Schiller: Wilhelm Tell - Mordmonolog in der hohlen Gasse

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GRIN Verlag, 2007 - 28 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,3, Ruprecht-Karls-Universitat Heidelberg, 10 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: "Durch diese hohle Gasse muss er kommen, / Es fuhrt kein andrer Weg nach Kussnacht - Hier / Vollend ich's - Die Gelegenheit ist gunstig." [Schiller, Friedrich: Wilhelm Tell. Stuttgart: 2000, Z. 2561ff] Diese Worte gehoren wohl mit zu den bekanntesten Satzen Schillers und jeder kennt sie: sie sind aus dem Drama Wilhelm Tell entnommen, in dem sich der gleichnamige Held zum Zeitpunkt als er diese Wort sagt in einer Gasse befindet und dort auf seinen Feind Gessler wartet. Im Anschluss an sie beginnt sein bekannter Mordmonolog, in welchem er sein weiteres Vorhaben genau reflektiert. Wie dieser Monolog aufgebaut und zu verstehen ist, warum Tell schliesslich so handelt und in welcher Weise er den Tyrannenmord vor sich selbst rechtfertigt, wird Bestandteil dieser Arbeit sein."
 

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Page 20 - Unglücklicher! Darfst du der Ehrsucht blutge Schuld vermengen Mit der gerechten Notwehr eines Vaters? Hast du der Kinder liebes Haupt verteidigt? Des Herdes Heiligtum beschützt? das Schrecklichste, Das Letzte von den Deinen abgewehrt? — Zum Himmel heb ich meine reinen Hände, Verfluche dich und deine Tat.
Page 12 - Entränn er jetzo kraftlos meinen Händen, Ich habe keinen zweiten zu versenden. (Wanderer gehen über die Szene) Auf dieser Bank von Stein will ich mich setzen, Dem Wanderer zur kurzen Ruh bereitet Denn hier ist keine Heimat -Jeder treibt Sich an dem andern rasch und fremd vorüber, Und fraget nicht nach seinem Schmerz - Hier geht Der sorgenvolle Kaufmann und der leicht Geschürzte Pilger - der andächtge Mönch, Der düstre Räuber und der heitre Spielmann, Der Säumer mit dem schwer beladnen Roß,...
Page 6 - Mach deine Rechnung mit dem Himmel, Vogt! Fort mußt du, deine Uhr ist abgelaufen. Ich lebte still und harmlos, das Geschoß War auf des Waldes Tiere nur gerichtet, Meine Gedanken waren rein von Mord; Du hast aus meinem Frieden mich heraus Geschreckt, in gärend Drachengift hast du Die Milch der frommen Denkart mir verwandelt, Zum Ungeheuren hast du mich gewohnt.
Page 11 - Schranken zurückzuweisen, als der Beistand übersinnlicher, sittlicher Ideen, an denen sich die unterdrückte Vernunft wie an geistigen Stützen aufrichtet, um sich über den trüben Dunstkreis der Gefühle in einen heitrem Horizont zu erheben.
Page 11 - Kleinod jetzt, mein höchster Schatz Ein Ziel will ich dir geben, das bis jetzt Der frommen Bitte undurchdringlich war Doch dir soll es nicht widerstehn - Und du Vertraute Bogensehne, die so oft Mir treu gedient hat in der Freude Spielen, Verlaß mich nicht im fürchterlichen Ernst. Nur jetzt noch halte fest du treuer Strang, Der mir so oft den herben Pfeil beflügelt Entrann er jetzo kraftlos meinen Händen, Ich habe keinen zweiten zu versenden.
Page 20 - Hochverrat (proditio eminens), und der Verräter dieser Art kann als einer, der sein Vaterland umzubringen versucht (parricida), nicht minder als mit dem Tode bestraft werden.
Page 5 - Die Gelegenheit ist günstig. Dort der Holunderstrauch verbirgt mich ihm, Von dort herab kann ihn mein Pfeil erlangen; Des Weges Enge wehret den Verfolgern. Mach deine Rechnung mit dem Himmel, Vogt! Fort mußt du, deine Uhr ist abgelaufen. Ich lebte still und harmlos, das Geschoß War auf des Waldes Tiere nur gerichtet, Meine Gedanken waren rein von Mord.
Page 20 - Ferner, wenn das Organ des Herrschers, der Regent, auch den Gesetzen zuwider verführe, z. B. mit Auflagen, Rekrutierungen, u. dergl., wider das Gesetz der Gleichheit in Verteilung der Staatslasten, so darf der Untertan dieser Ungerechtigkeit zwar Beschwerden (gravamina), aber keinen Widerstand entgegensetzen.

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