Rainald Goetz - ,Rasierklingenschnitt' bei den Klagenfurter Literaturtagen: mehr als eine kalkulierte Publicity-Aktion?

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GRIN Verlag, 2007 - 36 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2000 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Freie Universitat Berlin (Institut fur Deutsche und Niederlandische Philologie), Veranstaltung: HS: Tabu - Literarischer Umgang mit einem gesellschaftlichen Phanomen, 6 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Ich schneide ein Loch in meinen Kopf, in die Stirne schneide ich das Loch. Mit meinem Blut soll mir mein Hirn auslaufen." Wahrend der bis dato wenig bekannte Autor Rainald Goetz diese Satze aus seinem Beitrag zum Ingeborg-Bachmann-Preis vorlas, schnitt er sich mit einer Rasierklinge in die Stirn und las den Rest des Textes mit blutender Wunde zu Ende. Goetz beschrieb nicht nur eine selbstverletzende Handlung in seinem Wettbewerbsbeitrag, er demonstrierte sie an sich selbst. Machte den Text damit zur Wirklichkeit. Dieser spektakulare Auftritt bei den Klagenfurter Literaturtagen im Juni 1983 brachte nicht nur die Gemuter der Jury und des Publikums in Wallung, sondern bescherte Goetz, auch ohne Auszeichnung fur seine literarische Leistung, Erwahnung in allen bedeutenden deutschsprachigen Feuilletons. Der Aufritt machte ihn quasi uber Nacht popular und teilte das Lager der Rezipienten in zwei Lager. Da wurde das Werbetalent des Autors gelobt oder getadelt, das vitalistische Element der Lesung gefeiert oder bekampft, da wurde ein literarischer Martyrer ebenso entdeckt wie ein literarischer Brandstifter." In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, ob und inwieweit Rainald Goetz Auftritt in Klagenfurt mehr war als eine blosse Provokation und der Versuch, sich auf radikale Art in der deutschsprachigen Literaturszene einen Namen zu machen. Hierbei werde ich zunachst die Reaktionen darstellen, die auf den Rasierklingenschnitt" folgten und im Folgenden der Frage des Seminars nach dem literarischen Tabu(bruch) nachgehen und erortern, warum Goetz Aktion im Sinne einer geplanten Tabuuberschreitung (wenn dies denn der Anspruch des Autors gewesen sei)"
 

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