Tagebuch-aufzeichnungen aus den Jahren 1866, 1868, 1869 über Arnold Böcklin: mit zahlreichen skizzen nach bildern und entwürfen Böcklins und mit Böcklins bild aus dieser zeit in holz geschnitten von Albert Krüger

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Egon Fleischel & Company, 1903 - 430 pages
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Page 387 - Benutzung eines Modells würde das Bild nur abschwächen und die Komposition lahm machen. Er würde darum auch nie manieristisch , denn bei Allem , was er zeichne, stelle er sich die Natur vor und wolle nur diese geben und dadurch käme etwas in das Bild, das zu jedem Beschauer spreche; das Wesentliche würde hervorgehoben.
Page 87 - ... ist, wo aber die Staffage gleichfalls nur als dumpfes, unpersönliches Motiv im Ganzen mitklingt. Gelegentlich des ersten Piratenbildes hat Böcklin einmal ausdrücklich zu Schick geäußert (Tagebuchaufzeichnungen, S. 89), er habe Mühe gehabt, die Figuren in das richtige Verhältnis zu bringen, daß das Interesse an ihnen nicht das Interesse an der Landschaft überwog, sondern sich nur als düsteres Mitklingen durch die Stimmungder Landschaft zog.
Page 386 - Mufse hätte, nicht feiner herausbringen könnte. Böcklin meinte , er suche sich allerdings eine Vorstellung von dem feineren Zusammenklingen der Farben zu machen und strebe dies beim Malen an , obschon er es nicht immer treffe ; die Hauptsache sei jedoch Licht und Schatten und Modellation und wie die Sache dadurch zu lebendiger , vortretender Erscheinung komme.
Page ix - VIII für die Charakterisierung der künstlerischen Persönlichkeit des Basler Meisters bilden sie ein unschätzbares Dokument. Den vollen Nutzen dürfte freilich erst Böcklins künftiger Biograph daraus ziehen ; seine Aufgabe wird es sein, dieses Material gewissenhaft an dem von andrer Seite zuströmenden Material zu überprüfen. Manches wird erst im Zusammenhalt mit sonstigen Aussprüchen, wie mit der künstlerischen Bethätigung Böcklins einen vollen Sinn ergeben, manches wird auch wohl einen...
Page 232 - Waschen wenigstens nicht auf und wird immer härter, je älter sie wird. (Ob diese später darüber gemalte Farbe aber wirklich dauerhaft ist und nicht abplatzt, ob dem Darübermalen durch das Ausschwitzen in perligen Tropfen eine Grenze gesetzt wird, und wann dieses eintritt, darüber hat Böcklin jedoch noch keine Erfahrung.) Prof.
Page viii - Personen mögen später ruhiger und leidenschaftsloser geworden sein, als wie sie der Vierzigjährige aussprach. Nicht minder hat sich seine Naturanschauung verändert. Seine koloristischen Probleme sind andre, kühnere geworden. Am wenigsten stabil blieben wohl die technischen Ansichten. Ihre Wandelbarkeit fällt schon während der kurzen Zeit auf, über die sich die Schicksche Berichterstattung erstreckt. Der rege Forschergeist Böcklins, sein eminent praktischer Sinn lassen ihn immer neue Hülfsmittel,...
Page iii - Kunst» schreibe«! zu liegen, daß sie über allgemeine Charakteristiken und mehr oder weniger begründete Urteile eines, wenn es das Glück will, gebildeten und vorurteilslosen Geschmackes nicht hinauskommt. Von Gelehrten oder Schriststellern aus...
Page 13 - Tizian je mit dem Feldstuhl hinausgegangen sei. „Die Alten haben fast stets nur den Eindruck aus sich heraus gemalt, und das macht ihre Darstellungen, obwohl von studienhafter Treue meist nicht die Rede ist, so ungemein interessant.
Page 99 - Obgleich Handwerker dem Stande nach, sind die pompejanischen Maler doch größere Maler gewesen, als alle späteren des 15. und 16. Jahrhunderts. Es ist zu bewundern, mit welcher Leichtigkeit und Schönheit sie alles so anzuordnen verstanden haben, daß eines künstlerisch wirksam auf das andere war. Man erstaunt, wie groß ihre Kenntnis der malerischen Mittel war, wie sie durch Härten das eine weich und durch weiche Formen das andere hart erscheinen ließen.
Page 319 - Gegen das Interesse, das lebende Wesen bieten, kann man selbst mit den bizarrsten Formen kein Gegengewicht schaffen. Das zeigen die Prellerschen Landschaften. Welche Anstrengungen sind hier gemacht, durch Anhäufung kuriosester Formen etwas der bedeutungsvollen Staffage Stichhaltendes zu geben, und doch ist es nicht erreicht. Wenn man in einer Ecke eine bedeutungsvolle Staffage bringt, so muß man auf der gegenüberstehenden Seite etwas fast gleich Bedeutendes bringen.

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