Mikrokosmus: Bd. 7. Die Geschichte. 8. Der Fortschritt. 9. Der Zusammenhang der Dinge

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Page 561 - Wäre das Größte nicht, so wäre das Größte nicht, und es ist ja unmöglich, daß das Größte von allem Denkbaren nicht wäre.
Page 51 - Wirklichkeit, und daß, in welcher geheimnisvollen Weise es auch sein mag, der Fortschritt der Geschichte doch auch für sie geschieht : dieser Glaube erst gestattet uns, von einer Menschheit und von ihrer Geschichte so zu sprechen, wie wir es tun.
Page 561 - Es ist eine unmittelbare Gewißheit, daß das Größte, das Schönste und Wertvollste nicht bloßer Gedanke, sondern Wirklichkeit sein muß, weil es unerträglich an sich sein würde, von dem Ideal zu glauben, daß es eine Vorstellung sei, die das Denken wohl in seiner Arbeit erzeugt, die aber in der Wirklichkeit kein Dasein, keine Macht und keine Gültigkeit...
Page 119 - du wirst nie das Glück kennen, nichts zu denken und nichts zu tun; dies ist nächst dem Schlaf das Allerentzückendste. So waren wir vor unserer Geburt, so werden wir nach dem Tode sein. Wer gab deinen Leuten den steten Wunsch, besser gekleidet und gespeist zu sein und ihren Kindern Schätze zu hinterlassen? Fürchten sie denn, Sonne und Mond möchten diesen nicht mehr leuchten, der Tau der Wolken und die Flüsse vertrocknen, wenn sie selbst dahin sein werden?
Page 535 - Sinn dann anzugeben unmöglich wäre, die vorangehende Bedingung, an welcher das ersehnte Fürsichsein als Folge hinge; sondern: indem Etwas für sich ist, sich auf sich selbst bezieht, sich von Anderem unterscheidet, löst es sich eben hierdurch, durch dieses sein Thun...
Page 51 - Geschichte doch auch für sie geschieht: dieser Glaube erst gestattet uns, von einer Menschheit und von ihrer Geschichte so zu sprechen, wie wir es thun. Denn diese Menschheit besteht nicht in einem allgemeinen Gattungscharakter, der sich in allen Einzelnen wiederholte...
Page 536 - Form des Gefühls für sich selbst da ist und sein Sein genießt. Der Realität in diesem Sinne können wir daher verschiedene Abstufungen der Intensität beilegen; nicht alles ist nur überhaupt entweder real oder nicht-real, sondern mit verschiedenem Reichthum und ungleicher Mannigfaltigkeit ihres Fürsichseins von dem Unendlichen sich lösend, sind die Wesen in verschiedenen Graden real, immanent dem Unendlichen bleiben sie alle.
Page 52 - Gemüth sich in seinem Streben durch Berufung auf die Geister der Ahnen oder auf die Palme der Zukunft stärkt, geschieht es in diesem Sinne: kraftlos ist jede Berufung auf Nichtseiendes, mächtig nur die, die lebendig von diesem Gedanken einer solchen Aufbewahrung und Wiederbringung aller Dinge durchdrungen ist.
Page 273 - Handanlegungen, die unmittelbar Nichts gestalten, sondern nur einem unbegriffenen Mechanismus eine unverstandene Gelegenheit zu unsichtbaren Leistungen geben. In die Hände und vor die Augen des einzelnen Arbeiters gelangt der bearbeitete Gegenstand in einer Form, deren Entstehung er nicht mit angesehen hat, und entschlüpft ihm wieder, um andere anzunehmen, deren Hervorbringungsweise ihm gleichfalls dunkel bleibt.
Page 49 - Zu den bemerkenswerthesten Eigenthümlichkeiten des menschlichen Gemüths«, sagt Lotze, »gehört . . . neben so vieler Selbstsucht im Einzelnen die allgemeine Neidlosigkeit jeder Gegenwart gegen ihre Zukunft.« Diese Reflexion führt darauf, daß das Bild von Glück, das wir hegen, durch und durch von der Zeit tingiert ist, in welche der Verlauf unseres eigenen Daseins uns nun einmal verwiesen hat. Glück, das Neid in uns erwecken könnte, gibt es nur in der Luft, die wir geatmet haben, mit Menschen,...

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