Sämtliche schriften, Volume 4

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Popular passages

Page 14 - Sing, unsterbliche Seele, der sündigen Menschen Erlösung Die der Messias auf Erden in seiner Menschheit vollendet, Und durch die er Adams Geschlechte die Liebe der Gottheit Mit dem Blute des heiligen Bundes von neuem geschenkt hat.
Page 171 - Plautus zu urteilen, sollte man wohl überlegen, daß vieles, was itzo unsre Ohren auf die ärgerlichste Art beleidiget, zu seiner Zeit von ernsthaften Römern ganz gleichgültig konnte angehöret werden. Es ist die größte Ungerechtigkeit, die man gegen einen alten Schriftsteller ausüben kann, wenn man ihn nach den itzigen feinern Sitten beurteilen will. Man muß sich durchgängig an die Stelle seiner Zeitgenossen setzen, wenn man ihm nicht Fehler andichten will, welche bei ihm keine sind.
Page 52 - Vanbrugh, Cibber, Congreve sind Dichter, die man fast bei uns nur dem Namen nach kennet, und gleichwohl verdienen sie unsere Hochachtung sowohl als die gepriesenen französischen Dichter.
Page 53 - Das ist gewiß, wollte der Deutsche in der dramatischen Poesie seinem eignen Naturelle folgen, so würde unsre Schaubühne mehr der englischen als französischen gleichen.
Page 56 - Begriff. Es ist wahr, sie sind wenig regelmäßig, sie haben wenig von den Schönheiten, die itzo Mode sind; allein wer vielen von ihnen den Witz, das ursprünglich Deutsche und das Bewegende abspricht, der muß sie entweder nicht gelesen oder seinen Geschmack allzusehr verekelt haben.
Page 401 - Drauf erhebt er sich wieder, und ist noch, und denkt noch, und fluchet, Daß er noch ist, und spritzt mit bleichen sterbenden Händen Blut gen Himmel, Gott flucht er, und wollte ihn gerne noch leugnen.
Page 134 - L0 nachdem verschiedenes von dem Natürlichen und dem Wahrscheinlichen der Oper war geredt worden, einer von der Gesellschaft in die Worte eines Dichters unserer Zeit ausbrach: die Vernunft muß man zu Hause lassen, wenn man in die Oper geht...
Page 422 - Weltweisen, welche sich mehr Mühe geben Wolken zu machen, als zu zerstreuen. Überall wo sie ihre Augen hinfallen lassen, erzittern die Stützen der bekanntesten Wahrheiten, und was man ganz nahe vor sich zu sehen glaubte, verlieret sich in eine Ungewisse Ferne.
Page 228 - Ich weis Ihnen nichts zu schreiben, als daß ich Ihnen nichts zu schreiben habe. Denn daß ich Sie liebe, daß ich Sie hochschätze, dieses habe ich Ihnen nun schon zehn Jahre nacheinander geschrieben.
Page 399 - Der nicht die Fesseln flieht, die Fesseln nur vertauschet, Die Ketten von dem Fuß sich an die Hände legt, Und glaubt, er trägt sie nicht, weil sie der Fuß nicht trägt. Man nennt die Verse seichter Dichter, welche reimen, gereimte Prose, wie aber soll man das Gewäsche gleich seich- 21 ter Dichter nennen, welche nicht reimen?

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