Von geheimen Politikmachern und wissenschaftlichen Hoflieferanten: Wissenschaftliches Wissen in der Politikberichterstattung

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Springer-Verlag, May 27, 2010 - Language Arts & Disciplines - 204 pages
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Die vorgestellte Untersuchung hat ihren Ursprung in der politikwissenschaft- chen Frage nach einer möglichen Verschiebung von input- zu outp- orientierten Legitimationskriterien. Während bis vor einiger Zeit politische - gitimation vor allem über die Partizipationsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger hergestellt werden konnte (input) und auch daran gemessen wurde, sind in neuerer Zeit auch Kriterien der effizienten Problemlösung maßgebend (o- put; vgl. (Hurrelmann/Krell-Laluhovà/Schneider 2005, Scharpf 1999). Als eine Möglichkeit zur Messung von output-orientierter Legitimation wurde wissenschaftliches Wissen definiert im Sinne von systematisch und - jektiv erhobener Information zur Effizienz und Wirksamkeit politischer M- nahmen. Die Tatsache, dass politische Legitimation in modernen Demokratien jedoch nur über Öffentlichkeit herstellbar ist (vgl. Oberreuter 1997: 12), führte zu einer Fokussierung auf die öffentliche Kommunikation solchen wissenscha- lichen Wissens. Denn demokratische Politik muss einerseits begründet werden und benötigt andererseits Zustimmung (vgl. Sarcinelli 2003: 39). Dadurch wird sie von den Massenmedien abhängig, weil die Adressaten der Begründung und die Zustimmungsberechtigten - das Volk - praktisch nur vermittelt durch die Medien Politik erfahren können (vgl. Schönbach 1977: 160, Patterson 2003: 19, Blum 2005: 115). Mit der Definition von wissenschaftlichem Wissen als einer messbaren Form von output-orientierter Legitimation und der Fokussierung auf die öffentliche Kommunikation solchen Wissens rücken somit die Fragen in den Vordergrund, wie denn überhaupt wissenschaftliches Wissen in der Politik- richterstattung dargestellt, zu welchem Zweck es von den Journalisten verw- det wird und inwiefern es zur Legitimation oder Delegitimation politischer Akteure beiträgt.
 

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Contents

Wissenschaft im Schnittbereich von Politik und Medien
13
Wissenschaft Medien Politik Kreismodell
17
Wissenschaftliches Wissen als Mittel politischer Legitimation
25
Öffentliche Kommunikation wissenschaftlichen Wissens
37
Thematisierung von Wissenschaft in den Medien
38
Selektionskriterien für sozialwissenschaftliches Wissen
50
Öffentliche Kommunikation als Voraussetzung politischer
71
Positionen des Politik und des Mediensystems
72
Platzierung der Artikel nach Zeitung
121
Deklaration des wissenschaftlichen Wissens
123
Wissenschaftliches Wissen nach Politikbereich
124
Wissenschaftliches Wissen nach Zeitung
125
Wissenschaftliches Wissen im Zeitverlauf
126
Wissenschaftliches Wissen nach Politikbereich im
127
Wissenschaftliches Wissen nach Fall im Zeitverlauf
128
Berichterstattungsanlass
129

Macht und Legitimation im Politik und im Mediensystem
79
Einfluss der Massenmedien auf den politischen Prozess
81
Synthese und Hypothesen
87
Wissenschaft Politik Medien Theoriemodell
89
Hypothesen
92
Methoden
95
Information on public performance
96
Fälle nach Konfliktivität und Medienresonanz
98
Übersicht über das Sample der quantitativen Inhaltsanalyse
106
Anzahl qualitativ codierter Artikel nach Fall
109
Befunde der Resonanzanalyse
111
Resonanz Tempo 30
112
Resonanz SVG
113
Resonanz Migration
114
Resonanz Zulassungsstopp
116
Resonanz Betäubungsmittelgesetz
117
Befunde der quantitativen Inhaltsanalyse
119
Phasen des politischen Prozesses
131
Vergleich der Akteursbereiche
132
Akteursbereich Wissenschaft im Zeitverlauf
133
Vergleich der Wirkungszusammenhänge
134
Aktualität der Berichterstattung
136
Meinung des Journalisten nach Artikeltyp
137
Konstellationen der Meinungsäusserung von Journalisten
138
Zusammenfassung der Objektivitätskriterien
139
Objektivität nach Zeitung
141
Befunde der qualitativen Inhaltsanalyse
143
Konfliktlinien der untersuchten Fälle
148
Befunde der Leitfadeninterviews
159
Zusammenfassung
173
Fazit und Diskussion
179
Anhang
199
Copyright

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Abbildung Abstimmungen Agenda-Setting allerdings Analyse Anteil an Artikeln Artikel mit wissenschaftlichem Artikeltyp Aspekte Asylgesetzes Ausländergesetz Aussagen beiden Bericht Berichterstattung Betäubungsmittelgesetzes bezüglich Blick bspw Bundesrat Bürgerinnen und Bürger Cannabis Christoph Blocher codiert definiert deklarierten delegitimierenden Demokratie direkt direkten Demokratie diverse Entlastungsprogramm Entscheide entsprechend Ereignis erst Evaluation Experten Faktoren Fall Frames Framing generiert Gesellschaft häufiger hoch hohe Hypothesen Information insbesondere Jahre Journalismus Journalisten Kapitel Konflikt konfliktiven Konfliktivität konnte Kontrahenten Kriterien Legitimation lich Massenmedien Maßnahmen medialen Medien Mediensystem Meinung des Journalisten Migration möglich Nachrichtenfaktoren Nachrichtenwert Nationalrat Nennung objektiv output-orientierter Legitimation Parlament Perspektive Peters Politikbereich Politikberichterstattung politische System politischen Prozess Positionen Printmedien Prozent Publizistikwissenschaft Qualität qualitativen Inhaltsanalyse Relevanz Resonanz Resonanzanalyse Revision schaftlichem Wissen Scharpf Schweiz Selektion senschaftliches signifikant sollen somit Sozialwissenschaften Ständerat stark Systeme Tabelle Tages-Anzeiger Tempo 30 Tempo 30-Zonen Thema Themen tung Unterschiede Untersuchung Variablen Verkehrsfällen verschiedenen Volksinitiative vorliegenden Weiß/Singer Wessler wichtiger wissenschaftliches Wissen Wissenschaftsjournalismus Zeitungen zitiert Zulassungsstopp

About the author (2010)

Mirella Schütz-Ierace ist Wissenschaftliche Assistentin am IPMZ – Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich.

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