Vaterländisches Ehrenbuch: poetischer Theil. Geschichtliche Denkwürdigkeiten aus allen Ländern und Ständen der österreichisch-ungarischen Monarchie in Gedichten

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H. Dieter, 1879 - Austria - 1052 pages
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Page 127 - Krönungsmahle. Die Speisen trug der Pfalzgraf des Rheins, Es schenkte der Böhme des perlenden Weins, Und alle die Wähler, die sieben, Wie der Sterne Chor um die Sonne sich stellt, Umstanden geschäftig den Herrscher der Welt, Die Würde des Amtes zu üben.
Page 128 - Herren Pflicht, Er gehorcht der gebietenden Stunde, Wie in den Lüften der Sturmwind saust, Man weiß nicht, von wannen er kommt und braust, Wie der Quell aus verborgenen Tiefen, So des Sängers Lied aus dem Innern schallt Und wecket der dunkeln Gefühle Gewalt, Die im Herzen wunderbar schliefen...
Page 130 - Denn ich hab es dem ja gegeben, Von dem ich Ehre und irdisches Gut Zu Lehen trage und Leib und Blut Und Seele und Atem und Leben.
Page 376 - Laßt hier mich ruhn, bis Glockenton mich weckt, Der zum Gebet euch in die Kirche schreckt! Bereitet mir, was euer Haus vermag, Ein Ordenskleid und einen Sarkophag! Gönnt mir die kleine Zelle, weiht mich ein. Mehr als die Hälfte dieser Welt war mein. Das Haupt, das nun der Schere sich bequemt, Mit mancher Krone ward's bediademt. Die Schulter, die der Kutte nun sich bückt. Hat kaiserlicher Hermelin geschmückt. Nun bin ich vor dem Tod den Toten gleich, Und fall in Trümmer wie das alte Reich.
Page 128 - Süßer Wohllaut schläft in der Saiten Gold, Der Sänger singt von der Minne Sold. Er preiset das Höchste, das Beste, Was das Herz sich wünscht, was der Sinn begehrt; Doch sage, was ist des Kaisers wert An seinem herrlichsten Feste?
Page 130 - Kronen Euch bringen in Euer Haus Und glänzen die spätsten Geschlechter!'« Und mit sinnendem Haupt saß der Kaiser da, Als dächt er vergangener Zeiten, Jetzt, da er dem Sänger ins Auge sah, Da ergreift ihn der Worte Bedeuten. Die Züge des Priesters erkennt er schnell Und verbirgt der Tränen stürzenden Quell In des Mantels purpurnen Falten.
Page 129 - Da setzt ihn der Graf auf sein ritterlich Pferd Und reicht ihm die prächtigen Zäume, Daß er labe den Kranken, der sein begehrt, Und die heilige Pflicht nicht versäume. Und er selber auf seines Knappen...
Page 812 - Aus Torheit und aus Eitelkeit Sind wir in uns zerfallen; In denen, die du führst zum Streit, Lebt noch ein Geist in allen.
Page 8 - Da wird am Birnbaum hangen ein blanker Wappenschild. Nun sag ich euch das Zeichen: ihr wißt den Birnbaum dort, Er trauert nun entehret, verstümmelt und verdorrt; Schon dreimal abgehauen, schlug dreimal auch zuvor Er schon aus seiner Wurzel zum stolzen Baum empor.
Page 128 - Und der Kaiser ergreift den goldnen Pokal Und spricht mit zufriedenen Blicken: .Wohl glänzet das Fest, wohl pranget das Mahl, Mein königlich Herz zu entzücken; Doch den Sänger vermiss' ich, den Bringer der Lust, Der mit süßem Klang mir bewege die Brust Und mit göttlich erhabenen Lehren, So hab' ich's gehalten von Jugend an, Und was ich als Ritter gepflegt und getan, Nicht will ich's als Kaiser entbehren,

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