die Überschrift "Der einstige Göttertag in Griechenland" lauten. Der dritte Teil wendet sich der letzten Strophentrias zu, welche unzweifelhaft die bedeutendste von allen ist. Hölderlins ganze Zuversicht vom nahenden Göttertag prägt sich in den Strophen sieben bis neun aus, welche ihn erst zur Niederschrift seiner Widmungselegie veranlasste. Demgemäß soll dieser abschließende Teil mit der Überschrift "Der künftige Göttertag in Hesperien" versehen werden. Nach der abgeschlossenen Exegese steht das Resümee, welches das Erarbeitete in bündiger Form zusammenfasst und die gesammelten Erkenntnisse zu einem Sinn stiftenden Ganzen fügt. Zuletzt folgt auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse ein Fazit zu Hölderlins mythologisch-christlichem Weltbild und seiner Bedeutung für die Kultur des Abendlandes.
 

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7
II
46
III
66

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