Schemata in der Wahrnehmung - Scripts und ihre Verletzung in Karel Capeks "Povidky z jedne kapsy"

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GRIN Verlag, 2007 - 72 pages
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Hauptseminararbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Russistik / Slavistik, einseitig bedruckt, Note: 1,0, Universit t Hamburg (Institut f r Slawistik), Veranstaltung: Narratologische Analysen zu Karel Capek, 8 Eintragungen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Hinweis der Redaktion: In der kostenlosen Vorschau (bzw. im Inhaltsverzeichnis) k nnen aus technischen Gr nden die tschechischen diakritischen Zeichen nicht korrekt dargestellt werden. In der PDF-Datei sind die (Sonder-)Zeichen selbstverst ndlich integriert., Abstract: In seinen "Anti-Detektivgeschichten" verfolgte Karel Capek neben dem Unterhaltungswert dieser Kurzgeschichten auch ein noetisches Anliegen: Er versuchte, das Genre der Detektivgeschichte ber die Grenzen der bisher vorherrschenden empiristischen und positivistischen Grundhaltung ihrer Helden (z.B. Sherlock Holmes) weiter zu entwickeln, in dem er sie um die neuesten Entdeckungen auf dem Gebiet der Wahrnehmungspsychologie bzw. der Psychologie des Unbewussten bereicherte. In seinen Erz hlungen bediente er sich hierzu auch einer Technik der Irritation, die die Aufmerksamkeit des Lesers zuerst in die Richtung der bekannten Schemata des Genres steuert, um anschliessend sogleich einen Haken zu schlagen und die Erwartungshaltung des Lesers zu durchkreuzen.
 

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Page 2 - Unsere Bedürfnisse sind es, die die Welt auslegen; unsere Triebe und deren Für und Wider. Jeder Trieb ist eine Art Herrschsucht, jeder hat seine Perspektive, welche er als Norm allen übrigen Trieben aufzwingen möchte.
Page 2 - Gegen den Positivismus, welcher bei den Phänomenen stehn bleibt ,es gibt nur Tatsachen, würde ich sagen: nein, gerade Tatsachen gibt es nicht, nur Interpretationen. Wir können kein Faktum ,an sich< feststellen: vielleicht ist es ein Unsinn, so etwas zu wollen.
Page 2 - Geist", noch Vernunft, noch Denken, noch Bewußtsein, noch Seele, noch Wille, noch Wahrheit: Alles Fiktionen, die unbrauchbar sind. Es handelt sich nicht um „Subjekt und Objekt...
Page 12 - Ich halte die Phänomenalität auch der inneren Welt fest: Alles, was uns bewußt wird, ist durch und durch erst zurechtgemacht, vereinfacht, schematisiert, ausgelegt, — der wirkliche Vorgang der inneren „Wahrnehmung", die Kausalvereinigung zwischen Gedanken, Gefühlen, Begehrungen, zwischen Subjekt und Objekt ist uns absolut verborgen — und vielleicht eine reine Einbildung.
Page 15 - Denn wenn sie, als reine Vernunft, wirklich praktisch ist, so beweiset sie ihre und ihrer Begriffe Realität durch die Tat, und alles Vernünfteln wider die Möglichkeit, es zu sein, ist vergeblich.
Page 20 - Gewöhnlich nimmt man das Bewußtsein selbst als Gesamt-Sensorium und oberste Instanz; indessen, es ist nur ein Mittel der Mitteilbarkeit: es ist im Verkehr entwickelt, und in Hinsicht auf Verkehrs-Interessen . . . „Verkehr...
Page 4 - The script is a large chunk of semantic information surrounding the word or evoked by it. The script is a cognitive structure internalized by the native speaker and it represents the native speaker's knowledge of a small part of the world.
Page 20 - Du glaubst zu handeln, während ich dich bewege an Fäden, mit welchen ich deine Begierden verknüpfe. So nehmen diese zu an Kraft und vermehren sich in die Objekte, die dich an die Zerrissenheit deiner Kinderzeit zurückverweisen
Page 3 - GEHLEN, Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt ( 1 940), tr.
Page 2 - Denken" im primitiven Zustande (vor-organisch) ist G e stalten-Durchsetzen, wie beim Crystalle. — In unserem Denken ist das Wesentliche das Einordnen des neuen Materials in die alten Schemata (= Prokrustesbett), das Gleich machen des Neuen.

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