Unterwegs in der Frühen Neuzeit - als Handwerker - Leben und Erfahrung auf der Wanderschaft

Front Cover
GRIN Verlag, 2007 - 28 pages
0 Reviews
Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Geschichte Europa - and. Lander - Mittelalter, Fruhe Neuzeit, Note: 2,5, Freie Universitat Berlin (Friedrich-Meinecke-Institut), Veranstaltung: Proseminar Unterwegs in der Fruhen Neuzeit - als Handwerker, Sprache: Deutsch, Abstract: Das Leben und die Erfahrungen eines Handwerksgesellen auf der Walz in der Fruhen Neuzeit stehen im Folgenden im Mittelpunkt. Der Handwerksbursche, der zuvor oft noch nicht einmal im nachsten Ort oder der nachsten Stadt gewesen war, zog nun mit seinem Felleisen auf dem Rucken in eine ihm unbekannte, fremde Welt . Es soll zusammengetragen werden, unter welchen Bedingungen ein Geselle zu jener Zeit unterwegs war und was ihm wahrend seiner Wanderschaft, die fur ihn einen vollig neuen Lebensabschnitt darstellte, widerfahren konnte. Nachdem uber die Lebensumstande auf der Walz ein allgemeiner Uberblick geschaffen wurde, soll gepruft werden, inwiefern sich die in der Sekundarliteratur dargestellte Situation eines Gesellen auf Wanderschaft in einer Handwerksautobiographie aus dem 18. Jahrhundert widerspiegelt. Ebenfalls soll betrachtet werden, wie verlalich solch eine Primarquelle im Bezug auf ein reales Abbild des Lebens eines wandernden Handwerkers in der Fruhen Neuzeit ist.
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 8 - ... steigerten.6 Ähnliches berichtet Carl Scholl: Von Magdeburg wanderte ich auf Preußisch-Münde und wollte mich hinüberschmucheln nach Hannöversch-Münde, kam aber nicht hinüber; denn es herrschte damals das schändliche Metternichsche System durch ganz Deutschland, was das Reisen so erschwerte. Jeder Duodez-Fürst, deren es eine Menge gab, hatte seinen Schlagbaum und seine Münze. Es ist vorgekommen daß ich an einem Tag drei Mal habe das Geld wechseln müssen und jedesmal mußte ich dabei...
Page 5 - Beratung als Wanzen deklarierten. Ganz sicher waren wir nicht, denn sie waren uns neu. Aber der Gestank, der sich verbreitete, als wir einige töteten, konnte nur der bekannte Wanzengestank sein, von dem wir schon gehört hatten. Wir säuberten das Leintuch und unternahmen den zweiten Versuch zu schlafen. Der Erfolg war bald der gleiche wie beim ersten. Dabei ergab sich, daß die Tierchen vorwiegend in mich verliebt waren und meinen Haut an Haut neben mir liegenden Kollegen schonten. Wieder wurde...
Page 4 - Handwerksgesellen in sächsischen Städten des 15. und 16. Jahrhunderts. Untersuchungen zu ihrem sozialen Platz, ihrer Organisation und gesellschaftlichen Bewegung, phil.
Page 5 - ... daß man vor dem Herbergsvater im Adamskostüm antreten und das Hemd zur Durchsuchung nach Ungeziefer vorzeigen mußte, blieben wir zwei verschont. Wir waren so eine Art Edelknaben unter den Handwerksburschen. Trotz der Vorzugsbehandlung sollte uns diese erste Herbergsnacht doch nicht gut bekommen. Kaum hatten wir uns niedergelegt, da begann auch schon ein Jucken und Beißen. Alles Kratzen half nichts. Es wurde immer schlimmer. Wir sahen mit dem brennenden Streichholz nach der Ursache der Ruhestörung...
Page 6 - Reiseunterbrechung: ,Ei', dachte ich, .willst heute Rasttag machen und morgen, frisch drauf, in größeren Tagesmärschen nach Straßburg wandern.
Page 7 - Kälte vielfach belästigt [...] zog ich mir ein Reißen in den Gliedern zu, namentlich in den Knien, die mich so furchtbar schmerzten, daß ich mich nur noch mit Mühe fortschleppte.
Page 5 - Bechstedt angesichts schönen Wetters und der Tatsache, daß ,die Herberge in einem sehr hübschen Gasthof ist
Page 7 - Wanderer [...], die unbekümmert dahin schlenderten und trotz leichtesten Gepäcks in diesem Augenblick sich die reichsten der Erde dünkten.

Bibliographic information