Sagen, Bräuche, Legenden aus den fünf Orten, Lucern, Uri, Schwiz, Unterwalden und Zug

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Verlag von Frz. Jos. Schiffmann, 1865 - 600 pages
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Page 391 - Nachbar«, sprach betrübt der von Glarus, »sei gerecht und gib mir noch ein Stück von dem Weidland, das du errungen hast!« Doch der Urner wollte nicht, aber der Glarner ließ ihm nicht Ruh, bis er barmherzig wurde und sagte: »So viel will ich dir noch gewähren, als du mich an deinem Hals tragend bergan laufst.
Page 391 - Ängstlich sprang er, und schaute gegen das Scheideck, wehe da sah er oben am Giebel des Grats den Mann schreiten und schon bergabwärts niederkommen; aber der Glarner schwang die Fersen und wollte seinem Volke noch vom Lande retten, so viel als möglich. Und bald stießen die Männer auf einander und der von Uri rief: »Hier ist die Grenze!« »Nachbar«, sprach betrübt der von Glarus, »sei gerecht und gib mir noch ein Stück von dem Weidland, das du errungen hast!
Page 391 - Morgenstunde auf das allerfrühste ansagte. Und die Urner nahmen einen Hahn, setzten ihn in einen Korb und gaben ihm sparsam zu essen und saufen, weil sie glaubten, Hunger und Durst werde ihn früher wecken. Dagegen die Glarner fütterten und mästeten ihren Hahn, daß er freudig und hoffärtig den Morgen grüßen könne, und dachten damit am besten zu fahren. Als nun der Herbst kam und der bestimmte Tag erschien, da geschah es, daß zu Altdorf der schmachtende Hahn zuerst erkrähte, kaum wie es...
Page 390 - Über den Klußpaß und die Bergscheide hinaus vom Schächenthale weg erstreckt sich das Urner Gebiet am Fletschbache fort und in Glarus hinüber. Einst stritten die Urner mit den Glarnern bitter um ihre Landesgrenze, beleidigten und schädigten einander täglich. Da ward von den Biedermännern der Ausspruch getan: zur Tag- und Nachtgleiche solle von jedem Teil frühmorgens, sobald der Hahn krähe, ein rüstiger, kundiger Felsgänger ausgesandt werden, und jedweder nach dem...
Page 256 - Man hat gesagt bei Menschen Gezeiten her und niemand weiß, von wem es ausgekommen ist: »Es soll der Schwanberg noch mitten in Schweiz liegen«, das ist ganz Deutschland wird Schweiz werden. Diese Sage ist gemein und ungeachtet.
Page 390 - Hahn krähe, ein rüstiger, kundiger Felsgänger ausgesandt werden, und jedweder nach dem jenseitigen Gebiet zulaufen und da, wo sich beide Männer begegneten, die Grenzscheide festgesetzt bleiben, das kürzere Teil möge nun fallen diesseits oder jenseits. Die Leute wurden gewählt und man dachte besonders darauf, einen solchen Hahn zu halten, der sich nicht verkrähe und die Morgenstunde auf das allerfrühste ansagte.
Page 391 - Morgenröte am Himmel, die Sterne waren verblichen, und der fette Hahn schlief noch in guter Ruh. Traurig umgab ihn die ganze Gemeinde, aber es galt die Redlichkeit, und keiner wagte es, ihn aufzuwecken; endlich schwang er die Flügel und krähte. Aber dem Glarner Läufer wird's schwer sein, dem Urner den Vorsprung wieder abzugewinnen!
Page 88 - Drum soll kein Papst, kein Kardinal Kein Sünder nie verdammen, Der Sünder mag sein, so groß er will, Kan Gottes Gnad erlangen!
Page 248 - Niklaus wollen uns auf dieser Alp die lieb Herberig halten.» Es folgt: Das ist das Wort, das weiß Gott wo. Auf dieser Alp geht (steht?) ein goldner Thron, Darin wohnt die lieb Mutter Gottes mit ihrem Sohn Und ist mit vielen Gnaden übergossen, Hat die heiligste Dreifaltigkeit unter ihrem Herzen verschlossen. Der Schluß scheint wieder aus der obigen einfachem Grundlage entnommen. Nr. 13 (91). Nachtwächterrufe. 1. Jetzt steh ich auf der Abendwacht: Gott geb euch allen ein gute Nacht! 2. Der Tag...
Page 420 - Also zugent sy alle vast, vnd do sy der blatte» nahent das in ducht das er wol daruff springen möcht, do schwang er mit gewalt als er dann ein mechtig stark man was, den Nauwen oder das schifflin...

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