"Wie man ein Kind lieben soll": Erste Annäherung an Janusz Korczak

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GRIN Verlag, May 28, 2003 - Education - 21 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Pädagogik - Sonstiges, Note: ausgezeichnet (A), Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Institut für Pädagogik I, Lehrstuhl I), Veranstaltung: Seminar: Das Jahrhundert des Kindes - Rückblick und Ausblick, Sprache: Deutsch, Abstract: Eine Erfahrung ist erst dann eine Erfahrung, wenn man das mit ihr verbundene Erlebnis reflektiert. Diese Reflexion schließt die Erkenntnis über das Warum der Erfahrung, also ihr Zustandekommen, und die sie bedingenden Faktoren sowie ihre begleitenden Fehler mit ein. Insofern ist Janusz Korczaks pädagogisches Hauptwerk „Wie ein Kind lieben“ („Jak kochac dziecko“ 1 ) ein Sammelwerk solcher Erfahrungen mit Kindern und Säuglingen (oder, im Sinne Korczaks: mit Menschen, mit Individuen), die er als Arzt und Erzieher machte und die er literarisch-rhetorisch verarbeitete, d.h. poetisierte. Und dies alles mit dem mehr oder weniger ausdrücklichen Ziel, durch radikal-apodiktische Standpunkte und eindeutige Forderungen eine Suggestionskraft zu entfalten, der sich der Leser nur schwer zu entziehen vermag. Deshalb sind wir einmal mehr angehalten, Korczak einer möglichst kritischen und objektiven Betrachtung zu unterwerfen und nicht jenem simplen Enthusiasmus anheimzufallen, mit dem man Korczak in der Literatur teilweise tendenziell begegnet. Die vorliegende Arbeit, die sich hauptsächlich auf das oben genannte Buch stützt, wird sich zunächst mit der berühmten „Magna Charta Libertatis“ auseinandersetzen, sie im Kontext des vollständigen Buches interpretieren und versuchen aufzuzeigen, welche Konsequenzen sich aus ihr für das pädagogische Handeln ergibt. Anhand einer Episode aus den „Sommerkolonien“ wird anschließend konkret illustriert, inwiefern Korczak erfahrene Erziehungspraxis poetisierte, sie als Gegenstand eigener Reflexion benutzte und in eine Botschaft an den Leser verhüllte. Abschließend will ich die im Seminar gestellte Frage nach dem „Mythos Kind“ in Bezug auf Korczak neu aufwerfen. Das persönliche Ziel dieser Hausarbeit ist nicht, Korczaks Pädagogik vollständig zu verstehen, sie gleichsam wie ein zusammengesetztes Puzzle vor dem geistigen Auge präsentiert zu bekommen. Nein, Ziel ist es, am Ende zu resümieren, dass in einer unbestimmten Zukunft das Verständnis Korczaks als historische Person und deren Pädagogik ergreifbar scheint. Hier soll eine Brücke zu einem Ufer geschlagen werden, dem ein Land angehörig ist, dessen Erkundung erst dann angefangen haben wird.
 

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