Queen(s) of Crime: Agatha Christie vs. Ingrid Noll - Analyse und Vergleich des Kriminalromans 'Die Apothekerin' und des Detektivromans 'Die Tote in der Bibliothek'

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GRIN Verlag, 2007 - 24 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Universitat des Saarlandes (Germanistik), Veranstaltung: Proseminar: Der Kriminalroman, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Dame Agatha Mary Clarissa Christie (1890-1976). Wer kennt diesen Namen nicht? Sie ist die 'Queen of crime', die in ihrem Leben uber 70 Kriminalromane, Kurzge-schichten und Buhnenstucke geschrieben hat. Vor allem hat sie es aber geschafft, sich uber so viele Jahre und sogar noch bis uber ihren Tod hinaus ganz oben an der Spitze der Kriminalliteratur zu halten. Doch wie kommt es, dass auch heute noch im neuen Jahrtausend so viele Bucher von Christie gerne gelesen und als Meisterwerke betrachtet werden? Ist es der Unterhaltungseffekt? Oder einfach nur weil man sagt, "das ist Kult"? Oder vielleicht weil es auch heute noch niemandem gelingt vor Miss Marple den Morder zu identifizieren? Einige dieser Fragen und auch die Frage, was den Kriminalroman so spannend und beliebt macht, sollen in dieser Arbeit beantwortet werden. Und dennoch bleiben eini-ge Fragen offen, wie z.B. die Frage, ob es sich bei Ingrid Nolls Bestseller Die Apo-thekerin tatsachlich um einen Kriminalroman handelt. Im Folgenden soll nun anhand der beiden vorherig genannten Autorinnen der Unter-schied zwischen dem Kriminal und dem Detektivroman deutlich gemacht werden.
 

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Page 6 - Ein Clue ist ein Kryptogramm: Ein Gegenstand, ein Sachverhalt, ein Vorkommnis, eine Geste, die eine Frage provoziert und zugleich eine Antwort verbirgt. Die Kunst der Detektion besteht darin, Clues zu sehen und zu lesen.
Page 4 - Kriminalroman sich überhaupt nicht abgrenzen läßt. Denn welches epische Werk der Weltliteratur bis an die Schwelle der modernen Zeit käme ohne heldische oder schurkische Bluttaten aus? Der Kriminalroman hat überhaupt keine definierbare Grenze — außer gegenüber dem Detektivroman. Denn so nebelhaft die Konturen des Kriminalromans, so scharf sind die des Detektivromans. Das ist nicht eine Sache des Stoffs, sondern der Form. Zwar ist der Detektivroman an ein Motiv gebunden, und daß er das mit...
Page 5 - Der Kriminalroman erzählt die Geschichte eines Verbrechens, der Detektivroman die Geschichte der Aufklärung eines Verbrechens. Man kann jeden Kriminalroman auf den Kopf stellen und ihn als Detektivroman erzählen, und man kann umgekehrt jeden Detektivroman auf die Füße stellen und damit den ihm zugrunde liegenden Kriminalroman herstellen.
Page 15 - ... wirkliche Neuansätze des Kriminalromans im Sinne neuer Wahrnehmungen von Kriminalität, neuer Ermittlungsmethoden und neuer literarischer Gestaltungen sind und nicht nur den Alltag von Frauen in die Handlung einfügen und einzelne Beispiele weiblicher Emanzipation und Solidarität...
Page 12 - Warum ihre Romane so populär werden konnten, erhellt eine 1974 erschienene Dissertation von G. Egloff, in der die Strukturhomologie zwischen dem Konstruktionsschema der Romane Agatha Christies und der sozioökonomischen Lage der englischen >middle class< herausgestellt wird. Egloff beschreibt das rigide Formschema, dem die Autorin jede Einzelheit ihrer Romane unterwirft [...], und setzt diesen »Zwang zur Ordnung...
Page 7 - ... trivial wäre, um nicht zum Clue werden zu können. Darüber entscheidet nicht der einer Sache innewohnende Wert, sei es der Geldwert, sei es der Gebrauchswert oder der Liebhaberwert, sondern ihre Position in Raum oder Zeit. Ein Clue wird sich immer als eine kleine Abweichung bemerkbar machen, eine Abweichung von der Norm, vom alltäglichen Rahmen, von der alltäglichen Routine, von dem bisher Bekannten. Nicht die Erdkrume im Gartenbeet, wohl aber die auf dem Perserteppich, nicht die verstaubten...
Page 12 - Weltkrieg charakteristischen Wunsch nach einer hierarchischen Gesellschaftsstruktur und festen Wertvorstellungen. Dieser Wunsch wird als Reaktion auf die materiellen Einbußen, die gerade diese Gruppe nach dem Krieg hinnehmen mußte [sie], plausibel erklärt.
Page 17 - Anatomie des Detektivromans. In: Der Kriminalroman. Poetik Theorie — Geschichte. Hrsg. v. Jochen Vogt. München: Fink 1998, S. 52-72. Artikel „Miss Marple von Agatha Christie".
Page 6 - Enträtseins, ist entscheidend davon abhängig, daß [sie] der Erzähler die clues deutlich darstellt, dh Informationen, aus denen Schlüsse gezogen werden können, nicht verschweigt.

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