Schillers 'Kabale und Liebe' als bürgerliches Trauerspiel

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GRIN Verlag, 2007 - 24 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: sehr gut, Universitat zu Koln (Germanistik), Veranstaltung: Schillers Dramen, 14 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Das burgerliche Trauerspiel entstand im 18. Jahrhundert mit der Emanzipation des Burgertums und der Auflehnung der Standeklausel. In Schillers "Kabale und Liebe" werden Standes- und Moralunterschiede zwischen dem Burgertum und dem Adel thematisiert. Was aber zeichnet dieses Drama als ein burgerliches Trauerspiel aus? Die Liebesbeziehung des sozial und familiar ungleichen Paares sowie deren Beziehungen mit ihren Eltern werden in dieser Arbeit aufgegriffen und unter dem Aspekt des burgerlichen Trauerspiels analysiert. Auch die Sprache der Dramenfiguren wird auf ihre Funktion hin untersucht."
 

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Page 6 - Bei einer einzigen Vorstellung des erstem sind auch von den Unempfindlichsten mehr Tränen vergossen worden, als bei allen möglichen Vorstellungen des ändern, auch von den Empfindlichsten, nicht können vergossen werden. Und nur diese Tränen des Mitleids und der sich fühlenden Menschlichkeit sind die Absicht des Trauerspiels, oder es kann gar keine haben.
Page 10 - Dero Herr Sohn haben ein Äug auf meine Tochter; meine Tochter ist zu schlecht zu Dero Herrn Sohnes Frau, aber zu Dero Herrn Sohnes Hure ist meine Tochter zu kostbar, und damit basta! - Ich heiße Miller.
Page 11 - Pause. Doch nein, guter Vater. Wenn wir ihn über dem Gemälde vernachlässigen, findet sich ja der Künstler am feinsten gelobt. - Wenn meine Freude über sein Meisterstück mich ihn selbst -übersehen macht, Vater, muß das Gott nicht ergötzen?
Page 13 - O wie sehr furcht ich ihn - diesen Vater! FERDINAND : Ich fürchte nichts - nichts - als die Grenzen deiner Liebe. Laß auch Hindernisse wie Gebirge zwischen uns treten, ich will sie für Treppen nehmen und drüber hin in Luisens Arme fliegen.
Page 6 - Der mitleidigste Mensch ist der beste Mensch; wer uns also mitleidig macht, macht uns besser und tugendhafter, und das Trauerspiel, das jenes thut, thut auch dieses oder — es thut jenes, um dieses thun zu können.
Page 10 - LUISE [springt auf und eilt ihm nach]: Halt! Halt! O mein Vater! - Daß die Zärtlichkeit noch barbarischer zwingt, als Tyrannenwut! - Was soll ich? Ich kann nicht! Was muß ich tun? MILLER: Wenn die Küsse deines Majors heißer brennen als die Tränen deines Vaters - stirb ! LUISE [nach einem qualvollen Kampf mit einiger Festigkeit]: Vater!
Page 9 - Einmal für allemal. Der Handel wird ernsthaft. Meine Tochter kommt mit dem Baron ins Geschrei. Mein Haus wird verrufen. Der Präsident bekommt Wind, und - kurz und gut, ich biete dem Junker aus. FRAU: Du hast ihn nicht in dein Haus geschwatzt - hast ihm deine Tochter...
Page 10 - Ich habe einen Vater, der kein Vermögen hat, als diese einzige Tochter - der morgen sechzig alt wird der der Rache des Präsidenten gewiß ist FERDINAND fällt rasch ein [Der uns begleiten wird.] Darum keinen Einwurf mehr, Liebe.
Page 12 - ... Nicht der Konflikt von Kabale und Liebe, sondern erst der von Sitte und Liebe bei Luise läßt das voll in Erscheinung treten. Auf diesen Konflikt als das Entscheidende weist der ursprüngliche Titel „Louise Millerin" hin. Der „bürgerliche Mensch", wie ihn Luise verkörpert, erfährt den Konflikt in der vollen Wucht seiner Unversöhnlichkeit. Durch Luise Millerin und an Luise Millerin wird so das Geschehen zum „bürgerlichen Trauerspiel".

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