Zerfall von Figur und Struktur in Ehrensteins Tubutsch

Front Cover
GRIN Verlag, Jun 30, 2004 - Literary Criticism - 28 pages
0 Reviews
Zwischenprüfungsarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Westfälische Wilhelms-Universität Münster (Institut für Dt. Philologie), Veranstaltung: Albert Ehrenstein, Sprache: Deutsch, Abstract: So deutlich eine Verbindung zwischen dem zerrissenen, sich scheinbar auflösenden Realitätsbezug des Autors und der Dissoziation des Karl Tubutsch auszumachen ist, so verschwommen erscheint in einer solchen Ausdeutung die spezielle poetische Auseinandersetzung mit der auf den Autor einwirkenden Wirklichkeit. Erst eine literarische Betrachtung ermöglicht es, die Figur Karl Tubutsch als fiktionalen Ausdruck radikaler Form zu verstehen und dem Text das literarische Element des Erdachten zuzugestehen. Der zugrunde liegende Problemkomplex kann in seiner tiefgründigen Gesamtheit nur vollständig erhellt werden, wenn sich das literarische Subjekt vom realen löst und in seiner einzigartigen, literarischen Gestalt zur Kenntnis genommen wird. So wird im Folgenden der Versuch unternommen werden, Karl Tubutsch als dissoziertes Ich zu analysieren. Die Figur wird dabei in den kultur- geschichtlichen Hintergrund eingegliedert, um sie als Sinnbild eines desillusionierten, von der rational-zivilisatorischen Wirklichkeit der Jahrhundertwende zerrissenen Menschen darzustellen. Das Werk, das Albert Ehrenstein schlagartig zu einem Wortführer des Expressionismus gemacht hat, wird aus literarischer Perspektive zu betrachten sein. Der kunstvollen Entwicklung der weltfremden und haltlosen Persönlichkeit des Karl Tubutsch wird dabei besondere Aufmerksamkeit gewidmet und erhält den Vorzug gegenüber einer Herangehensweise, die den Text als selbstanalytischen Ausdruck des Autors liest und versteht.
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Contents

Einleitung
ii
Tubutsch im heimatlichen Exil
1
22 Eine Existenz in gesellschaftlicher Isolation
4
23 Der doppelte Widerstreit in der Psyche des Protagonisten
9
24 Fluchträume
10
Der strukturelle Spiegel
16
32 Die fragmentarische Struktur als Ausdruck einer gesellschaftlichen Kritik
18
33 Der Zusammenhang von gebrochener Struktur und dissoziierter Wahrnehmung
19
Abschließende Bemerkungen
21
Literaturangaben
24

Other editions - View all

Common terms and phrases

Albert Ehrenstein Alfred Beigel Armin Wallas Arthur Schnitzler Auflösung Ausdruck Auseinandersetzung ausgeliefert Außenwelt Autors Besitzlosigkeit Bewegungslosigkeit bewusst Bezug Dasein Dissoziation dissoziierten Wahrnehmung Ehrensteins Tubutsch eigenen Einsamkeit entleerten Entrückter Erfahrung ermöglicht Ernst von Glasersfeld Erzählung ewig Gleichen existentielle Existenz Expressionismus Figur Karl Tubutsch findet Fluchträume Folgenden zitiert Frankfurt Franz Kafka Freiburger Literaturpsychologisches Gespräch gefangen Gerhard Plumpe Gerhard Roth gesellschaftliche Einbindung gesellschaftlichen Kritik gesellschaftlicher Isolation geworden Glacéhandschuhen grundlegend Grundvorrausetzung Handlungsverlauf Hanni Mittelmann Hauptfigur Imaginäre innere Leere Instanz isoliert Jahrhundertwende Johannes Cremerius Hrsg Kategorien Kersten Reich Komposition Konstrukt Konstruktivismus Kurt Pinthus Leben Lebenswirklichkeit literarischen Form(en Menschen Menschheitsdämmerung menschliche München Mythenzerstörer und Mythenschöpfer Name ist Tubutsch Neuwied Nihilismus ordnenden Ordnungen Persönlichkeit Psychoanalyse der literarischen psychoanalytische psychologische realen Realität Reihung Rezipienten selbstbezüglichen Silvio Vietta Situation somit sozialen Spannungsfeld Subjekt Subjektivität Substanzlosigkeit Symbolische Textes Tubutsch befindet Umwelt Unmöglichkeit verstehen verweigert Vietta vollständigen Weltsicht Werk wieder Wiederkehr des ewig Wirklichkeit zerrissenen zugrunde liegenden Zusammenhänge Zustand

Bibliographic information