Schweizerische Rundschau, Volume 7

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Verlag Schweizer Rundschau, 1907
 

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Popular passages

Page 2 - Gefahr hin auslaufen, jedes Wagnis des Erkennenden ist wieder erlaubt, das Meer, unser Meer liegt wieder offen da, vielleicht gab es noch niemals ein so >offnes Meer<« (Nietzsche, Fröhliche Wissenschaft, Werke, 1960, II, S.
Page 337 - Aus diesem Atman, fürwahr, ist der Äther [Raum] entstanden, aus dem Äther der Wind, aus dem Winde das Feuer, aus dem Feuer das Wasser, aus dem Wasser die Erde...
Page 191 - Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin, und lehret alle Völker, und taufet sie ,im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes: und lehret sie Alles halten, was ich euch befohlen habe: und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.
Page 9 - Es liegt ein Wintertag auf uns, und am hohen Gebirge wohnen wir, gefährlich und in Dürftigkeit. Kurz ist jede Freude und bleich jeder Sonnenglanz, der an den weißen Bergen zu uns herabschleicht. Da ertönt Musik, ein alter Mann dreht einen Leierkasten, die Tänzer drehen sich — es erschüttert den Wanderer, dies zu sehen: so wild, so verschlossen, so farblos, so hoffnungslos ist alles, und jetzt darin ein Ton der Freude, der gedankenlosen lauten Freude! Aber schon schleichen die Nebel des frühen...
Page 344 - Alle denkenden Wesen haben diese Epoche mitgefeiert. Eine erhabene Rührung hat in jener Zeit geherrscht, ein Enthusiasmus des Geistes hat die Welt durchschauert, als sei es zur wirklichen Versöhnung des Göttlichen mit der Welt nun erst gekommen.
Page 9 - Wie sieht nun der Philosoph die Kultur in unserer Zeit an? Sehr anders freilich als jene in ihrem Staat vergnügten Philosophieprofessoren. Fast ist es ihm, als ob er die Symptome einer völligen Ausrottung und Entwurzelung der Kultur wahrnähme, wenn er an die allgemeine Hast und zunehmende Fallgeschwindigkeit, an das Aufhören aller Beschaulichkeit und Simplizität denkt.
Page 1 - Denn, du weißt es, die Religionen sind wie die Leuchtwürmer: sie bedürfen der Dunlell2901.heit um zu leuchten. Ein gewisser Grad allgemeiner Unwissenheit ist die Bedingung aller Religionen, ist das Element, in welchem allein sie leben können.
Page 4 - Die Zeiten liegen hinter uns, wo die Verneinung aller und jeder Religion zunächst als etwas großes, dann aber als selbstverständlich galt, und wo der armseligste Witz geistvoll zu werden schien, wenn er sich nur gegen die Religion richtete. Unsere Zeit bedarf anderes, und im Grunde will sie auch anderes. Ja, es sind in ihr augustinische Stimmungen weit verbreiteter als nach außen hervortritt; alles läßt vermuten, daß im Geistesleben der folgenden Epoche die Religion weit mehr bedeuten wird,...
Page 2 - In der Tat, wir Philosophen und >freien Geister< fühlen uns bei der Nachricht, daß der >alte Gott tot< ist, wie von einer neuen Morgenröte angestrahlt; unser Herz strömt dabei über von Dankbarkeit, Erstaunen, Ahnung, Erwartung- endlich erscheint uns der Horizont wieder frei, gesetzt selbst, daß er nicht hell ist, endlich dürfen...
Page 2 - Jahrhunderten war die Religion ein Wald, hinter welchem Heere halten und sich decken konnten. Aber nach so vielen Fällungen ist sie nur noch ein Buschwerk, hinter welchem gelegentlich Gauner sich verstecken.

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