Technologische encyklopadie: oder, Alphabetisches handbuch der technologie, der technischen chemie und des machinenwesens, Volume 15

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Johann Joseph Ritter von Prechtl
J.G. Cotta, 1847 - Industrial arts - 576 pages
 

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Popular passages

Page 363 - Gelb» rot he und lasse ihn langsam erkalten. Man haue ihn dann auf einer Seite mit einem Meißel ein, und breche ihn, wie schon früher gesagt, durch einen kurzen raschen Schlag mit einem schweren Hammer. Erscheinen auf der Bruchfläche Stellen mit gröberem Korne, oder gar zackige faserige Parthien, so ist der Stahl schlecht und nur für die gemeinsten Dinge zu gebrauchen. Ist das Korn so ziemlich gleichförmig, so schmiedet man sich das Ende einer Stahlstange vierkantig auf einer Länge von etwa...
Page 378 - Kohle in der Weißglühhitze von diesem Stabeisen selbst absorbiren, ohne daß der erzeugte Stahl in Fluß geräth, also durch eine Operation, die man Cementa» tion nennt: so kann man zwar eine gleiche Quantität Kohle mit einer verhältnißmäßigen Quantität Eisen von allen Stabeisensorten verbinden, aber diese gewöhnlichen Eisensorten nehmen bei gleichem Kohlengehalte etwas andere Eigenschaften an, als bestes Stahleisen, z. B. von Dannemora. Schon der Bruch des cementirten gewöhnlichen Eisens...
Page 373 - Stahl» masse, die wir durch das Zusammenschmelzen dieser verschiedenen Karburete erhalten, mehr ein Gemenge, als ein Gemische. Iedes dieser einzelnen Karburete besitzt einen verschiedenen Grad der Härte und Auflöslichkeit in Säuren, was sich am schönsten kund gibt, wenn man ein solch' zusammengeschmolzenes Gemenge mit Salpetersäure bestreicht.
Page 403 - Gültigkeit seines Patentes vor Gericht bestritten, Lucas verlor den Prozeß und das Verfahren erhielt sich noch bis auf den heutigen Tag, obwohl nicht in sehr großer Ausdehnung. Man verfertigt auf diese Weise kleine Nägel, Pferdegebisse, Kutschenringe, Knöpfe, auch in der neuesten Zeit sogar Rasirmesser, die jedoch vor dem Härten noch...
Page 403 - Schrauben» und Metallwarenfabrik in Neunkirchen am Steinfelde in Niederösterreich von Brevillier undKomp. in den neuesten Tagen wieder zu adouciren angefangen, und sendete vortreffliche Arbeiten zur letzten Wiener Industrie»Ausstellung. Sie betreibt jedoch, wie man sieht, das Adouciren bloß als einen Theil ihres Geschäftes, und dieß mag wohl der Grund seyn , daß sie ökonomischer fa
Page 370 - ... Zucker bereitet zusammen, und trägt Sorge, daß das Ganze rasch schmilzt und, noch flüssig, sogleich ausgegossen wird: so erhält man eine im Bruche ziemlich gut aussehende stahlähnliche Masse, die sich äußerst weich und zähe schmiedet, aber durch Ablöschen nicht im geringsten härter gewor
Page 364 - Härte, son» dern auch den Hitzegrad mit ziemlicher Genauigkeit ausgemittelt hat, in welchem er seine größte Härte erhielt , schreitet man zum Abschlagen der einzelnen mit dem Meißel bezeichneten Theile, um das Korn zu untersuchen, das der Stahl in den verschiedenen Hitze» graden angenommen hat. Beim Abbrechen der einzelnen Stück...
Page 402 - ... Dieß ersieht man daraus, daß das Cementpulver, so bald es hinreichend Kohle eingesogen hat, sich mit dieser verbin» dend zusammenzieht und sich leicht vom Roheisenstücke trennt. Das Roheisen dagegen hat mehr oder weniger von seiner Kohle, aber natürlich keinen Kiesel verloren, je länger oder kürzer es der Wirkung des Feuers ausgesetzt war, und ist entweder in Stahl verwandelt worden, der sich nun hämmern und härten läßt, wie gewöhnlicher Stahl, oder auch in Schmiedeeisen selbst über...
Page 400 - Stahl aushämmern läßt. Auch die Ostindier machen ihren Gußstahl, Wooz genannt, wenn er unter dem Hammer zu unbändig ist, auf dieselbe Art geschmeidig, indem sie ihn mit einer Decke von Lehm umgeben und ein paar Stunden lang in der Esse anglühen. §.35. Es ging indessen unter den Schmieden immer die dunkle Sage, daß mehrere die Kunst besessen hätten, gegossene Eisenwaa» ren in Schmiedeeisen umzuändern, ohne ihre Form zu zerstören, die Kunst sey aber verloren gegangen.

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