Ueber arbeit und ruhe

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W. Engelmann, 1900 - 534 pages
 

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Page 499 - ... Ermüdbarkeit. Wie die Uebungsfähigkeit bei einzelnen Personen verschieden ist, so ist es auch die Ermüdbarkeit. Die Aufgabe des vorliegenden Abschnittes soll es sein, die Ermüdbarkeit unserer drei Versuchspersonen für die gegebenen Versuchsreihen zu berechnen und zu vergleichen. Ein Blick auf Tabelle I, Seite 488, zeigt uns ein verschieden starkes Anwachsen der Leistung der zweiten halben Stunde gegenüber der ersten. Vergleicht man nun diesen Gewinn in der 0- und 5-Minutenreihe mit demjenigen...
Page 520 - Ermüdungscoerficienten, für C 13#, für A 3,8#, für B 1,8#, geben uns einen guten Begriff von den merkwürdigen Unterschieden auf diesem Gebiete. Es ist bereits angedeutet worden, dass die größere Ermüdbarkeit bt'i C zum Theil vielleicht auf seiner besonderen Arbeitsweise beruhen mag, die ihm die Aufgabe schwerer machte, als den anderen beiden Personen; zum Theil haben wohl auch die ebenfalls erwähnten ungünstigen äußeren Umstände eine gewisse Rolle gespielt. Endlich aber ist noch darauf...
Page 527 - ... Zusammenhang, wie das übrigens nach der Natur der Dinge nicht anders zu erwarten war, nur bei der Betrachtung der reinen, von den Einflüssen des Uebungsverlustes und der Ermüdung möglichst befreiten Uebungsfähigkeit hervorgetreten, während der praktisch verwerthbare tägliche Uebungsfortschritt sich wegen der Fehlerquelle des täglichen Uebungsverlustes ganz anders verhielt. Mag nun auch diese Beziehung zwischen den drei angeführten Größen keine ganz unverbrüchliche, sondern nur eine...
Page 497 - III und IV ist ersichtlich, dass A bei weitem den größten Uebungsverlust, B den kleinsten zeigt; B besitzt daher die größte Uebungsfestigkeit. Wenn wir den eintägigen Verlust mit dem von zwei Tagen vergleichen, so treten verschiedene bedeutsame Thatsachen zu Tage. Es scheint, als ob B auch während eines zweiten Tages viel weniger an Hebung verliert als A. Leider ist es hier nicht möglich, die Werthe von C zum Vergleiche heranzuziehen. Nach den angestellten Berechnungen würde sein Uebungsverlust...
Page 532 - ... einer gewissen engeren Beziehung steht, die auf eine gemeinsame Grundeigenschaft hinweisen könnte. Jedenfalls ist das Verhalten des Antriebes von jenen Eigenschaften innerhalb weiter Grenzen unabhängig. Freilich haben auch in dieser Beziehung alle drei Personen ein verschiedenes Bild dargeboten. C mit seiner starken Ermüdbarkeit, dem die Arbeit große Mühe machte und der zugleich durch die Leitung der ganzen Versuche in Anspruch genommen wurde, begann, wie es schien, die Thätigkeit in übertriebenem...
Page 515 - ... in innere Beziehungen zu einander zu bringen, aus ihnen Schlüsse über grundlegende Kennzeichen der einzelnen Persönlichkeit zu ziehen oder gesetzmäßige Abhängigkeiten bestimmter Eigenschaften von einander festzustellen. Dabei müssten zweckmäßig auch die von früher her bereits vorliegenden Beobachtungen mit herangezogen werden, soweit sie vergleichbar sind. Beschränken wir die Untersuchung einstweilen auf die von unseren drei Versuchspersonen erhaltenen Ergebnisse, so werden wir zunächst...
Page 504 - ... Minuten wieder niedriger beginnt, als sie vorher stand, vorausgesetzt allerdings, dass dieses Verhalten nicht durch andersartige Einflüsse verschleiert wird. Wir werden daher schwerlich fehl gehen, wenn wir den Gang der Leistung bei B zum Theil wenigstens auf die Wirkung der Anregung zurückführen. Ohne Zweifel spielt ja bei dem regelmäßigen Anwachsen der Zahlen auch die Uebung eine gewisse Rolle, aber gerade die Pausenversuche, in denen die Leistung nach der Unterbrechung immer wieder annähernd...
Page 522 - ... mühsame. Würden wir aber unsere Versuchsanordnung nach den gewonnenen Erfahrungen nunmehr erweitern und ergänzen, so wäre es mit denselben Hülfsmitteln durchaus möglich, auch über so manche Punkte Klarheit zu schaffen, die wir jetzt noch haben im Dunkeln lassen müssen. Aus vielfachen Gründen erscheint es natürlich äußerst wünschenswerth, unsere Ergebnisse mit denen früherer Beobachter zu vergleichen. Leider aber liegen bisher keine Untersuchungen vor, die genau nach dem gleichen...
Page 507 - ... Ermüdungswirkung allein war, da in der eingeschobenen Pause wenigstens ein großer Theil der Anregung wahrscheinlich wieder verschwunden war. In der That ist diese Differenz bei B wie bei A weit ungünstiger als die aus der 0-Reihe erhaltene. Dagegen scheitert unsere Ueberlegung auch hier wieder bei C, bei dem die Ermüdung allein unerwarteter Weise die Leistung weniger schwer geschädigt hat, als dort, wo ihr noch die Anregung entgegenwirkte. Der verschiedene Erholungswerth der kurzen Pause...
Page 492 - Wiewohl sich die Gewöhnung in der ersten Gruppe offenbar stärker geltend macht als in den späteren, so reicht ihr Einfluss allein doch nicht aus, um das Uebergewicht des Uebungszuwachses in dieser Gruppe über denjenigen in den nachfolgenden zu erklären. Bei allen drei Versuchspersonen nimmt, mit einer unbedeutenden Ausnahme bei A, der Zuwachs von Gruppe zu Gruppe ab. Diese Abnahme beträgt von der ersten zur zweiten Gruppe bei A 87 #, bis zur dritten Gruppe 79# , bei B 63 # bez. 72#, bei C 1\%...

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