Walther von der Vogelweide - Seine Biographie als Ergebnis seiner Lyrik?

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GRIN Verlag, 2007 - 56 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Altere Deutsche Literatur, Mediavistik, Note: 1,7, Ruhr-Universitat Bochum (Germanistisches Institut), Veranstaltung: Walthers Lyrik - nur Spruche , 23 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Anmerkungen: Diese Arbeit entstand im Rahmen der Magisterprufung als "Hausarbeit unter Prufungsbedingungen" und wurde mit der Note 1,7 bewertet., Abstract: Politik und Moral - nur Spruche" lautet der Titel des Hauptseminars, aus dem als ein Ergebnis diese Arbeit resultiert. Doch stellt sich auch nach dem Seminar die Frage, was der Titel eigentlich genau bedeutet. Hiermit ist sicherlich gemeint, dass es vor allem in der alteren Forschung immer wieder Ansatze gab, die versuchten, biographische Ruckschlusse aus dem Werk Walthers zu ziehen. Diesen tritt der Seminartitel in seiner These offen gegenuber, um seine Lyrik auf das zu reduzieren, was wir mir Sicherheit uber sie sagen konnen. Das bedeutet, dass wir uns von der Vorstellung verabschieden mussen, dass wir durch Walthers Werk selbst, aber auch durch die Erforschung der historischen, politischen und sozialen Welt des Mittelalters etwas in Erfahrung bringen konnen, was direkte Bezuge zum Oeuvre Walthers hat. Ferner sind Positionen konsequent abzulehnen, die auf die charakterlichen Merkmale oder auf die Personlichkeit abzielen, wie Spekulationen, die sich mit der beruflichen Tatigkeit Walthers beschaftigen. Nach reiflicher Uberlegung habe ich mich dazu entschlossen, Arbeiten diesen Inhalts doch kurz zu thematisieren, gehoren Sie doch ebenfalls, obwohl sie ins Reich der Forschungslegenden zu weisen sind, zu der Forschung, die sich mit der Biographie Walthers beschaftigt.
 

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Page 16 - Der Sinn einer Aussage wäre nicht definiert durch den Schatz der in ihr enthaltenen Intentionen, durch die sie zugleich enthüllt und zurückgehalten wird, sondern durch die Differenz, die sie an andere, wirkliche und mögliche, gleichzeitige oder in der Zeit entgegengesetzte Aussagen anfügt.
Page 6 - Text eingekapselten Elemente durch Relationierung zu einer Aspektmannigfaltigkeit ausgefächert haben. Die jeweilige Differenz signalisiert folglich die Anwesenheit zweier Welten, die insoweit gegenwärtig sind, als die Textwelt das von ihr Bezeichnete nicht meint und die in ihr gegenwärtige empirische Welt metaphorisiert.
Page 7 - Denken zu prämiieren, die den Einzelnen herauslösen aus der feudalen Reglementierung, aus den >natürlichen< Bindungen seines Milieus. Damit werden die Umstände von (biographischer) Zeit und (biographischem) Raum zur konstituierenden Voraussetzung für die soziale Existenz des Einzelnen, und der Mensch ist nicht mehr ausschließlich beschreibbar nach den überzeitlichen Typen, wie sie die Zeit der Kirche und der Lebensrhythmus der Agrargesellschaft nahelegen.
Page 7 - Kunst hat die mittelalterliche allerdings eine andere, eine qualitative Objektivität voraus. Sie erreicht eine Unmittelbarkeit objektiver Bedeutung, die seit der Renaissance der Kunst verschlossen blieb. Aber sie erreicht dafür noch keine konkrete Wirklichkeit der Welt und des Menschen in Raum und Zeit. Sie bleibt typisierend, sie gibt „Universalien" statt wirklicher Gegenstände, und gibt sie in willkürlich subjektiver Schematik.
Page 7 - Strukturen, charakteristische Lebensformen und deren Merkmale bewahren über lange Zeit Stabilität, und diese Bedingungen garantieren die problemlose Identifikation des Einzelnen über...
Page 5 - Nun ist gleichzeitig durch das Fiktionssignal auch die präsentierte Textwelt in Klammern gesetzt und damit bedeutet, sie nicht nur so zu sehen, als ob sie eine sei, sondern sie auch als eine Welt zu verstehen, die es empirisch so nicht gibt.
Page 8 - Eckpfeiler: ,Dort, wo ausdrücklich polemisiert wird, ist zu fragen, ob sich die Polemik gegen einen bestimmten Dichterrivalen, gegen irgendein anderes Individuum oder gegen einen Typ richtet, oder gar nur gegen einen als Gegensatz zur eigenen Aussage erfunden Popanz.
Page 4 - Tausende nachgesungen. Als bloße poetische Referate eigener Erlebnisse Walthers hätten sie nimmermehr die gewaltige Wirkung gethan, die sie factisch ausgeübt haben"?
Page 16 - Diskursanalyse, der er dem entgegenstellt, soll nicht in der metaphysischen Vertikale des Gegensatzes von Signifikant und doppelbödigem Signifikat, von „oberflächlicher", „scheinbarer...
Page 17 - Das Subjekt der Aussage ist aber nicht identisch mit ihrem Autor, es ist ein determinierter und leerer Platz, der[ ...] von verschiedenen Individuen ausgefüllt werden...

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