Vertrag von Lissabon – Ein Europa der Bürger

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GRIN Verlag, Nov 11, 2010 - Law - 16 pages
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Wissenschaftlicher Aufsatz aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht, , Sprache: Deutsch, Abstract: !Der Staat ist ein Rechtskonstrukt nicht Mythos; an der Gestaltung nehmen die Staatsangehörigen durch die in Bund, Ländern und Gemeinden gewählten Repräsentanten teil (Erich Röper. Um einem Europa der Bürger näher zu kommen, bedarf es, woran zu arbeiten lange versäumt wurde: der Ausbildung einer europäischen Identität, aus welcher allein die Bereitschaft zur Einordnung in einen Staatenverbund erwachsen kann (Hans Hugo Klein).“ Das Grundgesetz ermächtigt mit Art. 23 GG zur Beteiligung und Entwicklung einer als Staatenverbund konzipierten Europäischen Union. Der Begriff des Verbunds erfasst eine enge, auf Dauer angelegte Verbindung souverän bleibender Staaten, die auf vertraglicher Grundlage öffentliche Gewalt ausübt, deren Grundordnung jedoch allein der Verfügung der Mitgliedstaaten unterliegt und in der die Völker - das heißt die staatsangehörigen Bürger-der Mitgliedstaaten die Subjekte demokratischer Legitimation bleiben. Der Prüfungsmaßstab für das Zustimmungsgesetz zum Vertrag von Lissabon bestimmt sich durch das Wahlrecht als grundrechtsgleiches Recht (Art. 38 Abs. 1 S. 1 i.V. mit Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a GG). Das Wahlrecht begründet einen Anspruch auf demokratische Selbstbestimmung, auf freie und gleiche Teilhabe an der in Deutschland ausgeübten Staatsgewalt sowie auf die Einhaltung des Demokratiegebots einschließlich der Achtung der verfassungsgebenden Gewalt des Volkes. Die Prüfung einer Verletzung des Wahlrechts umfasst in der hier gegebenen prozessualen Konstellation auch Eingriffe in die Grundsätze, die Art. 79 Abs. 3 GG als Identität der Verfassung festschreibt. Art. 38 Abs. 1 GG gewährleistet jedem wahlberechtigten Deutschen das Recht, die Abgeordneten des Deutschen Bundestags zu wählen. Mit der allgemeinen, freien und gleichen Wahl der Abgeordneten des Deutschen Bundestags betätigt das Bundesvolk seinen politischen Willen unmittelbar. Es regiert sich regelmäßig mittels einer Mehrheit (Art. 42 Abs. 2 GG) in der so zu Stande gekommenen repräsentativen Versammlung. Aus ihr heraus wird der Kanzler- und damit die Bundesregierung - bestimmt; dort hat er sich zu verantworten. Die Wahl der Abgeordneten ist auf der Bundesebene des vom Grundgesetz verfassten Staates die Quelle der Staatsgewalt - diese geht mit der periodisch wiederholten Wahl immer wieder neu vom Volke aus (Art. 20 Abs. 2 GG). Das Wahlrecht ist der wichtigste vom Grundgesetz gewährleistete subjektive Anspruch der Bürger auf demokratische Teilhabe (Art. 20 Abs. 1 und Abs. 2 GG).
 

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Abgeordneten des Deutschen Absatz 2 Unterabsatz AEUV Änderung Artikel Auslegung begrenzten Einzelermächtigung Bundesrat Bundesregierung Bundesstaat Bundesverfassungsgerichts Bürger BVerfGE 112 BVerfGE 89 Demokratiedefizite Demokratieprinzip demokratischen Selbstbestimmung deutsche Vertreter Deutschen Bundestags Deutschland DÖV Effet utile EG-Vertrag Ermächtigung EuGH europäische Integration Europäischen Union europarechtliche EUV-Lissabon Ewigkeitsgarantie freie und gleiche Freiheit Gemeinschaft Gemeinschaftsrecht Gesetz Gesetzgeber Gestaltung gleiche Teilhabe gleichen Wahl gleichheitsgerechten Grenzüberschreitungen Grundgesetz ermächtigt Grundgesetz verfasste Grundordnung Grundrechte Identität innerstaatlich insbesondere Integrationsprogramm Integrationsverantwortung internationale Organisation IntVG Kompetenzen Mehrheitswillen nationale Nationalstaat Nationen objektiven Werteordnung öffentliche Gewalt Organe Parlament parlamentarisch Präambel Primärrecht Prinzip der begrenzten Rashomon Recht auf gleiche Rechtsordnung souveräne Staatlichkeit Souveränität Staaten Staatenverbund Staatsgewalt Staatsorgane Stande gekommenen Streinz Subsidiarität supranationalen überstaatliche Übertragung von Hoheitsrechten Unionsgewalt Unionsrechts Urteil VAEU vereinten Europa Vereinten Nationen Verfassung Verfassungsbeschwerde verfassungsgebende Gewalt Verfassungsidentität Verfassungsorgan verfassungsrechtlichen Verfassungsstaat verletzt Vertrag von Lissabon vertraglichen Grundlagen Vertragsrecht Vertreter im Rat völkerrechtlichen Wahl der Abgeordneten Wahlrecht Willensbildung Wirksamkeit Zustimmungsgesetz zwischenstaatlichen

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Zum Andenken an meinen Vater, der leider im Juli 2015 verstorben ist, wird sein Profil aufrecht erhalten und weiter geführt. Wir freuen uns, wenn Sie von seinen Büchern Gebrauch machen. Silke Schwab

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