Unterschiede zwischen der Journal- und der Buchfassung von Adalbert Stifters "Brigitta"

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GRIN Verlag, 2007 - 40 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,9, Universitat Mannheim, Veranstaltung: Adalbert Stifter, 15 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit beschaftigt sich mit den zwei verschiedenen Fassungen der Novelle Brigitta von Adalbert Stifter und untersucht, worin die wesentlichsten Unterschiede liegen. Dieser Vergleich bildet den Schwerpunkt der Untersuchung. Es wird aber auch gezeigt, aus welchen Grunden Stifter die entsprechenden Anderungen vorgenommen hat. Nachdem ich vorab kurz auf die Hintergrunde zur Entstehung der beiden Brigitta-Fassungen eingehe, beginnt der eigentliche Teil der Untersuchung, der darauf eingeht, welche Unterschiede es zwischen der Journal- und der Buchfassung gibt und warum der Autor die entsprechenden Anderungen macht. Dabei wird zunachst auf Verschiedenheiten hinsichtlich der Kapiteluberschriften und des Anfangs der Erzahlung eingegangen. Anschliessend zeige ich weitere Anderungen im Bezug auf syntaktische, wortliche und stilistische Merkmale auf. Ausserdem wird die Ausgestaltung einzelner Passagen und die Aktualitat des Stoffes in den beiden Fassungen untersucht. Zuletzt nimmt diese Arbeit Bezug auf die Anderungen bei Zahlenangaben."
 

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Page 5 - Es gibt oft Dinge und Beziehungen in dem menschlichen Leben, die uns nicht sogleich klar sind, und deren Grund wir nicht in Schnelligkeit hervor zu ziehen vermögen. Sie wirken dann meistens mit einem gewissen schönen und sanften Reize des Geheimnisvollen auf unsere Seele.
Page 6 - ... Gesellschaften gefeiert, und obwohl schon fast fünfzig Jahre alt, doch noch das Ziel von manchen schönen Augen; denn nie hat man einen Mann gesehen, dessen Bau und Antlitz schöner genannt werden konnte, noch einen, der dieses Äußere edler zu tragen verstand. Ich möchte sagen, es war eine sanfte Hoheit, die um alle seine Bewegungen floß, so einfach und siegend, daß er mehr als einmal auch Männer betörte.
Page 6 - Öde, wie die war, durch die ich heute wandelte, hatte ich ihn zum ersten Male gesehen. Er war damals in allen Gesellschaften gefeiert, und obwohl schon fast fünfzig Jahre alt, doch noch das Ziel von manchen schönen Augen; denn nie hat man einen Mann gesehen, dessen Bau und Antlitj schöner genannt werden konnte, noch einen, der dieses Äußere edler zu tragen verstand.
Page 5 - Wenn wir in einem jener Bücher lesen, in denen die menschliche Seele beschrieben wird, so ist alles klar, die Kräfte sind gesondert, die Verrichtungen fertig, und die Sache liegt vor uns; seh'n wir dann aber in die Seele selber, so ist es wieder dunkel, magische Dinge geschehen, als stünde in jenem Buche noch nicht das Rechte, wir ahnen endlose Gebiete, dann blitzt es oft auf, als läge hinter denen erst noch recht ein seltsames Land, und so fort, daß das Herz sich vor sich selber fürchten möchte...
Page 6 - ... einnehme. Obwohl sie sagten, daß die Grazien um seinen Mund spielen, setzten sie doch hinzu, daß auf seiner Stirne eine Art Trauer wohne, die der Zeiger einer bedeutenden Vergangenheit sei — aber das war am Ende das Lockendste, daß niemand diese Vergangenheit wußte. Er soll in Staatsbegebenheiten verwickelt gewesen sein, er soll sich unglücklich vermählt, er soll seinen Bruder erschossen haben — und was dieser Dinge mehr waren.
Page 6 - Mit aller Lieblichkeit, die ihm jedes Herz gewann und das der Erkornen mit siegreicher Wonne füllte, benahm er sich bis zu Ende, dann nahm er Abschied, machte eine Reise und kam nicht wieder. — Aber dieser Fehler, statt sie abzuschrecken, gewann ihm die Weiber nur noch mehr, und manche rasche Südländerin mochte glühen, ihr Herz und ihr Glück, so bald als nur immer möglich, an seine Brust zu werfen.
Page 2 - Adalbert Stifter. Werke und Briefe. Historisch Kritische Gesamtausgabe. Bd. 1,2. Studien. Journalfassungen. Zweiter Band. Hrsg. von Helmut Bergner und Ulrich Dittmann. Stuttgart / Berlin / Köln / Mainz 1979, S.
Page 6 - B**, gelungen ihn länger zu fesseln, als es ihm eben beliebte — mit all' der Lieblichkeit des Wesens, die ihm alle Herzen gewann und das der Erkornen mit taumelnder Wonne füllte, mit all...

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