Varietäten und Sprach(en)politik im niederdeutschen Sprachraum zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert

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GRIN Verlag, 2007 - Low German language - 68 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: 1,0, Technische Universitat Chemnitz, Veranstaltung: Hauptseminar: Regula Benedicti (deutsch), 16 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Arbeit war in jeder Hinsicht ausgezeichnet und tadellos., Abstract: Die vorliegende Arbeit beschaftigt sich mit den sprachlichen Verhaltnissen im niederdeutschen Sprachraum zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert vor dem Hintergrund der Entstehung, der Blutezeit und des Niedergangs der Hanse. Es wird u. a. untersucht, weshalb und wie es bei mehreren gleichzeitig existierenden Varietaten im niederdeutschen Sprachareal zur Durchsetzung der mittelniederdeutschen Sprache kam, ob Mittelniederdeutsch als eigene Sprache betrachtet werden muss, welche Faktoren den Untergang des Mittelniederdeutschen begunstigten, und ob es sich hinsichtlich des Ubergangs von der niederdeutschen zur hochdeutschen Schriftsprache um Sprachen- oder Sprachpolitik handelt.
 

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Contents

Fragestellung und Vorgehen
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Sprachen und Sprachpolitik Eine Definition
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4
21
Copyright

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Common terms and phrases

Affrikata Ansicht Aufgrund bairischen Text Bardowick Beispiel Bellmann beziehungsweise Bichel circa Dechanten Definition deutschen Dialekte Dialektgebiet diemûetigkait diphthongiert Diphthongs dûnkht Durchsetzung eigene Sprache Einfluss Einzelsprache entscheidend ersten Teil fûeglich geschriebene Sprache Gesellschaft Glück ebd handelt Hanse hansischen herausbildenden Hervorhebung im Original Hochdeutsch sprechende Hochdeutsch/Niederdeutsch hochdeutschen Sprache hochdeutscher Schriftsprache Institutionen Jahrhundert jeweils Kanzleien Kapitel 65 Kirche konnte Latein Lateinschulen Lübeck lübischem Mittelniederdeutsch lübischen Norm markiert mittelhochdeutschen mittelniederdeutschen Sprache Monophthongierung Mundart Nabrings nebeneinander Niederdeutsch als eigene niederdeutsche Sprache niederdeutschen Raum niederdeutschen Schriftsprache norddeutsche nordniedersächsische Obrigkeiten ostfälischen Ostseestädte pessert Peters ebd Polenz ebd Prozess prûeder Ratskanzlei Reformation Regula Benedicti samnûng sassesches Schreiber Schreiblandschaft Schreibsprache Schreibusus Schriftverkehr Sodmann sowie sowohl Sprach(en)entwicklung sprach(en)politischen Maßnahmen gesprochen Sprachareal Sprachausgleich Sprache betrachtet Sprachenverhältnisse Sprachenwechsel Sprachgeschichte sprachliche Entwicklung Sprachpolitik Sprachwandel Sprachzwang Stadtmundart Südbair tüsschen twisschen Übergang Übergangsbereich überregionalen Umlaut unrûerg Untergang des Niederdeutschen Untersuchung Varianten Varietäten Veränderungen Verkehrssprache Verschlusslautes verwendet Vokal westfälischen westlichen Umgebung zielgerichtete Eingriffe zunächst Zusammenhang

Popular passages

Page 10 - Sprach (en)politik definiert werden als „prozeßorientierte, planbare und zielgerichtete Folge von Eingriffen in Sprachenverhältnisse durch die Staatsmacht oder organisierte gesellschaftliche Machtgruppen", wobei unter den (zu bewahrenden bzw. zu verändernden) „Sprachenverhältnissen" zu verstehen sind: „die Verteilung der sozialen Funktionen zwischen Sprachen bzw.
Page 19 - Bereich fand erheblich später statt als in den anderen Institutionen des öffentlichen Lebens, und zwar erst dann, als wirklich breite Schichten der Bevölkerung das Hd. zumindest passiv beherrschten.
Page 13 - Kirchenordnung wegen des Widerstandes in den Gemeinden auf Niederdeutsch umgeschrieben, 1584 ein hochdeutsches Gesangbuch in Bremen durch ein niederdeutsches ersetzt werden.
Page 20 - Bischöfen)" ausgeübt wurde, sondern auch von untergeordneten Institutionen und Gruppen, also auch Grundherren, Gerichten, Stadträten, Zünften, Kanzleien, Handelshäusern, Orden, Predigern, Gelehrten, Schulen, Schreib- und Druckwerkstätten (ebd., 254).
Page 4 - Gegebenheiten [...] in ein Verhältnis zu dem komplexen Sozialsystem zu setzen und auf dieses jeweils konkret abzubilden
Page 13 - Von 1535 bis ins 19. Jh. (Mecklenburg) sind Beschwerden von Gemeinden bezeugt, daß Kirchenbesucher das Hochdeutsch des Pfarrers nicht verstehen können und die Bibeltexte nur sinnlos nachgeplappert würden. 1534 wird der protestantische Geistlich Fabricius in Münster von der Bevölkerung abgelehnt, weil er nicht Westfälisch spreche.
Page 18 - Rückfall hinter das am Ende des 15. Jh. erreichte kulturelle Niveau der niederdeutschen Schriftsprache.
Page 12 - Einzelsprache zu einer anderen, in dessen Verlauf in der Regel beide beteiligten Sprachen Veränderungen erfahren.
Page 4 - Definition noch entscheidend, indem sie die Ursache „für die Existenz von sprachlichen Varietäten, von verschiedenen , Sprachen...
Page 11 - Ansicht, dass der vor allem in der 2. Hälfte des 16. Jh. vollzogene Sprachenwechsel von niederdeutscher zu hochdeutscher Schriftsprache in Norddeutschland im Übergangsbereich von Sprachenpolitik zu Sprachpolitik anzusiedeln ist. Von Polenz' Theorie wirft somit zwei Aspekte auf, die folglich Gegenstand meiner weiteren Untersuchung sein müssen.

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