Straduna: polnische Volkslieder der Oberschlesier

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Emil Erbrich
Mar, 1891 - Folk songs, Polish - 98 pages
 

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Page vii - E-Sprache uns fast als ein familienliebe- volles und ttwas martervolles Volk zugleich. Liebe ihr Geliebtes, gleichsam um es zu verjüngen und zum Kinde zu machen, das ja der Amor selber ist. Und das Kleine, gleichsam als das Liebere, verkleinert man wieder, daher man öfter Lämmchen, Täubchen, Kindlein, Büchelchen (letzteres ist nach Voß dreimal verkleinert) sagt als Elefantchen, Fürstchen, Tyrannchen, Walfischchen. Manche Völker reden die ganze Natur...
Page 27 - Könnt' ich selber mit euch ziehn! Wenn die Klagen dich ereilen, Dir mein Gruß aus Wellen schallt, Denke meiner Lieb' und Sehnsucht: Komme wieder, komme bald! jonb, ulNslim lo fselindlich. Mlond, warum so freundlich In der dunklen Nacht Leuchtest du mir armen, Die hier traurig wacht? Wo mein Liebster weilet, Wo er schlummernd ruht, Dorthin, Mond, dich wende, Forsche, was er thut! Liebt er eine andre, Weilend fern von mir, Sag ihm, wie mich sähest, Klagend, weinend hier. Wenn er drauf dich fraget,...
Page 18 - ... Straduna, Polnische Volkslieder der Oberschlesier." „Vor dem Raudner Tore / Dort zwei Bäume stehen, / Beide sind so grün. / Einer ist ein Ahorn / Und der andre Flieder, / Schön in vollem Blühn. / Mägdlein unterm Flieder / Stickt auf weißem Grunde / Eine Rose, rot, — / Unterm Ahornbaume / Hält zu Roß ein Jüngling, / Krank, ach, bis zum Tod! / Bin ich tot, begrabet / Mich nicht vor dem Tore, / Wo die rauhen Winde wehn; / Dort mich nur begrabet / An dem schatt'gen Pfade, / Wo die Jungfrau'n...
Page 69 - All' ihr nun vergessen seid; Dein allein nur, Dein gedenk' ich, Liebchen, Stets und alle, Alle Feit! jMM eid, o Leid und Trauer, Tiefe, tiefe Schmerzen — Hatt' ein holdes Liebchen, Liebte sie von Herzen! Ach, wie ist's gekommen, Daß ich sie verloren? Hat sie einen andern Heimlich sich erkoren? Noch in dieser Stunde Setz' ich mich zu Pferde, Eil' mein Lieb zu bitten, Daß sie mein doch werde!
Page 45 - Gott, mein guter Gott, Wo ist lieb Mutter mein? Aus ihrem Grabe wuchs Die Lilie weiß und rein! Lieb Mutter ist nicht mehr, Die Erde sie bedeckt, Sie kehrt erst wieder einst, Wenn Gottes Wort sie weckt. Die Erde sie umschließt, Die düst're Grabesnacht, Ihr Auge klar ist tot, Das mich so treu bewacht! Verlassen und allein Vin ich in meinem Harm, Kein Herze mein gedenkt, — O daß sich Gott erbarm'!
Page vi - Diese kleinen lyrischen Ergüsse, — sagt Görres, — sind die Quellen und Brunnen, die mit ihrem Netzwerk von Bächen das ganze Land bewässern und tränken und seine innersten Geheimnisse an den Tag bringen, die Bewegungen seines geheimsten Herzblutes offenbaren.
Page iv - Die Arbeit war für mich eine sehr schwierige: das Deutsche sollte zur Melodie passen, den Sinn treu wiedergeben und doch auch als selbststiindiges Lied gelten können.
Page viii - Bei mir kommt nur noch dazu die lebendige Erinnerung an meinen Freund Roger, der zunächst sich, dann mir und anderen eine neue Welt erschloß.
Page 4 - ich! weine, Denn sterb' ich ancki hier, <5s bleiben ja Taufende leben, Da wähl' einen dir!" Und blieben auch ihrer so viele, Wie Blninen im Feld, — Wie du, mein Geliebter, mir keiner, Mir keiner gefällt!
Page 44 - Eil' zur Mutter dann Vor ihr Fenster flieg' ich Auf die weiße Lilie, Schau' lieb Mutter an. Schwesterchen, mein kleines, Wird mich wol verscheuchen Von dem Fensterlein : „Husch! Nein Vöglein, fliege, Fliege, du zerbrichst mir Ja die Lilie mein!

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