Rassismus als soziale Repräsentation

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GRIN Verlag, 2007 - 136 pages
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Diplomarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Padagogik - Allgemein, Note: 1,0, Westfalische Wilhelms-Universitat Munster (Erziehungswissenschaften und Sozialwissenschaften), Sprache: Deutsch, Anmerkungen: "Zusammenfassend ist dem Verf. eine theoretisch herausragende und methodisch wie argumentativ uberaus reflektierte Leistung zu attestieren, die nicht zuletzt hinsichtlich der Bemuhungen um die Konstruktion eines tragfahigen Analyseinstruments beeindruckt. Auch wenn einige Aspekte der vorliegenden Arbeit sicher diskussionsbedurftig waren ... kann doch an der weit uberdurchschnittlichen Qualitat der vorliegenden Arbeit kein Zweifel bestehen.", Abstract: Die Diplomarbeit beschaftigt sich mit dem Phanomen des Rassismus in der Bundesrepublik Deutschland. Nach einer ausfuhrlichen Beschreibung der wesentlichen Definitionsmerkmale des Rassismus (Klassifikation, Hierarchisierung, Konstruktionsmacht) und der Merkmale rassistischer Ideologien stellt der Autor die Theorie der sozialen Reprasentationen vor. Auf der Grundlage dieses sozialpsychologischen Konzepts analysiert der Autor die im hegemonialen bundesrepublikanischen Diskurs geteilten gemeinsamen Vorstellungen uber die Umgangsweisen mit bestimmten Migranten-Gruppen. Dabei werden Ergebnisse aus Untersuchungen, die sich mit Ausserungen zu den Themen Einwanderung und Migration aus den Wissenssystemen des Alltags, der Medien und der Politik beschaftigt haben, ausgewertet und auf ein theoretisch abgeleitetes Modell des Rassismus bezogen. Die Elemente dieses Schemas der sozialen Reprasentation des Rassismus fungieren dabei als hinreichende Kriterien fur die Entschlusselung rassistischer Redeweisen. Ergebnis dieser Diplom-Arbeit: Die Anwendung des Politik-, Medien- und Alltagsdiskurs auf das hier vertretene Rassismus-Modell offenbart die Verbreitung von allgemein geteilten Vorstellungsinhalten, die den Elementen der sozialen Reprasentation des Rassismus entsprechen. Schlussfolgernd ist als ein bedeutender Bestandteil de
 

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Contents

Einleitung
2
Rassismus als hegemonialer Diskurs
16
Die Theorie der sozialen Repräsentationen
49
Rassismus als soziale Repräsentation
70
Schlussfolgerungen
108
Copyright

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Common terms and phrases

Alltag Alltagsdiskurs Analyse Aspekt Asylbewerber Asylrechts Ausgrenzung Auslän Ausländer Ausländerfeindlichkeit Ausländerinnen Aussagen Bedeutung Bedeutungskonstitution Begriffe Beispiel bestimmte Beziehung Bild Bio-Macht biologische Bundesrepublik Deutschland Darstellungsformen Diplom-Arbeit Diskriminierung Diskurs diskursiven dominanten Gruppen dominierten eigenen Eigengruppe Eigenschaften Einwanderinnen und Einwanderer Ethnien ethnischen Gruppen Ethnozentrismus europäischen Flüchtlingen Foucault Fremden Fremdenfeindlichkeit Fremdgruppen Gemeinschaft Grund hegemonialen Hierarchisierung historischen Ideologie des Rassismus indem individuellen Individuen innerhalb Interviewten Islam Jäger Kapitel Kategorien Kategorisierung kollektiven Konstruktion Konstruktionsprozesse Kontext Konzept Kultur kulturelle Differenz kulturellen Rassismus Medien Menschen Merkmale Metin Kaplan Migrantinnen und Migranten Miles Mitglieder Morgenstern 2002 Moscovici negativen Objekt öffentlichen Personen Phänomene politischen Diskurs Position Praktiken Prozesse Rassen Rassismus als soziale rassistische Denkweisen rassistischen Diskurs rassistischen Ideologie rassistischen Wissens rassistischer Vorstellungen Repräsentation des Rassismus schen Serge Moscovici siehe Abschnitt sismus sodass sozial geteilte soziale Identität sozialen Repräsentationen strukturelle Dominanz Teun van Dijk theoretischen Theorie der sozialen Unionsparteien Unterschiede Verknüpfung Wagner Wissenssystemen Zuwanderung

Popular passages

Page 35 - Aussagentypen und verbietet ihnen folglich alle anderen; aber sie bedient sich auch gewisser Aussagetypen, um die Individuen miteinander zu verbinden und sie dadurch von allen anderen abzugrenzen. Die Doktrin führt eine zweifache Unterwerfung herbei: die Unterwerfung der sprechenden Subjekte unter die Diskurse und die Unterwerfung der Diskurse unter die Gruppe der sprechenden Individuen
Page 17 - Eher ist wohl anzunehmen, daß die Macht Wissen hervorbringt (und nicht bloß fördert, anwendet, ausnutzt); daß Macht und Wissen einander unmittelbar einschließen; daß es keine Machtbeziehung gibt, ohne daß sich ein entsprechendes Wissensfeld konstituiert, und kein Wissen, das nicht gleichzeitig Machtbeziehungen voraussetzt und konstituiert.
Page 18 - eine institutionell verfestigte Redeweise, insofern eine solche Redeweise schon Handeln bestimmt und verfestigt und also auch schon Macht ausübt
Page 7 - Eines Rassismus, dessen vorherrschendes Thema nicht mehr die biologische Vererbung, sondern die Unaufhebbarkeit der kulturellen Differenzen ist; eines Rassismus, der - jedenfalls auf den ersten Blick nicht mehr die Überlegenheit bestimmter Gruppen oder Völker über andere postuliert, sondern sich darauf 'beschränkt', die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung und die Unvereinbarkeit der Lebensweisen und Traditionen zu behaupten
Page 47 - Foucault nicht nur den direkten Mord, „sondern auch alle Formen des indirekten Mordes: jemanden der Gefahr des Todes ausliefern, für bestimmte Leute das Todesrisiko oder ganz einfach den politischen Tod, die Vertreibung, Abschiebung usw. erhöhen
Page 35 - ... ausschließlich auf das männliche Geschlecht begrenzt, da der Markt für Frauen zu klein und zu teuer ist und sie ihre Erlebnisse vor Frauen, die nicht Sex-Arbeiterinnen sind, in der Regel geheim halten. Das dritte System der Limitierung ist die Doktrin. Die Doktrin bindet die Individuen an bestimmte Aussagetypen, um die Individuen miteinander zu verbinden und sie dadurch von allen anderen abzugrenzen.
Page 16 - Diskurs ist eine Gruppe von Aussagen, die eine Sprechweise zur Verfügung stellen, um über etwas zu sprechen - zB eine Art der Repräsentation -, eine besondere Art von Wissen über einen Gegenstand. Wenn innerhalb eines besonderen Diskurses Aussagen über ein Thema getroffen werden, ermöglicht es der Diskurs, das Thema in einer bestimmten Weise zu konstruieren. Er begrenzt ebenfalls die anderen Weisen, wie das Thema konstruiert werden kann
Page 21 - Aus einer möglichen Menge von Objekten, Merkmalen und Prozessen werden nur bestimmte ausgewählt, die eine besondere, zusätzliche Bedeutung bekommen. Das betreffende Objekt, Merkmal oder der Prozeß werden damit zum Zeichen für die Existenz eines anderen, hypothetischen oder wirklichen Phänomens. Bedeutungskonstitution ist daher ein zentrales Element im Prozeß der Repräsentation, das heißt in jenem Prozeß, in dem ein Bild der sozialen Welt und der sozialen Prozesse geschaffen wird, ein Bewußtsein...
Page 5 - Sie haben jedoch gezeigt, daß die Unterschiede innerhalb einer als genetisch gleich definierten Gruppe genauso groß sind, wie die Unterschiede zwischen zwei als genetisch verschieden definierten Gruppen. Das heißt nicht, daß es keinen Rassismus gibt, sondern daß er nicht auf natürlichen, biologischen Fakten beruht.
Page 50 - It is proper to note that the theory of social representations was born as a criticism leveled at other theories which were dominant in the human sciences and in social psychology in particular.

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