Pragmalinguistische Tendenzen in der Jugendsprache

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GRIN Verlag, May 10, 2007 - Literary Criticism - 26 pages
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Linguistik, Note: 2,3, Technische Universität Darmstadt, 13 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Entdeckung der sprachlichen, generationstypischen Eigenarten einer bestimmten sozialen Gruppe begann im 18. Jahrhundert, als Sprache und Sprachverhalten der akademischen Jugend erstmals aufgezeichnet wurden. Seit jeher galt die Sprache der Jugend als besondere Sprachform, die oftmals als Normabweichung und -verletzung wahrgenommen wurde. Man begann Jugendsprache systematisch und wissenschaftlich zu untersuchen, indem man zunächst den abweichenden Wortschatz gesondert analysierte. Ende der achtziger Jahre fand innerhalb der Jugendsprachforschung ein Paradigmenwechsel statt; Gegenstand der Untersuchungen ist seitdem weniger die Lexikographie, sondern vielmehr die „Ethnographie des Sprechens“ (vgl. Schlobinski 2002: 17). Durch diesen Perspektivenwechsel entstand eine Neuorientierung der Forschung auf sozio- und pragmalinguistische Aspekte. Es wurden nicht mehr Datenerhebungen mit Wortlisten ausgewertet, sondern konkrete Sprechereignisse in Gebrauchskontexten analysiert. Der Fokus wird seit jeher weniger auf die kontextunabhängige Wortwahl der Jugendlichen gelegt, vielmehr geht es in neuen Ansätzen der Jugendsprachforschung um praktizierte Sprachmuster und erkennbare Tendenzen in den Jugendsprachen. Zu diesem Zweck werden spezifische Sprachvarianten als Bausteine eines Sprachstils betrachtet. Jugendsprachen werden nach diesem Ansatz nicht primär auf den spezifischen Wortschatz untersucht, sondern als Sprechstile aufgefasst, die gruppen- und situationsabhängig variieren (vgl. Chovan 2003. 348). Durch den starken Einfluss der Medien sowie der Fremd- und Sondersprachen unterliegt die Jugendsprache einem schnellen Wandel, der unter anderem durch Zugehörigkeitsbestätigung in der Gruppe, sowie Abgrenzung gegenüber externer Gruppen beschleunigt wird. Phänomene in der Jugendsprache unterliegen rasanten Veränderungen; Jugendsprachliches veraltet schneller als andere sprachliche Formen und wird schneller von anderen Elementen ersetzt. Die schnellen Entwicklungstendenzen können dementsprechend als Anzeichen eines allgemein beschleunigten Sprachwandels gelten. Da viele jugendspezifische Sprechweisen in den allgemeinen Sprachgebrauch übergehen, werden die Jugendsprachen allgemein als Entwicklungstendenzen der Gegenwartssprache betrachtet (vgl. Volmert 2004: 141).
 

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2.1 Sprachliche Attribuierungen 2.2 Verkürzungen Adjektiv affengeil Affixe Allgemeinsprache Attribuierungen und Kompositionen Bachofer Bedeutungsveränderung Begriffe und Wendungen Beispiel beispielsweise Bergischen Universität Wuppertal bewusst beziehungsweise Chovan dementsprechend Deutschen betrachtet deutschen Gegenwartssprache deutschen Sprache Ehmann Elsen englischer Begriffe Fachsprachen Fäkalsprache Frankfurt Gemeinsprache grammatische Umdeutung Gruppenzugehörigkeit häufig Heinemann 1990 heute Hierbei innerhalb der Gruppenkommunikation innerhalb der Jugendsprache Internationale Fachkonferenz 2001 Jugendkultur jugendlichen Gruppierungen jugendlicher Peer-Groups jugendtypische Kommunikation jugendlicher kreativ Kreativität Kreativität der Jugend kulturelle Ressourcen Lebensgefühl Medien Medienwissen mega meist zuerst Milka mittlerweile neue Kompositionen neuen Kontext gestellt Neuland Obszönität oftmals Phänomen Prä Präfixoide Rückgriff Sahne scheiße Schlobinski 2002 Schlobinski/Kohl/Ludewigt schnellen Sprachwandel schnelleren Übernahme signalisiert sowie soziale Gruppe Spiegel Sprachgebrauch Jugendlicher sprachliche Abgrenzung sprachliche Elemente Sprachstile Jugendlicher Sprachverfall Sprachwandel innerhalb Sprechweise Jugendlicher Standardsprache Stilistische Substantive Suffixe Trend verbal Verben Verfahren der Bricolage verfremdet verwendet Verwendung von Anglizismen Volmert vorhandenes sprachliches Material vulgärer Vulgarismen weitere jugendsprachliche Werbesprache wobei wodurch Wortbildung Wortschatz Zimmermann 2003 Zugehörigkeitsbestätigung zunehmend

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