Raum und Bedarf von Begabtenförderung in der "neuen Bildungsdebatte"

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GRIN Verlag, Dec 10, 2009 - Education - 17 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik, Note: 1,3, Universität Bielefeld, Veranstaltung: Aufwachsen in Zeiten reduzierter Selbstverständlichkeit, Sprache: Deutsch, Abstract: Die durch die PISA-Studie zur Lesekompetenz angestoßene und von Otto und Rauschenbach in ihrem Rahmen definierte „neue Bildungsdebatte“ (vgl. dies. 2008: 9-29) befasst sich vor allem mit dem offensichtlichen Brennpunkt: Im Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland werden Kinder aus sozial schwächeren Schichten benachteiligt, „das spätere Einkommen von Kindern [korreliert] stark mit demjenigen ihrer Eltern“ (Esping-Andersen 2004: 2). Bildung als sozialer Erbfaktor lässt die Wissenschaft vor allem nach denjenigen Schwachstellen im deutschen Bildungssystem suchen, die benachteiligten Kindern weiter schaden, das dabei häufig und zu Recht zur Legitimation von Veränderungen angebrachte Argument ist, dass eine Erwerbsbevölkerung, „die [...] zu 20 bis 30 Prozent aus funktionalen Analphabeten und/oder Menschen ohne Sekundarschulbildung besteht“ (ebd.: 1) vom Wohlfahrtsstaat nicht finanziert werden kann. Da eine solche Perspektive bei unveränderter Entwicklung allerdings zumindest im Rahmen des möglichen liegt (vgl. ebd.), muss ein deutliches Umdenken im Bildungs- und Erziehungssystem erfolgen. Diese Tatsache soll an dieser Stelle weder diskutiert noch in Frage gestellt werden. Allerdings gibt es eine Gruppe von heranwachsenden Menschen, die im Zuge dieser Debatte gänzlich vergessen worden zu sein scheint: Begabte Kinder und Jugendliche. Der dänische Soziologe Esping-Andersen befürwortet eine Einschränkung elterlichen Einflusses und elterlicher Selbstbestimmung zu Gunsten von stärkerer Gleichheit im Bildungssystem, also die Einrichtung einer möglicherweise verpflichtenden Betreuung für alle Kinder ab einem bestimmten Alter (vgl. ebd.: 2). Das kann im günstigsten Fall tatsächlich zu einer Behebung zahlreicher Benachteiligungen im deutschen Bildungssystem führen. Im ungünstigsten Fall bedeutet das allerdings, dass die ohnehin schon stark endindividualisierte Massenerziehung in Deutschland nur noch verstärkt wird. An der geschlossenen Ganztagsschule ist konzeptionell oft nur wenig Raum zur Begabtenförderung, was, wie zu zeigen sein wird, ebenfalls einen Bildungsnachteil darstellen kann.
 

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1.2 Der Begabungsbegriff 1.3 Förderung 1.4 Forschungsstand 3.1 Zugänglichkeit 3.2 Einbeziehung allerdings aufgrund aufwachsen Ausbau der Vorschulförderung begabte Kinder Begabtenförderung in Deutschland Begabungen und Talenten Beispiel besonders bestimmten Bildungssysteme der Bundesrepublik Binnendifferenzierung BMBF Böllert Brügelmann 2005 Bundesregierung Bundesrepublik Deutschland deutschen Bildungssystem Einbeziehung der Kinder eingeschult Elternhaus Entwicklung ernsthaften erst Erziehungswissenschaft Esping-Andersen Förderung und Forderung Förderung von Begabungen Forderungsbegriff Forschung Ganztagsschule Gedanken zum Umdenken gefördert Gleichschaltung Hans-Uwe Hauptschule Hintergrund Hochbegabtenförderung Hrsg IQ-Tests Jugendbericht Jugendhilfe Kelly Kindern und Jugendlichen Kindern werden reiche Kindertagesstätte kritisch Leistungen bringen mehrsprachig aufgewachsene Kinder Menschen ohne Sekundarschulbildung Migrationshintergrund muss Neubauer/Stern 2007 neuen Bildungsdebatte Otto passim Perspektive PISA-Studie Prozent aus funktionalen Psychomotorik Rauschenbach reduzierten Selbstverständlichkeit Regelschule reiche Eltern Schaffung gleicher Ausgangsbedingungen Schülerinnen und Schüler schulischen Leistungen Sinne dieser Arbeit sozial benachteiligten Kindern sozial schwachen Stand der Begabtenförderung Streaming Teamkamerad Theorie Umfang der Vorschulförderung Universität Bielefeld Verhältnis von formellen Wissensgesellschaft Wohlfahrtsstaat Zillmann Zugänglichkeit und Umfang Zuge der neuen

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