Possessivität. Untersuchung eines linguistischen Phänomens

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GRIN Verlag, Dec 12, 2006 - Literary Criticism - 45 pages
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 1,0, Universität Stuttgart (Institut für germanistische Linguistik), Veranstaltung: Hauptseminar "Typologie II", 24 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Für den Begriff der Possessivität scheint sich zunächst das Konzept des Besitzes, des Eigentums oder der Zugehörigkeit anzubieten. Die allgemeine Gleichsetzung von Besitz und Possessivität wird auch daran deutlich, dass deutsche Schulgrammatiken häufig Possessivpronomen als „besitzanzeigende Fürwörter“ bezeichnen. Als linguistisches Phänomen ist Possessivität allerdings nicht auf den Begriff des Besitzes beschränkbar. Schon Lyons (1977) stellt fest, dass lediglich eine Minderheit der possessiven Konstruktionen etwas mit Besitz oder Eigentum im wörtlichen Sinne zu tun haben. Denn bei possessiven Äußerungen wie beispielsweise "seine Demütigung" oder "sein Erröten" kann nämlich selbst bei einer großzügigen Interpretation nicht mehr von "Besitz" die Rede sein. Die Ausdrucksweisen der Possessivität können dabei von Sprache zu Sprache stark variieren. Einige Sprachen realisieren Possessiva als Affix, andere stellen sie prä- oder postnominal. Bei fast allen Sprachen findet dabei aber Artikel-Possessivum-Komplementarität statt, die in den meisten Fällen eine Kombination aus Artikel und Possessivdeterminativ nicht zulässt. Daneben gibt es zwar Sprachen, wie das Italienische oder Neugriechische, die von dieser Regel abweichen, dennoch ist eine Argumentation, die dieses Phänomen durch Ökonomische Motivation erklärt, nicht nur plausibel, sondern sinnvoll. Das Prinzip der Ökonomie ist nämlich, im Vergleich zu anderen Analysen, auf die große Mehrheit der Sprachen erfolgreich anzuwenden.
 

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