Schillers Werke, Volume 2

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Fr. Wilh. Grunow, 1889
 

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Page 475 - ELISABETH: Ihr kennt die Welt nicht, Ritter. Was man scheint, Hat jedermann zum Richter, was man ist, hat keinen. Von meinem Rechte überzeug ich niemand, So muß ich Sorge tragen, daß mein Anteil An ihrem Tod in ew'gem Zweifel bleibe.
Page 13 - Ich entsag ihm für .dieses Leben. Dann, Mutter dann, wenn die Schranken des Unterschieds einstürzen - wenn von uns abspringen all die verhaßten Hülsen des Standes Menschen nur Menschen sind — Ich bringe nichts mit mir als meine Unschuld; aber der Vater hat ja so oft gesagt, daß der Schmuck und die prächtigen Titel wohlfeil werden, wenn Gott kommt, und die Herzen im Preise steigen. Ich werde dann reich sein.
Page 498 - Ich bin gefangen, ich bin in Banden, Ach, ich hab' keinen andern Gesandten! Frei in Lüften ist eure Bahn, Ihr seid nicht dieser Königin Untertan.
Page 12 - Jahre, ich gab es hin, hättest du den Major nie gesehen. LUISE erschrocken: Was sagt Er da? Was? - Nein! er meint es anders, der gute Vater. Er wird nicht wissen, daß Ferdinand mein ist, mir geschaffen, mir zur Freude vom Vater der Liebenden.
Page 66 - Und der Fluch deines Vaters uns nach? - ein Fluch Unbesonnener, den auch Mörder nie ohne Erhörung aussprechen, den die Rache des Himmels auch dem Dieb auf dem Rade hält, der uns Flüchtlinge, unbarmherzig, wie ein Gespenst, von Meer zu Meer jagen würde? Nein mein Geliebter! Wenn nur ein Frevel dich mir erhalten kann, so hab ich noch Stärke, dich zu verlieren.
Page 16 - Ich hatte diese Träume vergessen und war glücklich. — Jetzt! jetzt! von heut an — der Friede meines Lebens ist aus. — Wilde Wünsche — ich weiß es — werden in meinem Busen rasen. — Geh — Gott vergebe dir's! —-Du hast den Feuerbrand in mein junges, friedsames Herz geworfen, und er wird nimmer, nimmer gelöscht werden.
Page 23 - Glücklichen schwelgen, von der sie betrunken aufstehen und so in die Ewigkeit vor den Thron Gottes taumeln. - Mein Ideal von Glück zieht sich genügsamer in mich selbst zurück. In meinem Herzen liegen alle meine Wünsche begraben.
Page 507 - Ihr habt an mir gehandelt, wie nicht recht ist, Denn ich bin eine Königin wie Ihr, Und Ihr habt als Gefangne mich gehalten; Ich kam zu Euch als eine Bittende, Und Ihr, des Gastrechts heilige Gesetze, Der Völker heilig Recht in mir »erhöhnend, Schloßt mich in Kerkermauern ein, die Freunde, Die Diener werden grausam mir entrissen, Unwürd'gem Mangel werd' ich preisgegeben, Man stellt mich vor ein schimpfliches Gericht — Nichts mehr davon!
Page 281 - Sie wollen pflanzen für die Ewigkeit, Und säen Tod? Ein so erzwungnes Werk Wird seines Schöpfers Geist nicht überdauern. Dem Undank haben Sie gebaut - umsonst Den harten Kampf mit der Natur gerungen, Umsonst ein großes königliches Leben Zerstörenden Entwürfen hingeopfert. Der Mensch ist mehr, als Sie von ihm gehalten. Des langen Schlummers Bande wird er brechen Und wiederfordern sein geheiligt Recht.
Page 42 - Sie werden mich an Stand - an Geburt - an die Grundsätze meines Vaters erinnern - aber ich liebe. Meine Hoffnung steigt um so höher, je tiefer die Natur mit Konvenienzen zerfallen ist. - Mein Entschluß und das Vorurteil! - Wir wollen sehen, ob die Mode oder die Menschheit auf dem Platz bleiben wird.

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