Sagen und Erzählungen aus der Provinz Posen

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Eigenthum der Gesellschaft, 1893 - Folklore - 363 pages
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Page 46 - ... großen und kleinen Fischen sollten sie wieder in den See zurückwerfen. Würden sie seinem Wunsche nachkommen, so dürften sie seines Wohlwollens und Schutzes gewiß sein; nie würde ihnen dann ein Unglück, weder auf dem Wasser noch auf dem waldigen Berge, weder von Menschen noch von wilden Tieren begegnen, sondern sicher und ungestört würden sie sich der Arbeit und der Ruhe hingeben können. Die Mönche waren damit zufrieden und gelobten, seinen Wunsch stets zu erfüllen. Das Männchen reichte...
Page 46 - ... Vätern heimgegangen, und andere setzten die Fischerei in gewohnter Weise fort, auch bauten sie einige Fischerhütten, welche von Fischergesellen und Netzstrickern bewohnt wurden. Aber diese Mönche und die Fischergesellen mochten sich nicht mehr mit dem gebotenen Maße begnügen. Statt das Übermaß von großen und kleinen Fischen wieder in Freiheit zu setzen, behielten sie die größten für sich zurück, und die kleinen warfen sie im Wettwurf, so weit sie es nur vermochten, in den See, wodurch...
Page 46 - ... Aus Dankbarkeit bauten sie auf dem Berge, und zwar an der Stelle, wo das Männchen gestanden, eine Kapelle, welche von den langen Ästen einer mächtigen Eiche beschattet wurde. Hier verrichteten sie nun vor und nach vollbrachtem Fischzuge ihr Gebet in dankbarer Erinnerung an das kleine wohltätige Männchen. So verstrichen viele Jahre. Die frommen Mönche waren schon längst zu ihren Vätern heimgegangen, und andere setzten die Fischerei in gewohnter Weise fort, auch bauten sie einige Fischerhütten,...
Page 124 - Jahrhunderts) raffte die Cholera viele dahin. Da ereignete es sich einst, daß einige Leute durch den Wald gingen, und als sie über die schreckliche Krankheit klagten, da hörten sie plötzlich ein großes Geräusch in der Luft, und eine Stimme rief: „Brauchtt Bihernell und Terpentill (Tormentill), So wird der Tod bald stehen still!
Page 46 - ... aus Freude darüber der Erholung hingaben, da trat plötzlich ein kleines Männchen zu ihnen heran, drohte ihnen mit dem Finger und machte ihnen Vorwürfe darüber, daß sie ihm sämtliche Fische wegfingen; es gestattete ihnen von jetzt an nur, ein gewisses Maß von Fischen zu nehmen, das Übermaß aber an großen und kleinen Fischen sollten sie wieder in den See zurückwerfen. Würden sie seinem Wunsche nachkommen, so dürften sie seines Wohlwollens und Schutzes gewiß sein; nie würde ihnen...
Page 47 - ... nicht geben. Da dachte der Jüngling nur noch daran, wie er reich werden könnte^ Einmal erfuhr er, daß ein reicher Kaufmann bei seiner Wohnung vorbeifahren würde. Er lud denselben zu einer Mahlzeit ein und ermordete ihn. Aber da ließ sich vom Hirnmel eine Stimme hören, daß die Rache nach 100 Jahren kommen würde. So hatte der Jüngling nun ein großes Vermögen. Er ging damit zu den Eltern des Fräuleins, welche gar nicht darnach fragten, woher er das Geld habe. Die Hochzeit fand statt,...
Page 29 - ... verursacht er ein dumpfes, dem Rollen eines fernen Donners ähnliches Getöse. Fast ringsum wird er von dunklem Laube beschattet. Die Entstehung des Namens wird folgendermaßen berichtet: Zur Zeit des Heidenthums ward auf der Stelle, wo jetzt das Gewässer des Sees ist, von frommen Mönchen ein Kloster erbaut. Die Umwohner, Wenden, staunten über die Erhabenheit des Gebäudes, und fühlten sich angezogen durch das helle Glockengeläute; bald kamen Viele herbei und hörten andächtig die Worte...
Page 30 - Klbster in Flammen stand und die Mönche in ihrem Blute lagen, da zog ein furchtbares Gewitter am Himmel empor; rings entzündeten die Blitze den Boden, so daß keiner der Mörder mehr zu entkommen vermochte. Mit den Trümmern des Klosters sanken sie in die Tiefe hinab.
Page 124 - So wird der Tod bald stehen still!" Gleich darauf fiel etwas aus der Luft, und als sie nachsehen wollten, was es sei, sahen sie, daß es ein Pferdefuß war; sie meinten, daß der Fuß von dem Nachtjäger herabgeworfen sei. Das angegebene Mittel wurde von vielen gebraucht, und es soll auch geholfen haben2).
Page 39 - Tiefe von Neuem emporsteigen. Mit jenem See hängt ein kleinerer, auf einem nicht fernen runden Berge gelegener, unter der Erde zusammen; denn ein Fisch, der in diesem, sammt dem Speer mit dem er verwundet worden, dem Fischer entschlüpfte, kam gleich darauf in jenem wieder zum Vorschein. Auch er soll ein versunkenes Schloß bergen. Seine Tiefe ist so groß, daß sie mit einem vierzig Klafter langen Seile, an dem ein Stein hing, nicht hat ergründet werden können. Ein Mann, der vor mehreren Jahren...

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