Spielmannsbuch: Novellen in Versen aus dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert

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J. G. Cotta, Nachfolger, 1900 - French poetry - 466 pages
 

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Page 282 - Was habe ich im Paradies zu tun? Ich will gar nicht hinein, wenn ich nur Nicolette habe. mein süßes Mädchen, das ich von Herzen liebe. Ins Paradies kommen nur solche Leute, wie ich Euch sagen will. Dahin kommen jene alten Pfaffen und jene alten Krüppel...
Page 17 - Pfau, rangen und tanzten beim Klang der Doppelflöte, hüpften in grotesken Tiermasken umher, führten rohe theatralische Szenen auf, spielten den Betrunkenen und den Dümmling, zankten sich in komischen Streitgesprächen, parodierten weltliche und geistliche Stände und trieben alle jene tollen und derben Possen, an denen sich einst der kranke liebe Gott in Arras gesund gelacht hatte.
Page 371 - Deren gibt es wohl wenige, aber ich weiß doch eine, welche noch tausendmal schöner ist.« »Das ist nicht möglich!« rief der König, »und das glaubt dir kein Mensch, bevor er sie sieht. Ich möchte aber wissen, wo sie denn zu finden wäre.« »Das will ich dir sagen«, sprach der Prinz...
Page 305 - Aucassin war ganz allein; In die Kammer drang er ein Und gelangte bis zur Stätte, Wo der König lag im Bette. Er blieb stehn, als er ihn sah: „Sag, du Narr, was machst du da?
Page 306 - was wollt Ihr von mir? Seid Ihr verrückt, daß Ihr mich in meinem eigenen Hause schlagt?" „Beim Herzen Gottes," sprach Aucassin, „armseliger Wicht, ich schlage Euch tot, wenn Ihr mir nicht gelobt, daß in Eurem Lande kein Mann mehr im Kindbett liegen soll!
Page 282 - Altären und in den alten Grüften hocken, die mit den alten abgeschabten Kapuzen und den alten Lumpen angetan, die nackt sind und barfuß und ohne Hosen, und vor Hunger und Durst, Frost und Elend sterben. Die kommen ins Paradies; mit denen habe ich nichts zu tun. Aber in die Hölle will ich gehn ! Denn in die Hölle kommen die weisen Meister und die schönen Ritter, die in Turnieren und in gewaltigen Kriegen gefallen find, die guten Knappen und die freien Männer.
Page 38 - Es fraget mancher, was ich könne: / Ich sag, ich bin ein Lehrer aller guten Dinge; / zu aller Tugend rat ich stets; ich hasse Schande. / Weh dem, der mir nicht Ehren gönne! / Den Herrn vertrau ich mich, in deren Dienst ich singe, / und bin der Ehren Pilgrim, seht, in manchem Lande. / Es trete vor Gericht, wer mich bezeihe, / verklag mich um die Kunst, die Gott mir gab, dem ich mich weihe! / Ist gute Kunst und Gottes Gabe Sünde, / dadurch man besser wird, nicht schlimmer?
Page 239 - Fürwahr, ich bin das Brot nicht wert, Das man mir gütig hier beschert. Ach, wenn man's merkt, kann ich nicht bleiben: Man wird mit Schande mich vertreiben, Weil ich zu gar nichts nütze bin. O Herr, nimm meine Seele hin!
Page 16 - Der Spielmann stimmt die Pauken, die Reifen fest er wand, da nahm sich auch der Löchlein ein Mädchen an die Hand. „O du frecher Spielmann, mach uns den Reihen lang! Ju heia, wie er sprang! Herz. Milz, Lung' und Leber sich rundum in ihm schwang.
Page 313 - Nun wird gesungen: Als nun Aucassin vernommen, Daß sein Lieb ins Land gekommen, Ward er aller Sorgen bar, Fröhlich, wie er niemals war, Und in ungeduldger Hast Eilt' er in der Frau Palast. In die Kammer trat er ein, Und das holde Mägdelein Sprang empor mit flinken Füßen, Um ihn jubelnd zu begrüßen. Aucassin, der sel'ge Mann, Zog mit Armen sie heran, Hielt sie zärtlich fest umfangen, Küßt ihr Augen, Mund und Wangen. Also ließen sie's die Nacht; Aber als der Tag erwacht, Führt der Graf...

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