Schinkel als Architekt, Maler und Kunstphilosoph: Ein Vortrag, gehalten im Verein für Geschichte der Bildenden Künste zu Breslau

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Ernst & Korn, 1864 - 109 pages
 

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Page 41 - Tyrol gewonnen hatte. Die Herren Tieck und Rauch modellirten meine Büste, ersterer zugleich ein Profil von Freund Knebel. Eine lebhafte, ja leidenschaftliche Kunstunterhaltung ergab sich dabei, und ich durfte diese Tage unter die schönsten des Jahres rechnen. — — — Die
Page 41 - Herr Staatsrath Schultz brachte mir drei würdige Berliner Künstler nach Jena, wo ich gegen Ende des Sommers in der gewöhnlichen Gartenwohnung mich aufhielt. Herr Geh. Rath Schinkel machte mich mit den Absichten seines Theaterbaues bekannt und wies zugleich unschätzbare landschaftliche Federzeichnungen vor, die er auf einer Reise
Page 85 - und Schönes haben, der Beschauer wird aber unbestimmt, unruhig und traurig, weil der Mensch das am liebsten erfahren will, wie sich Seinesgleichen der Natur bemächtigt, darinnen gelebt und ihre Schönheit genossen haben; er bleibt deshalb dort unbefriedigt und unbestimmt, weil ihm ein solches
Page 71 - Carlstein bei Prag, der Sitz Kaiser Carls IV., ist im Vergleich mit Marienburg ganz in roher Art aufgeführt. So würde es nicht schwer werden, mehr Vergleichungen beizubringen mit dem Besten, was aus jener Zeit noch vorhanden ist, welche zum Vortheil für Marienburg ausfallen müssen. Die Schönheit der Verhältnisse, die Kühnheit der Gewölbe
Page 70 - Der Eindruck der Wirklichkeit hat nun bei mir den früher nur durch Zeichnungen erhaltenen um vieles übertroffen, und als ich, um mein Urtheil bei mir fester zu begründen, diejenigen Werke des Mittelalters in die Erinnerung zurückrief, welche in diese Gattung fallen, und die ich selbst in Italien, Deutschland und
Page 99 - doch gelungen ist, seine bekannte Formenschönheit auszukramen, da fängt schon das Langweilige seiner Gattung an, und solche Werke, so hoch sie auch in anderer Rücksicht über anderer Meister Werke stehen mögen, sind doch seiner nicht mehr ganz würdig, weil er der Welt etwas Höheres hätte erringen können.
Page 105 - ein sicheres Zeichen von der Nichtigkeit des Zeitcharakters und derer, die an der Spitze stehen. In der Architektur, kann man sagen, wird, wie in der übrigen Kunst, keine Formgattung neu erdacht, sondern sie wird nur rein aus der Natur heraus empfunden , wie sie nach allgemeinen Naturgesetzen überhaupt möglich ist, oder sie wird aus mehreren solchen einzelnen Formen zusammengesetzt, wo ein
Page 100 - ist man nur da wahrhaft lebendig, wo man Neues schafft; überall wo man sich ganz sicher fühlt, hat der Zustand schon etwas Verdächtiges, denn da
Page 105 - das die Menschheit auf ihre Werke selbst legt, indem sie ihnen einen entschiedenen Werth beilegt und ihre Erhaltung auf lange Zeit erstrebt, hat etwas moralisch Hohes und Erhabenes. Dagegen ist die völlige Geringschätzung alles Bestehenden, dem man so bald als möglich ein Anderes an seine Stelle wünscht, dieser Hang und die Beförderung des Wechsels, der endlich für kein Ding die Zeit, es zu erkennen und zu
Page 103 - Könnte man, altgriechische. Baukunst in ihrem geistigen Princip festhaltend, sie auf die Bedingungen unserer neuen Weltperiode erweitern, worin zugleich die harmonische Verschmelzung des Besten aus allen Zwischenperioden liegt, so möchte man für die Aufgabe

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