Vater-Tochter-Beziehung in G.E. Lessings Werken "Emilia Galotti" und "Nathan der Weise"

Front Cover
GRIN Verlag, 2007 - 28 pages
0 Reviews
Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,3, Christian-Albrechts-Universitat Kiel (Institut fur Neuere deutsche Literatur und Medien), Veranstaltung: Literatur und Religion im 18. Jahrhundert, 19 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Gegenstand meiner Arbeit soll die Vater- Tochter Beziehung in den Werken des 18. Jahrhunderts Emilia Galotti" und Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing sein. Jenes Thema geht einher mit einer Betrachtung des Patriarchalismus der vergangenen Epoche der Aufklarung. Um den Rahmen meiner Arbeit nicht auszureizen, habe ich Schwerpunkte zu setzen sowie untereinander eine Verbindung herzustellen, versucht. Meine Arbeit lasst sich grob in zwei Teile untergliedern. Wahrend ich mich zu Anfang zwar einem auf Lessing zugeschrieben, aber eher generellen Teil widme, nehme ich im zweiten direkten Bezug auf die oben und im Titel genannten Werke. Im Verlauf meiner Arbeit werde ich daher zunachst auf den Patriarchalismus im Drama" eingehen, indem ich den Begriff vorerst auf seine primare Bedeutung zuruckfuhre, dann aber besonderen Wert auf die Herausstellung des sich wandelnden patriarchalen Familiengefuges lege. Im weiteren Hergang meiner Arbeit nehme ich Bezug auf den Zusammenhang von Lessingscher Dramentheorie und dem Motiv der Familie. Wahrend ich mit einer allgemeinen, aber auf Lessing zugespitzten Definition des burgerlichen Trauerspiels beginne, ist es unterdessen mein Ziel unter Beachtung der von Lessing zum burgerlichen Trauerspiel gemachten Ausserungen die immer wieder auftretende Vater-Tochter- Konstellation zu begrunden. Im folgenden, zweiten grossen Teil meiner Arbeit gehe ich zunachst auf das 1772 erstmals uraufgefuhrte Werk Emilia Galotti" ein und untersuche unter Voraussetzung der Textkenntnis die Beziehung zwischen Odoardo und Tochter Emilia. Da es Aufgabe war die Unterschiede der zwei, in beiden Werken auftretenden, Vaterfiguren hervorzuheben, bear"
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 11 - Weil das Stück Emilia heißt, ist es darum mein Vorsatz gewesen, Emilien zu dem hervorstechendsten, oder auch nur zu einem hervorstechenden Charakter zu machen? Ganz und gar nicht. Die Alten nannten ihre Stücke wohl nach Personen, die gar nicht aufs Theater kamen.
Page 13 - Ehedem wohl gab es einen Vater, der seine Tochter von der Schande zu retten, ihr den ersten den besten Stahl in das Herz senkte ihr zum zweiten das Leben gab. Aber alle solche Taten sind von ehedem ! Solcher Väter gibt es keinen mehr...
Page 13 - Das proton pseudos in diesem Stück sei, daß es nirgends ausgesprochen ist, daß das Mädchen den Prinzen liebe, sondern nur subintelligiert wird. Wenn jenes wäre, so wüßte man, warum der Vater das Mädchen umbringt. Die Liebe ist zwar angedeutet, erstlich in der Art, wie sie den Prinzen anhört, wie sie nachher ins Zimmer stürzt denn wenn sie ihn nicht liebte, so hätte sie ihn ablaufen lassen; zuletzt sogar...
Page 5 - Welch ein weisheitsvoller Contrast ist nicht die Verschiedenheit des Charakters von beiden Geschlechtern; und mit wie vielen Vortheilen und Annehmlichkeiten des Lebens ist nicht diese Verschiedenheit verbunden! Der Muth und die Tapferkeit des männlichen Geschlechts, und die Leutseligkeit und Schüchternheit des weiblichen; der große Verstand der Männer zu Erfindungen und mühsamen Unternehmungen in öffentlichen Geschäften, und der feine Verstand des schönen Geschlechts zu dem, was Ordnung,...
Page 16 - Und ob mich siebenfache Liebe schon Bald an dies einzige fremde Mädchen band; Ob der Gedanke mich schon tötet, dass Ich meine sieben Söhn...
Page 14 - Daraufhin durchsticht Odoardo, als ein zweiter Virginius, seine Tochter, faßt sie in seine Arme, und Emilia küßt ihm die Hand, „diese väterliche Hand." Die Gestik der Situation zeigt unmißverständlich an, daß die Tötung der Tochter durch den Vater nicht nur im Einverständnis beider erfolgt, sondern auch als ein Akt familialer Liebe und Sittlichkeit verstanden werden soll. Es ist das Verdienst Peter Horst Neumanns daraufhingewiesen zu haben, daß hier ein „Archaismus des römischen Rechts...
Page 16 - Nur muß der erste beste mir sie nicht Entreißen wollen! (...) Wer Auf sie nicht größre Rechte hat, als ich; Muß frühere zum mindsten haben (...) Die ihm Natur und Blut erteilen.
Page 8 - [...] nur das Unglück derjenigen, deren Umstände den unsrigen am nächsten kommen, [...] natürlicherweise am tiefsten in unsere Seelen dringen [...].36 S0rensen, Bengt Algot, Herrschaft und Zärtlichkeit, S. 14. Vgl. zum Bedeutungsunterschied von „privat" und „öffentlich": Adelung, J.
Page 6 - ... archaischer Fremdheit herein. Schon Lessings Zeitgenossen ist dieser befremdliche Zug nicht entgangen*'. Denn nicht nur ein sagenhafter Römer- Vater wird hier aufs bürgerliche Theater zitiert, auch ein Archaismus des römischen Rechts wird beschworen: die tödliche Komponente der potestas patria, das Recht des Vaters, über Tod und Leben seines Kindes zu verfügen (ius vitae ac necis). Davon ist, sehe ich recht, in der umfangreichen Literatur über „Emilia Galotti
Page 5 - Bekanntlich leitet sich das Wort .Autorität' von ,auctor', dem Schöpfer, Urheber, Begründer, auch Vorbild...

Bibliographic information