Wander-Vorträge aus Kunst und Geschichte, Volume 1

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Rieger, 1868 - Art - 340 pages
 

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Page 143 - Über den gutherzigen Einfall, den Deutschen ein Nationaltheater zu verschaffen, da wir Deutsche noch keine Nation sind! Ich rede nicht von der politischen Verfassung, sondern bloß von dem sittlichen Charakter. Fast sollte man sagen, dieser sei: keinen eigenen haben zu wollen.
Page 258 - Wir hatten gebauet ein stattliches Haus, und drin auf Gott vertrauet trotz Wetter, Sturm und Graus.
Page 103 - Alle Triften, alle Stätten Färbt mit ihren Knochen weiß. Welchen Rab und Fuchs verschmähten, Gebet ihn den Fischen preis; Dämmt den Rhein mit ihren Leichen; Laßt, gestäuft von ihrem Bein, Schäumend um die Pfalz ihn weichen. Und ihn dann die Grenze sein! Chor: Eine Lustjagd, wie wenn Schützen Auf die Spur dem Wolfe sitzen! Schlagt ihn tot! Das Weltgericht Fragt euch nach den Gründen nicht!
Page 157 - Formel hält uns nicht gebunden, Unsre Kunst heißt Poesie. Heilig achten wir die Geister, Aber Namen sind uns Dunst; Würdig ehren wir die Meister, Aber frei ist uns die Kunst!
Page 248 - Und ein Gott ist, ein heiliger Wille lebt, Wie auch der menschliche wanke, Hoch über der Zeit und dem Raume webt Lebendig der höchste Gedanke; Und ob alles in ewigem Wechsel kreist, Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.
Page 143 - Wir sind noch immer die geschwornen Nachahmer alles Ausländischen, besonders noch immer die untertänigen Bewunderer der nie genug bewunderten Franzosen; alles, was uns von jenseit dem Rheine kömmt, ist schön, reizend, allerliebst, göttlich; lieber verleugnen wir Gesicht und Gehör, als daß wir es anders finden sollten...
Page 192 - Ich glaubte die Musik müsse für die Poesie das sein, was die Lebhaftigkeit der Farben und eine glückliche Mischung von Schatten und Licht für eine fehlerfreie, wohlgeordnete Zeichnung sind, welche nur dazu dienen, die Figuren zu beleben, ohne die Umrisse zu zerstören...
Page 32 - An einem Vormittag stand ich als ein sehr junges Kind unter der Haustüre und sah links nach der Holzlege, als auf einmal das innere Gesicht „ich bin ein Ich" wie ein Blitzstrahl vom Himmel vor mich fuhr und seitdem leuchtend stehen blieb: da hatte mein Ich zum ersten Male sich selber gesehen und auf ewig.
Page 68 - Zungen. Nun ist der Vorzeit hohe Kraft zerronnen, Man wagt es, sie der Barbarei zu zeihen; Sie haben enge Weisheit sich ersonnen: Was Ohnmacht nicht begreift, sind Träumereien.
Page 283 - Sprache. Wer sich zu dichten erkühnt, und die Sprache verschmäht und den Rhythmus, Gliche dem Plastiker, der Bilder gehau'n in die Luft! Nicht der Gedanke genügt; die Gedanken gehören der Menschheit, Die sie zerstreut und benutzt; aber die Sprache dem Volk: Der wird währen am längsten von allen germanischen Dichtern , Der des germanischen Worts Weisen am besten verstand.

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