Reiseberichte und briefe aus den jahren 1845-1849

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Buchdruckerei der Kaiserlichen akademie der wissenschaften, 1856 - Siberia (Russia) - 527 pages
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Popular passages

Page 250 - Die Tungusen sind ein feines, geputztes und elegantes Volk; man könnte sie mit Recht Sibiriens Adel nennen. Sie sinnen auf alle mögliche Weise darauf ihr Aeusseres zu putzen und zu poliren, halten sich ziemlich rein und sauber, scheiteln und glätten ihr ungeschornes Haar, tättowiren sich im Gesicht und schmücken ihren Körper mit phantastischen Kostümen. Freunde des Tanzes und ritterlicher Uebungen besitzen sie auch eine Behendigkeit und Elasticität, welche auf das Vortheilhafteste gegen die...
Page 163 - Wcerter sind der Stoff der Sprachen, welcher durch die Grammatik geformt wird. Sie bleiben sich gleich, so wie der Diamant Diamant bleibt , er mag als Brillant , als Rosette , oder als Tafelstein geschliffen sein. DieSprachvergleichung geht chemisch und analytisch zu Werke, ohne auf die Form zu sehen.
Page 86 - Der Jugan soll aus einem See in der Barabinzensteppe entspringen, welchen die Surgutschen Ostjaken Jigwaja-teuch, dh Bärensee nennen. Die Ostjaken sollen vor diesem See...
Page 512 - Vegetationsverhjiltnis.se, z. B. über den gewöhnlichen Wechsel der Jahreszeiten, das Aufgehen und Zufrieren der Flüsse und Seen, das Vorkommen der Cerealien und anderer anwendbaren Gewächse. In historischer Hinsicht muss Herr Castren noch alle Aufmerksamkeit auf die unter den Völkern selbst etwa gangbaren Sagen und Traditionen über ihre Herkunft und Vorzeit wenden, mögen solche Sagen und Traditionen allgemeinen Inhalts, oder an gewisse Localitäten und noch vorhandene Denkmäler, wie Inschriften,...
Page 509 - Jenisseifhtss selbst im Osten zu beschränken sein, während sie sich im Westen an den Gränzen der Gouvernements von Tobolsk und Tomsk längs dem Flusse Tas hinauf und dann über die Zuflüsse des Ob, nämlich Wach, Tym und Ket in der That nach Süden hin fortzieht. Dies ist um so wahrscheinlicher, da auch selbst Klaproth die benachbarten sogenannten Tomskischen, ja zum Theil auch die Narymschen...
Page 303 - Arschin lang und selten mehr als eine Arschin tief. Für ältere Personen wird in dem Grabe selbst eine Art von Holzkasten gezimmert, die Schamanen werden gewöhnlich in die blosse Erde gelegt und Kinder nur in Birkenrinde gewickelt*). Der Verstorbene wird meist in Seide oder ein anderes feines Zeug gehüllt und mit den besten Kleidern bekleidet. Nach dem jetzt gangbaren Brauch muss der Todte eine liegende Stellung im Grabe haben mit emporgewandtem Gesichte und ostwärts gerichteten Augen. Für jede...
Page 511 - Sojeien um Tunkinsk und an der Südwestspitze des Sees Baikal (s. Klaproth's As. polygl. S. 150 f. und 159 f.), falls .nicht auch diese beiden Völkerschaften jetzt schon ausgestorben sind. Hiermit glaube ich in allgemeinen Zügen den ganzen Umfang des künftigen Wirkungskreises des Herrn Castren für 3 Jahre hinlänglich bezeichnet zu haben, für einen Zeitraum, der im Verbältnisse zu den ungeheuren Strecken, die er zu bereisen, um!
Page 513 - Localumstände zu berücksichtigen uud zu beschreiben. Dies gilt auch und noch mehr von den Tschudengräbern und anderen Denkmälern des Alterthums, deren Lage und Beschaffenheit im Verhältniss zu den localen Umgebungen, die äussere Form und ganze Einrichtung in ihrer Uebereinstimmung oder Verschiedenheit unter einander zu untersuchen und anzugeben sind, um dadurch vielleicht zu neuen Aufschlüssen über ihre ursprüngliche Bestimmung und über ihren Zusammenhang mit Monumenten ähnlicher Art an...
Page 513 - I, crp. 153 f.) mit Recht bittere Klage führt, und das Versäumte baldigst nachzuholen mahnt, weil auch in Hinsicht derselben die Zeit dränge, die wunderbare Farbe der Figuren endlich schon anfange zu erbleichen, und die Inschriften an einigen Stellen nur nach Regen, oder wenn man sie mit Wasser begiesse, sichtbar werden. Nach diesen und anderen Inschriften ist nun die Pflicht des Herrn Castren, sich sorgfältig zu erkundigen, sie aufzusuchen und von ihnen getreue Facsimile's zu nehmen. Dabei möchte...
Page 174 - Stamm nehmen. Nun lebten die verschiedenen Stämme vormals gewöhnlich in feindlichen Verhältnissen zu einander und deshalb hielt es oft schwer auf gütlichem Wege in den Besitz einer Frau zu kommen. Dies konnte wenigstens nicht ohne ein Brautgeld geschehen, das in Folge der vormals üblichen Vielweiberei und des dadurch veranlassten Mangels an unverheiratheten Weibern sehr gross war. Um sich dieser Auflage zu entziehen hat der Starke bei uns sich ein Weib mit *) Der Heldengesang heisst im Toboiskischen...

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