Unerhörte Zeichen in Heinrich von Kleists Erzählung "Die Marquise von O."

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GRIN Verlag, 2009 - 36 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Gattungen, Note: 1,3, Universitat Koblenz-Landau (Philologie), Veranstaltung: Proseminar: Heinrich von Kleists Erzahlungen und Dramen, Sprache: Deutsch, Abstract: Heinrich von Kleists Erzahlung Die Marquise von O..." beginnt mit einer Zeitungsannonce, die einen unerhorten Sachverhalt publik macht, namlich dass eine adlige Witwe unwissentlich schwanger geworden ist und nun auf diesem Wege den Vater ihres noch ungeborenen Kindes sucht. Verknupft mit diesem unerhorten Bekenntnis muss eine unerhorte Begebenheit" sein, die zu ermitteln der Erzahler dem Leser nicht gerade leicht macht, denn auch bei intensivster Suche gibt es keine eigentliche Schilderung dessen, zumindest nicht explizit . Was es jedoch gibt, ist der gewaltigste Gedankenstrich der deutschen Literaturgeschichte" (Gottfried Benn), sowie einige Zeichen bzw. Anzeichen mehr. So ist es wohl zu erklaren, dass die vorliegende Erzahlung bis heute nichts von ihrer Brisanz verloren hat. Zahlreiche Interpreten haben sich bis dato mit diesem Kleist-Text beschaftigt und versucht, hinter sein Geheimnis" zu kommen. Doch in der Tat ist, Die Marquise von O...', obwohl die Geschichte an sich heutzutage fast banal anmutet, sozusagen Hollywoodreif (Krieg, Ausnahmezustand, Verstoss gegen gesellschaftliche Konventionen, schliesslich Klarung und Happy End), aufgrund Kleists Spiel mit Doppeldeutigkeiten, Bildern, tiefenpsychologischen Vorgangen (fast ein Jahrhundert bevor diese von Sigmund Freud formuliert wurden ) sowie den bereits erwahnten Zeichen ein Faszinosum geblieben. Meiner Meinung nach ist es so, dass die Erzahlung sich jedem Leser/Rezipienten auf andere Art und Weise erschliesst, je nachdem von welchen Aspekten man sich angesprochen fuhlt. Daher werde ich auch nicht versuchen die immer wieder heissdiskutierte Frage zu klaren, ob die Marquise vergewaltigt oder selbst sexuell aktiv wurde und diese Tatsache zu vertuschen bzw. zu verdrangen sucht, denn das h"
 

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