Welche Wege führen nach Rom? Geschichtliche Beleuchtung der römischen illusionen über die Erfolge der Propaganda

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1809
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It was published in 1869. not 1809.

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Page 144 - Ob ich glaube, fragst Du, dass die Künste in Deutschland eine Folge des Katholicismus seien? Allerdings glaube ich das. Wenigstens sind sie mit dem Katholicismus versunken, so wie sie mit diesem geblüht haben. Alles ist schlechter seitdem, ja Deutschland selber ist darunter zu Grunde gegangen und keine Kraft und kein Wille mehr darin, als etwa noch in dem unglücklichen, unterdrückten und betrogenen Rest, wo auch noch ein kleiner Schimmer jenes alten Glaubens noch sparsam glimmt.
Page 143 - Ob ich glaube, fragst Du, dass die ewige Jugend im katholischen Glauben stäcke? Freilich glaube ich das, und darum wäre es eben so erwünscht, dass Du katholisch wärest, damit Du bis in Dein neunzigstes Jahr so lustig und liebenswürdig bliebest, wie Du jetzt bist. Aber in allem Ernst, es ist merkwürdig genug, wie die katholischen Dichter so bis in das späteste Alter in voller Jugendkraft blühten. Calderon ist über 80 Jahre alt geworden, und seine letzten Sachen sind von seinen Jugendsachen...
Page 144 - In Ihre dogmatischen Streitigkeiten mit meiner Frau mische ich mich nicht. Sie sehen selbst, was Sie sich für eine Predigt zugezogen haben! Um aber doch zu beweisen, wie ansteckend das Streiten und Predigen ist, will ich wenigstens noch eins hinzufügen aus dem Meinigen.
Page 168 - Wir haben aus unserer Geschichte gelernt, daß die Reformation geradezu die Kunst gerettet hat, und nur dadurch gerettet hat, daß sie sie aus den katholischen Landen entfemte. Durch zwei Iahrhunderte vor der Reformation lag schon die Kunst bei uns in der größten Barbarei, und gerade der protestantische Hans Sachs riß die Meistersängerei aus dem nie zu ergründenden Schlamme heraus, in den sie der katholische Scholastieismus gestürzt hatte ; gerade die protestantischen Maler gaben unserer plastischen...
Page 447 - Pastores unsere Päpste werden; - daß diese uns vorschreiben können, wo wir aufhören sollen, in der Schrift zu forschen; - daß diese unserm Forschen, der Mitteilung unsers Erforschten, Schranken setzen dürfen: so bin ich der erste, der die Päpstchen wieder mit dem Papste vertauscht.
Page 318 - Ich hasse zwar allen Gewissenszwang und lasse einen jeden bei seiner Überzeugung; das aber werde ich nie leiden. daß man in Meinem Lande die Religion Jesu untergrabe, dem Volke die Bibel verächtlich mache und das Panier des Unglaubens, des Deismus und Naturalismus öffentlich aufpflanze.
Page 94 - Geschichtliches über die Askesis der alten heidnischen und der alten jüdischen Welt als Einleitung einer Geschichte der Askesis des christlichen Mönchthums
Page 213 - Alles ist verloren, wenn nicht Religion — pas seulement comme foi, mais comme loi — wiederhergestellt wird. Ich gehe noch weiter: Nie wird Religion wieder als Glaube hergestellt werden, wenn sie nicht zuvor als Gesetz wiederhergestellt wird.
Page 142 - Gründen bin ich nicht gewachsen. Ich habe überhaupt keine Gründe für meine Meinung; ich bekenne mich überwunden und geschlagen wie die Russen bei Austerlitz. Eine Stelle in Deinem Brief hierüber hat mich aber lange beschäftigt. Es waren die unterstrichenen Worte : D ass ich mich von der modernen katholischen W uth hinreissen Hesse..
Page 142 - Ich gestehe Dir, mir kommt das Ganze sehr flach, ja gemein, Goethes Stil unerhört steif und pretiös und die Antipathie gegen das Christentum sehr affektiert und lieblos vor, und wahrhaftig, wenn man alt ist, so ist man noch lange nicht antik.

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