Warum brauchen selbst symbolische Sinnwelten Stützen? Und welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Therapie und »Nihilierung«?: Zu Berger/Luckmanns "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit"

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GRIN Verlag, Mar 21, 2011 - Social Science - 5 pages
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Essay aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Pädagogik - Pädagogische Soziologie, Note: 1,3, Leuphana Universität Lüneburg, Veranstaltung: "Ich weiß was, was du nicht weißt" - Sozialkonstruktivistische Perspektiven zu Wissen und Kommunikation, Sprache: Deutsch, Abstract: Erwachsene haben häufig Probleme Kindern die Welt zu erklären, besonders, wenn es um Sitten, Regeln und „vernünftige“ oder „anständige“ Verhaltensweisen geht. Vor allem, wenn sich die Kleinen nicht mehr mit den einfachsten Legitimationen zufrieden geben: Berger/Luckmann nennen hier zum Beispiel „So ist es eben“ und „Das macht man so“ . Abels nennt in seinem Werk „Wirklichkeit“ das Beispiel der Regel des „Nicht-in-die-Schüssel-fassen-Dürfens“ , das Eltern ihren Zöglingen erklären müssen. Wenn kein Lob für „richtiges“ Betragen und keine Drohung mit dem Zeigefinger mehr helfen, dann kann der Erwachsene sich noch auf die höchste Legitimationsebene, die der symbolischen Sinnwelten, zurückziehen. Die genannte Aussage „Das macht man so“ könnte dann durch die Formulierung „Weil wir in einer zivilisierten, westlichen Kultur leben“ ergänzt werden. Ganz schwierig wird es, wenn auch dieses Argument auf Widerrede stößt und die sichere symbolische Sinnwelt so angekratzt wird. Denn warum sollen Kinder zu Hause nicht in die Schüssel fassen, wohingegen sie im Lieblings-Fast-Food-Restaurant durchaus mit den Fingern essen und im Kino in den gemeinsamen Popcorn-Eimer greifen dürfen? Für solche Fälle, in denen „eine symbolische Sinnwelt zum Problem wird“ , gibt es so genannte Stützkonzeptionen, die helfen, damit die „schützenden Dächer über der institutionalen Ordnung und über dem Einzelleben“ nicht in sich zusammenfallen.
 

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