Vom Hoffen, Wünschen und Erwarten: Erzählungen

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Books on Demand, 2008 - 96 pages
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Gestern habe ich meine Frau verlassen, um mich umzubringen. Ich habe meine Sachen gepackt und bin losgefahren. Sie hat mein Verhalten nicht verstanden. Ich habe es ihr auch nicht erklärt. Bin einfach abgehauen. Und das nach neun Jahren glücklicher und zufriedener Ehe. Habe ihr nur gesagt, dass ich gehen müsse. Anfangs dachte sie, ich mache einen Witz. Doch als sie begriff, dass ich den Satz ernst meinte, flehte sie mich mit weinerlicher Stimme an doch zu bleiben. Wir sollten über alles reden, es nicht einfach so wegwerfen. Und als ich auch darauf nicht reagierte, wurde sie schließlich ausfallend. Schön, solle ich doch verschwinden, abhauen und bloß nicht wiederkommen. Am besten wäre es, wenn ich mich gleich umbringen würde. Und genau das hatte ich vor, auch wenn ich ihr davon nichts erzählte. Bin in den Wagen gestiegen, die Auffahrt heruntergefahren und in Richtung Hauptbahnhof eingelenkt. Dort habe ich dann das Auto abgestellt und bin per Zug weiter. Tja, wusste anfangs gar nicht wohin ich sollte. Welche Stadt eignete sich denn am Besten für einen Selbstmord? Ich kam zu keinem Ergebnis und meine Mitmenschen konnte ich ja wohl kaum nach ihrer Meinung fragen.

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