Zeitarrangement(s) und Wirkpotenz, untersucht am Roman "Vater Goriot" von Honoré de Balzac

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GRIN Verlag, 2007 - 56 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Franzosisch - Literatur, Werke, Note: 1,3, Universitat Leipzig (Institut fur Romanistik), Veranstaltung: Der franzosische Roman zwischen Romantik und Realismus. Erzahlstragien im Vergleich., Sprache: Deutsch, Abstract: Eine Geschichte kann man ohne weiteres erzahlen, ohne genau anzugeben, an welchem Ort sie spielt oder ob dieser Ort mehr oder weniger weit von dem Ort entfernt ist, wo man sie erzahlt; wahrend es so gut wie unmoglich ist, sie nicht zeitlich in Bezug zu dem narrativen Akt zu situieren, da man sie notwendigerweise in einer Zeitform der Gegenwart, der Vergangenheit oder der Zukunft erzahlen muss."1 Doch nicht nur diese Zeit der Narration spielt eine wichtige Rolle, sondern auch die gesamte zeitliche Organisation. Sie gilt als ein wesentlicher Teil der Textstruktur. Gerard Genette hat 1972 in seinem Buch Die Erzahlung" ein Analyseinstrumentarium entwickelt, das geeignet ist, die ausserst komplexen Strukturen der Zeitkonstitution zu erfassen."2 Robert Petsch (1934) erkannte die Zeitstruktur als eine unerlassliche Dimension im Text. Bahnbrechend waren die Feststellungen, dass bestimmte Formen der Zeitbehandlung ein Organisationsprinzip par excellence narrativer Texte seien und dass sie nicht nur eine handlungsbezogene Funktion hatten, sondern zugleich eine Bedeutung in Bezug auf den Leser. Die Zeitbehandlung wird also als Wirkinstrument entdeckt. Die temporale Struktur ist zum Beispiel Trager einer Botschaft," aber auch eine wichtige strukturierende Instanz und ein verbindendes Element zwischen Erzahler und Leser. In meiner Hausarbeit mochte ich mich mit dem Thema Zeitarrangement und Wirkpotenz" am Beispiel von Honore de Balzacs Roman Vater Goriot" beschaftigen. In meiner Analyse werde ich mich vor allem auf das Werk von Genette beziehen, in welchem er zwischen den Organisationsprinzipien ordre', duree' und frequence'3 unterscheidet - mit der Absicht, die Rezeption des Lesers starker zu lenken. Honore

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