Über die sozialen aufgaben der rechtswissenschaft: inaugurationsrede gehalten am 24. oktober 1895 bei übernahme des rektorats der Weiner universität

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W. Braumüller, 1905 - Jurisprudence - 34 pages
 

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Abfassung des bürger allgemeinen Anton Menger aprioristischen Grundlagen Aufl Autorität Autoritätsglaube Autoritätsprinzip bürgerlichen Gesellschaft bürgerlichen Gesetzbuches bürgerlichen Rechtes Descartes deshalb deutsche Rechtswissenschaft Deutsche Reich Deutschland Disziplin dogmatische Rechtswissenschaft dogmatischen Rechts dogmatischen und geschichtlichen Entwicklung Entwurf eines bürgerlichen Erforschung des Rechtes erste Entwurf französischen Revolution Gebiete der Zivilrechtsreform Gegenstand Gegenwart zu vergleichen geschichtliche Erforschung geschichtliche Rechtswissenschaft geschichtlichen Verlauf Gesetze Gesetzgebung gewissen Grade Gredeskul historischen Rechtsschule Interesse Jahre Jahrhunderts Jurisprudenz Klassen der bürgerlichen Kulturvölker Lebens legislativ-politischen Juris lichen Forschung lichen Gesetzbuches lichen Verlauf löblich und wünschenswert Machtverhältnissen Methoden des Mittelalters muß namentlich Nationalökonomie Naturrecht Österreich politische praktische prudenz Rechtsanwendung Rechtsgestaltungen Rechtsnormen Rechtsordnung Rechtswissen Reform des bürgerlichen Religionsstifter römischem Recht römischen Savigny schaft schaftliche sche Rechtswissenschaft Schriften Schulpflicht setzesverfasser sozialen Aufgaben sozialen Cha sozialen Rechts sozialen Rechtswissenschaft Spanische von Posada Staat Teil unserer überlieferten Rechtsstoff Übersetzt ins Französische unserer Epoche Volksklassen vorherrschenden Erfahrungs wichtigsten wicklung Wirken der historischen wirtschaftliche wissen Zivilgesetzbuches Zivilrecht Zukunft notwendig

Popular passages

Page 20 - Aufgabe hat, den überlieferten RechtsstofF mit den Zuständen der Gegenwart zu vergleichen und daraus zu schließen, welche Änderungen des geltenden Rechtes in der Zukunft notwendig sein werden.
Page 4 - Jurisprudenz besteht endlich darin, den überlieferten Rechtsstoff mit den Zuständen der Gegenwart zu vergleichen und daraus zu schließen, welche Änderungen desselben in der Zukunft notwendig sein werden.
Page 21 - Rechtswissenschaft angehören. Jede Rechtsordnung ist ein großes System von Machtverhältnissen, die sich innerhalb eines Volkes im Laufe seiner geschichtlichen Entwicklung herausgebildet haben. Die Interessen der herrschenden Klassen, wenn sie sich dauernd behaupten, verwandeln sich in Rechte und Rechtsnormen, die von den übrigen Staatsgenossen als etwas objektiv Gegebenes Anerkennung heischen.
Page 4 - Rechtswissenschaft zu erfüllen, welche die in jedem Zeitpunkt geltenden Rechtsnormen zu sammeln und in ein wissenschaftliches System zu verarbeiten, ihre Lücken und Widersprüche zu entfernen und überhaupt dem geltenden Rechtsstoff die für seine Anwendung tauglichste Form zu geben hat.
Page 17 - Zwar konnte das Naturrecht des 18. Jahrhunderts in seiner überlieferten Form schwerlich aufrechterhalten werden, weil es viel zu sehr auf aprioristischen Grundlagen beruhte, um sich in einer Epoche vorherrschender Erfahrungswissenschaft behaupten zu können. Aber bei einigem guten Willen der wissenschaftlichen und auch der Regierungskreise wäre es leicht möglich gewesen, diese Disziplin, die einst die Welt bewegt hatte, durch Hinzufügung empirischer Elemente auch im 19.
Page 24 - ... ist es ... die Hauptaufgabe der sozialen Rechtswissenschaft, den Gegensatz zwischen dem geschichtlich gewordenen Rechtszustande und den Machtverhältnissen der Gegenwart festzustellen und die daraus sich ergebenden Änderungen der Rechtsordnung vorzubereiten".
Page 27 - Teilung der Arbeit. Röscher*) fragt einmal, wie es in der Seele des Arbeiters ausgesehen haben mag, der in einer Fabrik seit vierzig Jahren kein anderes Geschäft trieb als den Silberfluß zu beobachten, wann derselbe vollständig wäre, der *) Röscher, Die Grundlagen der Nationalökonomie, § 63.
Page 10 - Natur- und die Rechtswissenschaft, eine sehr analoge Entwicklung. Beide beruhten nicht auf eigener Forschung, sondern auf Autorität. Wer sich über die Naturwissenschaft unterrichten wollte, hatte die Schriften des Aristoteles und seiner Ausleger zu studieren; für die Juristen war in ebenso unbedingter Weise der Inhalt der römischen und kanonischen Rechtsquellen maßgebend. Seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts läßt sich auf dem Gebiete jener beiden Wissenschaften eine Abwendung vom Autoritätsprinzi...
Page 9 - Abschluß der französischen Revolution durch die Besiegung Napoleons I. beherrscht, mit reiner Freude betrachten. Denn die Masse der geschichtlichen Erkenntnis, welche in diesem Zeiträume durch die europäische und namentlich durch die deutsche Rechtswissenschaft herausgearbeitet wurde, ist außerordentlich groß. Aber das Recht ist nicht wie der geschichtliche Verlauf der...
Page 11 - Ich überschätze nicht den Wert der naturrechtlichen Forschung; sie beruhte viel zu sehr auf abstrakten, aprioristischen Grundlagen, als daß man sie mit den mathematischen und naturwissenschaftlichen Untersuchungen von Descartes, Newton, Leibniz, Euler, Lavoisier in eine Reihe stellen könnte.

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