Zentralisierungsgrad der Rechtsdurchsetzung am Beispiel der lex mercatoria: kliometrische Studie zur Rechtsentwicklung

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Diplomica Verlag, 2008 - Law - 74 pages
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Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, ob und unter welchen Umst nden die Entstehung eines Rechtssystems auch ohne staatliche beziehungsweise ohne eine bergeordnete Macht m glich ist. Dazu werden auf Basis konflikttheoretischer Modelle berlegungen zu einem Zyklus der Zentralisierungsgrade der Rechtsdurchsetzung angestellt. blicherweise wird in der Volkswirtschaftslehre davon ausgegangen, dass bestimmte G ter ffentlicher Art nicht effizient privat bereitgestellt werden k nnen und demzufolge unter staatliche Lenkung fallen. Ein Rechtssystem z hlt ebenfalls dazu, weil hohe Kosten der Rechtsdurchsetzung und berwachung anfallen. Allerdings kann die Funktionsweise von Institutionen nicht immer mit den weitl ufig verbreiteten Modellen erkl rt werden. Ein Beispiel daf r ist die mittelalterliche lex mercatoria, bzw das ius mercatorum. Es handelt sich hierbei um ein Kaufmannsrecht, welches bindend f r alle Kaufleute und losgel st von jeglicher staatlicher oder obrigkeitlicher Bindung Jahrhunderte lang das vorrangige Rechtssystem der Kaufleute bildete. Die Besonderheit liegt in der dezentralen Entstehung dieses als Gewohnheitsrecht funktionierenden und von den Kaufleuten selbst durchgesetzten Ordnungsrahmens. Innerhalb der immer gr er und intransparenter werdenden Gruppe von Kaufleuten erhielt sich, entgegen der blichen Annahmen, eine effiziente Selbstorganisation.

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