Schmidt und die DDR - Briefwechsel mit Werner Steinberg

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GRIN Verlag, 2007 - 60 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,7, Ernst-Moritz-Arndt-Universitat Greifswald (Institut fur Deutsche Philologie), Veranstaltung: Roman der Moderne: Arno Schmidt, 8 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Dass Arno Schmidt ein besonderes Verhaltnis zur DDR gehabt hat, lasst sich leicht an seinen Werken nachweisen. Auch in seiner erfolgreichsten Arbeit Das steinerne Herz" erfahrt man viel uber die damalige Situation und die Ansichten des Autors. Diese Hausarbeit wird ihren Schwerpunkt jedoch nicht auf die verfassten Werke des Autors legen. In den Funfzigerjahren entsteht ein freundschaftlicher Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und dem Schriftsteller Werner Steinberg. Genau wie Schmidt, ist auch Steinberg mit den Problemen, die durch die Regierung entstehen, konfrontiert. Diese Probleme werden in den Briefen immer wieder thematisiert und diskutiert. Die unterschiedlichen Lebensvorstellungen lassen den Schriftverkehr jedoch nach drei Jahren wieder einschlafen. Die Briefe an Steinberg verhelfen das Verhaltnis von Schmidt zur DDR besser zu verstehen. An ausgewahlten Textbeispielen sollen die Probleme, Ansichten und Forderungen des Schriftstellers hinsichtlich der Kulturpolitik analysiert und erlautert werden. Um diese spezifische Arbeit am Text besser vollziehen zu konnen, wird sich ein einleitender Teil mit der allgemeinen Situation in der DDR beschaftigen. Angaben zur Person von Steinberg und Schmidt sollen das Verhaltnis der beiden Schriftsteller zueinander, sowie deren Lebensvorstellung, verdeutlichen. Die Leitfrage, die am Ende dieser Arbeit zu beantworten sein wird, lautet demnach: In welchem Verhaltnis stand der Schriftsteller Arno Schmidt zur DDR?
 

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Contents

Einleitung
3
Werner Steinberg
11
Schlusswort
23
Copyright

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Popular passages

Page 7 - Die Zensur verlangte [ . . . ] die Zustimmung des Autors zu ihren Eingriffen, also zu den geforderten Auslassungen, Streichungen und Umformulierungen. Am Ende lief alles auf Selbstzensur hinaus, denn der Urheber des Textes mußte billigen oder billigend in Kauf nehmen, was ihm mit sanftem oder kräftigem Druck vorgeschlagen wurde.
Page 9 - ... Zurücknahme der Säkularisierung hat, so lautet das Fazit, fast alle Ansätze eines lebendigen, freien literarischen Lebens zerstört, indem sie allen am literarischen Stoffwechsel beteiligten Gruppen das Selbstbestimmungsrecht entzog. Den Autoren machte man Vorschriften, was und wie sie schreiben sollten: den Verlegern und Lektoren, was sie zu veröffentlichen hatten; den Buchhändlern, was sie verkaufen sollten; und den Lesern schließlich, was sie lesen durften und was nicht. Auch wenn einzelne...
Page 9 - So sehe ich, zur Kennzeichnung des Problems, die folgenden Feststellungen als gleichermaßen möglich: - Es gibt zwei voneinander absetzbare deutsche Literaturen der Gegenwart: eine in der Bundesrepublik, eine bei uns. - Es gibt nur eine deutsche Literatur: die westdeutsche. Manche Autoren leben in der DDR.
Page 23 - Stück voraus; denn ich bin überzeugt, daß Adenauer im Auftrag der Firma Eisenhower & Pacelli gegen Ende seiner nächsten Amtsperiode — also etwa 1960; genau wie in meinen >Schwarzen Spiegeln...
Page 4 - BroUtrbeiten" auf Vorrat schrieb: „Was meinen Sie, wie ich aus der hochkatholischen trierer Gegend hier heraus möchte! Oben in Norddeutschland, in Heide und Moor, müßte man sich für einige tausend Mark ein Behelfsheim hinsetzen können; weit weg von allen Siedlungen
Page 4 - Hier in Darmstadt herrscht die widerlichste Cliquenwirtschaft (habe ich nicht längst irgendwo geschrieben, man sollte Schriftsteller nie persönlich kennen ? ); und ich gedenke meinen Stab zur gegebenen Zeit weiter zu setzen — im Hümmling oder in den Emsmooren gibt es noch Striche, wo kilometerweit kein Nachbar wohnt (und Gerichtsvollzieher und was sonst im Auto fährt, im Urschlamm versinkt); auch am Dümmer ist's arg schön (vgl. >Pocahontas<) und zwischen Rotenburg und Soltau : Dahin, dahin...
Page 20 - S. Fischer??: Dort schrieb man mir schon bei Vorlage der „Pocahontas" wörtlich ,Wir scheuen uns davor! ' und vom „ steinernen Herzen " spielt gar das Mittelstück des Triptichons in Ostberlin!! (Wenn Sie einmal vorbeikommen, dürfen Sie' s im MS lesen; Andersch nannte's , vollendet' und ein .Meisterstück'; der Rechtsanwalt des Stahlberg — Verlages schätzte für Arno Schmidt, Briefe an Werner Steinberg.
Page 23 - [...] ich bin überzeugt, daß Adenauer im Auftrag der Firma Eisenhower & Pacelli gegen Ende seiner nächsten Amtsperiode — also etwa 1960; genau wie in meinen >Schwarzen Spiegeln...
Page 16 - Haide manchmal stören), wird wesentlich und damit gefährlich: Gefährlich für alle Menschen und Institutionen, die im Grunde nichts anderes wollen, als Untertanen sein und Untertanen züchten.

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