Zeitmessung der deutschen Sprache

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F. Nicolovius, 1802 - Foreign Language Study - 262 pages
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Popular passages

Page 222 - Nicht herrscht durch fremder Formeln Düster hinfort Gerichtsherr oder Priester; das Volksgesetz wägt grad und gleich Gerechtigkeit für Arm und Reich. Nicht mehr verfolgt wird Lehr und Meinung, nicht gilt für Gottesdienst ein Brauch, nur Lieb ist aller Kirchen Einung, der Tempel und Moscheen auch.
Page 95 - Des Jahres letzte Stunde Ertönt mit ernstem Schlag. Trinkt, Brüder, in die Runde Und wünscht ihm Segen nach. Zu jenen grauen Jahren Entfliegt es, welche waren ; Es brachte Freud und Kummer viel Und führt
Page 96 - Ehr' und Macht sinkt mit der Zeit in öde Nacht. Sind wir noch alle lebend, wer heute vor dem Jahr, in Lebensfülle strebend, mit Freunden fröhlich war? Ach, mancher ist geschieden und liegt und schläft in Frieden! Klingt an und wünschet Ruh' hinab in unsrer Freunde stilles Grab!
Page 106 - IHR Städter, sucht ihr Freude, So kommt aufs Land heraus. Seht, Garten, Feld und Weide Umgrünt hier jedes Haus. Kein reicher Mann verbauet Uns Mond und Sonnenschein ; Und abends überschauet Man jedes Sternelein. Wenn früh des Dorfes Wecker Aus leichtem Schlaf uns kräht, Durchjauchzt man rasch die Äcker Mit blankem Feldgerät. Das Weib indes treibt singend Die Milchkuh' aus dem Stall ; Laut folgen sie und springend Des Hirtenhornes Schall.
Page 88 - Güldenklee. Das Mägdlein nahm des Busens Zier Und nickte freundlich Dank dafür. Nur einzeln grünten noch im Hain Die Buchen und die jungen Mai'n; Und Kresse wankt* in hellen Umblümten Wiesenquellen; Auf kühlem Moose, weich und prall, Am Buchbaum horchten wir dem Schall Des Quelles und der Nachtigall. Sie pflückte Moos, wo wir geruht, Und kränzte sich den Schäferhut. Wir gingen...
Page 109 - Ihr armen Städter trauert Und kränkelt in der Stadt, Die euch wie eingemauert In dumpfe Kerker hat. O ! wollt ihr Freude schauen, So wandelt Hand in Hand, Ihr Männer und ihr Frauen, Und kommt zu uns aufs Land.
Page 37 - Auf roten Wogen wälzt der Rhein Die Sklavenäser fort Und speit sie aus und schluckt sie ein Und jauchzt am Ufer fort! Der Rebenberg am Leichental Tränkt seinen Most mit Blut!
Page 184 - Und saß verschämt, und spann und spann. Gar freundlich bot er guten Tag, Und trat mit holder Scheu mir näher. Mir ward so angst; der Faden brach; Das Herz im Busen schlug mir höher. Betroffen knüpft
Page 107 - Wir sehn, wie Gott den Segen Aus milden Händen streut, Wie Frühlingssonn' und Regen Uns Wald und Flur erneut. Uns blühn des Gartens Bäume, Uns wallt das grüne Korn ; Uns schwärmt nach Honigseime Die Bien' um Blum
Page 163 - Die bunte Kuh, gelockt mit Gras, Kam her vom Anger trabend; Und als das Mägdlein melkend saß. Da bot ich guten Abend, Und schielt' in's Busentuch hinein. 228 Dalden daldera, das Mägdelein Soll mein Herzliebchen sein! Sie nickte mir mit holdem Gruß. Da ward mir wohl und bange. Und herzhaft drückt' ich einen Kuß Auf ihre rothe Wange, So roth, so roth, wie Abendschein.

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