Schillers "Nänie" - ein Klagegesang?: Interpretation

Front Cover
GRIN Verlag, 2007 - 56 pages
0 Reviews
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Albert-Ludwigs-Universitat Freiburg, 12 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Friedrich Schillers Nanie wird heute allgemein als eines der schonsten deutschen Gedichte angesehen. Was genau die Faszination des Gedichts in unserer Zeit ausmacht kann vielleicht ansatzweise in der folgenden Interpretation geklart werden. Es geht aber vor allem darum, den von Schiller ausgefuhrten mythologischen Bezugen auf den Grund zu gehen, da diese fur den heutigen Leser nicht mehr so offensichtlich zu verstehen sind, wie es fur die Zeitgenossen Schillers der Fall war. Da es sich dem Titel nach um einen Klagegesang, handelt wird der wesentliche Teil dieser Arbeit sich mit der Frage nach der Aussage des Gedichts beschaftigen. Es soll geklart werden, inwiefern es sich bei der Nanie um eine Art Klagegesang handelt. Es bleibt vor allem zu klaren, wen oder vielmehr was Friedrich Schiller in seinem Gedicht beklagt. Hierbei sind die verschiedenen Einflusse und Anregungen wichtig. Der Hauptteil der folgenden Arbeit wird darauf verwendet, das Gedicht zu interpretieren und zu deuten.
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Contents

Einleitung
2
Formaler Aufbau
12
Schlussfolgerung
21
Copyright

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 7 - Ja, sie kehrten heim, und alles Schöne, Alles Hohe nahmen sie mit fort, Alle Farben, alle Lebenstöne, Und uns blieb nur das entseelte Wort. Aus der Zeitflut weggerissen, schweben Sie gerettet auf des Pindus Höhn; Was unsterblich im Gesang soll leben, Muß im Leben untergehn.
Page 5 - Laß nicht ungerühmt mich zu den Schatten hinabgehn! Nur die Muse gewährt einiges Leben dem Tod. Denn gestaltlos schweben umher in Persephoneias Reiche, massenweis, Schatten vom Namen getrennt; Wen der Dichter aber gerühmt, der wandelt, gestaltet, Einzeln, gesellet dem Chor aller Heroen sich zu. Freudig tret ich einher, von deinem Liede verkündet, Und der Göttin Blick weilet gefallig auf mir.
Page 6 - Da kommt das Schicksal - Roh und kalt Faßt es des Freundes zärtliche Gestalt Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde Das ist das Los des Schönen auf der Erde!
Page 7 - Gegenstand sein, selbst wenn sie einen Verlust in der Wirklichkeit betrauert, muß sie ihn erst zu einem idealischen umschaffen. In dieser Reduktion des Beschränkten auf ein Unendliches besteht eigentlich die poetische Behandlung.
Page 6 - Ach! daß schon so frühe das schöne Bildnis der Erde Fehlen soll! die breit und weit am Gemeinen sich freuet. Daß der schöne Leib, das herrliche Lebensgebäude, Fressender Flamme soll dahingegeben zerstieben! Ach! und daß er sich nicht, der edle Jüngling, zum Manne Bilden soll!
Page 7 - Der elegische Dichter sucht die Natur, aber als eine Idee und in einer Vollkommenheit, in der sie nie existiert hat, wenn er sie gleich als etwas Dagewesenes und nun Verlorenes beweint.
Page 10 - Streckend die Hände, bemüht, gefaßt zu werden, zu fassen, greift die Ärmste nichts als flüchtige Lüfte, und schon zum zweiten Mal sterbend klagt sie dennoch gegen den Gatten nichts — denn was sollte sie klagen, als daß sie zu sehr sich geliebt sah? Nur ein letztes 'Lebwohl', das kaum seinem Ohre vernehmbar, sprach sie und sank zurück dahin, woher sie gekommen.
Page 4 - Reich! Daß er die Stimme vielleicht, die wohl ihm bekannte vernehme, Und in der starrenden Brust Sehnsucht des Lebens sich regt. O dann war ich beglückt! Mit Thraziens Orpheus genennet Würde mein Nam', und spät priese die Nachwelt mich noch. — Novalis, höre mich denn! verschaffe den herrlichen Ruhm mir! Und, o mehr noch als das!

Bibliographic information