Sagen und Märchen des bergischen Landes

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Page 9 - Bernhard hierher gelangte, fah er mit Freude, daß die Mönche in Strenge und Ehrbarkeit lebten. Da segnete Bernhard die Nachtigallen wieder und soll einen Brief geschrieben haben, worin er sprach: „Der Mensch, welcher Gott liebt und reines Herzens ist, darf sich ohne Schaden für seine Seele an allem Schönen, lieblichen und Herrlichen erfreuen.
Page 113 - Ja, Herzog, das ist fürwahr ein trauriges Geläute, drob heut und immerdar viele Augen weinen werden; deines Landes Zierde ist nicht mehr; das gute Recht liegt auf der Bahre und wird heute zu Grabe getragen!" — Der Herzog fuhr empor und versetzte zornig: „Wie wagst du solches zu sagen, Narr?" — Der Narr antwortete: „Herr Herzog, weil die Narren die Wahrheit sagen, wenn die Weisen sie aus Klugheit verschweigen.
Page 9 - Aber er fühlte bald, daß seine Worte keinen großen Eindruck auf die Mönche machten. Da verschloß er sich vor Gram in eine Zelle und warf sich, als eben der Tag zu Ende ging, bei geöffnetem Fenster zur Erde nieder, um zu beten. Doch bald vermochte er seiner Gedanken nicht mehr Meister zu bleiben, als würziger Blütenduft in die Zelle strömte und viele Nachtigallen draußen im Garten zu schlagen begannen. Erst der Vespergesang, der an sein lauschendes Ohr schlug, brachte ihm seine ernsten Gedanken...
Page 112 - So seid Ihr also ein Nichtsnutz und Faulenzer, wenn Ihr von Rechts wegen an den Bettelstab kommt?" — „O nein", schrie der Bauer, „wenn das wäre, so geschähe mir mein Recht, aber leider ist es ganz anders...
Page 46 - Odin); derselbe lehnt mit seinem Haupte auf einem vor ihm stehenden Steintische und hält mit beiden Händen den Griff seines gewaltigen Schwertes umfaßt. Nebenan in andern Höhlen stehen an vollen Krippen ungeduldig scharrende Rosse, in langen Reihen schlummern Krieger und Knappen auf ihren Waffen. Der Eingang zu dieser unterirdischen Burg steht in der Walpurgisnacht von 12—1 Uhr offen und so soll sich einmal ein Jäger dorthin verirrt und alle diese seltsamen Dinge gesehen haben.
Page 57 - Lüderichberges ein armer Bauer, dem auch nicht das Mindeste in seinem Leben zum Glücke ausschlagen wollte. Er beklagte sich einmal bei einem...
Page 113 - wenn das wäre, so geschähe mir mein Recht, aber leider ist es ganz anders !" Und nun erzählte er dem Narren, wie sein Nachbar, ein habsüchtiger und böser Junker, ihm Prozeß auf Prozeß an den Hals gehängt, bis er ihm wider sein klares und gutes Recht den letzten Acker und die letzte Kuh abgenommen habe. „Hier habe ich meinen Besitz verbrieft und versiegelt", schloß er endlich, „und ich armer Mann kann ihn doch nicht gegen den mächtigen Junker und die ungerechten Richter behaupten.
Page 7 - Zu gewissen, in der gegenwärtigen lage unsrer literatur unumgänglichen nachforschungen, ich meine das sammeln der sprache und sage des gemeinen volks, welche vertrauten umgang mit diesem und völlige eingewohnheit im lande voraussetzen, taugte niemand besser als verständige schulmeister.
Page 46 - ... hält mit beiden Händen den Griff seines gewaltigen Schwertes umfaßt. Nebenan in andern Höhlen stehen an vollen Krippen ungeduldig scharrende Rosse in langen Reihen, schlummern Krieger und Knappen auf ihren Waffen. Der Eingang zu dieser unterirdischen Burg soll in gewissen Nächten und...
Page 29 - Der Mann sollte aber noch mehr erstaunen , denn als er sich auf seinen Platz gestellt und den Nachen flott gemacht hatte, schritten nur die beiden ärmlichen Männlein, die er am Vorabend gesehen, in das Fahrzeug und ermahnten ihn , nachdem sie einige Zeit neben ihm umhergestolpert, doch endlich abzufahren. Der Schiffer hatte seine Last, den Kahn vom Ufer los zu bekommen, so schwer war er indessen geworden. Nur mit großer Anstrengung ruderte er ihn auf die andere...

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