Sprache und Religion

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Heyfelder, 1889 - Language - 235 pages
 

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Popular passages

Page 82 - Pflicht! du erhabener großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst, doch auch nichts drohest, was natürliche Abneigung im Gemüte erregte und schreckte, um den Willen zu bewegen, sondern bloß ein Gesetz aufstellst, welches von selbst im Gemüte Eingang findet und doch sich selbst wider Willen Verehrung (wenngleich nicht immer Befolgung) erwirbt, vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich insgeheim ihm entgegenwirken,...
Page 209 - Keine Sprache druckt Sachen aus, sondern nur Namen, auch keine menschliche Vernunft also erkennt Sachen, sondern sie hat nur Merkmale von ihnen, die sie mit Worten bezeichnet.
Page 230 - Eitelkeit, etwas Besseres zu sagen, als die Leute von Profession, ist bei einem solchen Manne, wie Leibnitz, der wenig Festes hatte, eine weit wahrscheinlichere Triebfeder, so etwas zu thun, als Religion. Man greife doch mehr in seinen eigenen Busen, und man wird finden, wie wenig sich von Andern behaupten lässt.
Page 149 - Verstand Die Wahrheit je wird erscheinen — Ihren Schleier hebt keine sterbliche Hand, Wir können nur raten und meinen. Du kerkerst den Geist in ein tönend Wort, Doch der freie wandelt im Sturme fort.
Page 82 - Neigungen verstummen, wenn sie gleich insgeheim ihm entgegenwirken: welches ist der deiner würdige Ursprung, und wo findet man die Wurzel deiner edlen Abkunft, welche alle Verwandtschaft mit Neigungen stolz ausschlägt und von welcher Wurzel abzustammen die unnachläßliche Bedingung desjenigen Wertes ist, den sich Menschen allein selbst geben können?
Page 202 - dafs nicht die Vernunft die Sprache, sondern nur die Sprache die Vernunft, wenn auch nicht vollendet und fertig die vollendete verursacht haben kann".
Page 201 - Alle Wörter sind Lautbilder und sind in Bezug auf ihre Bedeutung von Anfang an Tropen. Wie der Ursprung des Wortes ein künstlerischer war, so verändert es auch seine Bedeutung wesentlich nur durch künstlerische Intuition. Eigentliche Worte, dh Prosa, giebt es in der Sprache nicht.
Page 204 - In der That sehen wir das Denken mit den Worten ringen und sehr schwer ihren Fesseln entkommen, oft auch viele Jahrhunderte, ja die ganze uns bekannte Zeit bis auf diesen Tag die Natur von Wesen suchen, die keine andere Wirklichkeit noch selbständiges Dasein haben, als in den Anschauungen einer fernen Vergangenheit , wie sie in jenen wunderbaren Lauten leben: allein die Bande der Sprache sind wie die des Körpers, welche das Gebundene auch zugleich enthalten.
Page 15 - Form des Gedankens erkennen: sie ist, mit einem Wort, der dunkle Schatten, welchen die Sprache auf den Gedanken wirft, und der nie verschwinden wird, solange sich Sprache und Gedanke nicht vollständig decken, was nie der Fall sein kann.
Page 205 - Wort -Welt erschaffen. Was wir auf diese Weise erschaffen, verstehen wir, in so weit es unsere Schöpfung ist, vollkommen; was sich auf diese Weise nicht erschaffen läßt, verstehen wir nicht; unser philosophischer Verstand reicht über sein eigenes Hervorbringen nicht hinaus.

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