Psychopathologie des Bewusstseins: für Aerzte und Juristen

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A. Abel, 1889 - Cognition - 190 pages
 

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Page 171 - Eine strafbare Handlung ist nicht vorhanden, wenn der Thäter zur Zeit der Begehung der Handlung sich in einem Zustande von Bewusstlosigkeit oder krankhafter Störung der Geistesthätigkeit befand , durch welche seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen war.
Page 182 - Ist die Körperverletzung mittels einer Waffe, insbesondere eines Messers oder eines anderen gefährlichen Werkzeuges, oder mittels eines hinterlistigen Ueberfalls, oder von mehreren gemeinschaftlich, oder mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung begangen, so tritt Gefängnisstrafe nicht unter zwei Monaten ein.
Page 181 - Willensbestimmung) die verschiedenen metaphysischen Auffassungen über die Freiheit des Willens im philosopischen Sinne in die Criminalverhandlungen gezogen werden, denn es ist damit klar ausgesprochen, dass damit im einzelnen Falle nur untersucht werden soll, ob derjenige normale Zustand geistiger Gesundheit vorhanden sei, dem die Rechtsanschauung des Volkes die strafrechtliche Verantwortung thatsächlich zuschreibt, während diese letztere Thatsache selbst durch das Gesetz festgestellt und jeder...
Page 171 - Eine unerlaubte Handlung ist straflos, wenn sie in einem Zustande begangen wurde, in welchem der freie Gebrauch der Vernunft aufgehoben war.
Page 157 - Eine Mutter, welche ihr uneheliches Kind in oder gleich nach der Geburt vorsätzlich tötet, wird mit Zuchthaus nicht unter drei Jahren bestraft. Sind mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnisstrafe nicht unter zwei Jahren ein.
Page 170 - Wenn das Bewusstsein der Strafbarkeit der Handlung- in dem Verbrecher zur Zeit der begangenen That zwar nicht ' gänzlich aufgehoben, aber doch durch grosse...
Page 171 - Zu den Zuständen, welche unter der Voraussetzung des §.71 die Zurechnung ausschliessen, gehört namentlich Raserei, Wahnsinn, Verrücktheit, völliger Blödsinn und vorübergehende gänzliche Verwirrung der Sinne oder des Verstandes.
Page 149 - War der Todtschläger ohne eigene Schuld durch eine ihm oder einem Angehörigen zugefügte Misshandlung oder schwere Beleidigung von dem Getödteten zum Zorn gereizt und hierdurch auf der Stelle zur That hingerissen worden, oder sind andere mildernde Umstände vorhanden, so tritt Gefängnissstrafe nicht unter 6 Monaten ein.
Page 169 - Sinnesverrückung zu der Zeit, da die Verrückung dauerte, oder c) in einer ohne Absicht auf das Verbrechen zugezogenen vollen Berauschung oder in einer anderen Sinnesverwirrung, in welcher der Thäter sich seiner Handlung nicht bewusst war, begangen worden.
Page 170 - Unrechten unterscheiden zu können, gänzlich fehlen, oder b) dass diese Kräfte bei ihnen gänzlich unentwickelt geblieben sind, oder c) dass sie die That in einem bewusstlosen Zustande oder während einer Seelenkrankheit verübt haben, welche den Vernunftgebrauch entweder im Allgemeinen oder in der besonderen Richtung, welche bei der That in Betracht kommt, gänzlich aufhebt.

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