Zu: Günter de Bruyn "Buridans Esel" - Karl Erp zwischen den beiden Frauen

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GRIN Verlag, 2007 - 60 pages
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Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universitat zu Koln (Institut fur Deutsche Sprache und Literatur), Veranstaltung: Humoristischer Roman, 11 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: In der vorliegenden Arbeit wird systematisch untersucht, weshalb sich der Protagonist Karl Erp in Gunter de Bruyns "Buridans Esel" nicht nur zwischen zwei Frauen, sondern vielmehr zwischen zwei Gesellschaftssystemen entscheiden muss. Er kann eine burgerlich traditionelle Ehe fortfuhren oder den sozialistischen Ideologien, verkorpert durch Fraulein Broder, Einlass in sein Leben gewahren und eine gleichberechtigte Partnerschaft fuhren. Dazu musste er aber seine Gewohnheiten radikal revolutionieren, woran er letztendlich auch scheitert. Seine verburgerlichte Erstarrung und seine Bequemlichkeit reprasentieren die DDR- Gesellschaft der 60-er Jahre.
 

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Common terms and phrases

3.1 CHARAKTERISIERUNG 3.2 CHARAKTERISIERUNG ELISABETH 3.3 CHARAKTERISIERUNG FRÄULEIN 60-er Jahre allerdings Alternative zum sozialistischen Anpassungsfähigkeit oder gröber antagonistisch Bebel beiden Frauen GRIN Bequemlichkeit Bereitschaft zum Dienen beschreibt betrachtet Bruyn Buridans Esel bürgerlich traditionelle bürgerlichen Gesellschaft bürgerlichen Tradition Buridans Esel greift Charaktere Karl Ehebruch einheitliche sexuelle Moral ELISABETH ERP Entscheidung Entwicklung Erp möchte Erstarrung Familiengesetz FRAU SOWIE INNERHALB Frauen GRIN Verlag Fräulein Broder Gegensatz zu Fräulein Gesellschaft der 60-er Gesellschaftsmodell Gleichberechtigung Günter De Bruyn Ideale Individuum Jäger Karl Erp Karl und Elisabeth Kind des Sozialismus klassischen Ehebruchsroman Laut Erzähler letztendlich Liebesverrat Mann und Frau Matt Metapher Möglichkeiten Persönlichkeitsentwicklung politisches Sinnbild Praktikantin Protagonist Karl reflektiert rein berufliches Interesse Revolutionäres Revolutionierbarkeit Roman Scheidung einreicht scheitert schließlich Selbstverliebtheit Selbstverwirklichung somit Sozialismuskritik sozialistischen Emanzipationsideal sozialistischen Gesellschaft Sozialistischer Ehebruchsroman Spreesiedlung ständig ertragen steht symbolisch Tanja Lins Trabant traditionell bürgerliche Utopie zugewiesen VERALLGEMEINERUNG DER PROBLEMATIK Veränderbarkeit Veränderung verbürgerlicht Verlauf des Buches Vgl.Ebd vorherrschenden weiteren Verlauf Wightman Wohlstand

Popular passages

Page 5 - Mit der Eheschließung begründen Mann und Frau eine für das Leben geschlossene Gemeinschaft, die auf gegenseitiger Liebe, Achtung und Treue, auf Verständnis und Vertrauen und uneigennütziger Hilfe füreinander beruht.
Page 5 - Überzeugung: .Die Gleichberechtigung der Frau in der sozialistischen Gesellschaft wird durch die Teilnahme am Arbeitsprozess und die Mitwirkung an der Leitung von Staat und Wirtschaft voll verwirklicht."48 47 Cf.
Page 5 - Vor der Eheschließung sollen die Partner ernsthaft prüfen, ob von ihren Charaktereigenschaften, Auffassungen und Interessen sowie ihren gesamten Lebensumständen her die Voraussetzungen gegeben sind, einen Bund fürs Leben zu schließen und eine Familie zu gründen.
Page 15 - Wenn ich die Verschiedenartigkeit und Unberechenbarkeit menschlicher Entwicklungen bedenke, wird mir unbegreiflich, wie Ehen jahrzehntelang halten können. Ich weiß, gemeinsame Entwicklung heißt die Patentantwort, die man gefunden hat, um unangenehme Vokabeln zu vermeiden. Anpassung und Unterordnung sind wohl in den meisten Fällen der Kitt, der die auseinanderstrebenden Hälften zusammenhält, wenn nicht gar Schlimmeres: gegenseitiger Vorteil, Gewöhnung, Angst vor Veränderungen, äußerer Druck...
Page 4 - Mit dem Aufbau des Sozialismus entstanden gesellschaftliche Bedingungen, die dazu führen, die Familienbeziehungen von den Entstellungen und Verzerrungen zu befreien, die durch die Ausbeutung des Menschen, die gesellschaftliche und rechtliche Herabsetzung der Frau, durch materielle Unsicherheit und andere Erscheinungen der bürgerlichen Gesellschaft bedingt waren.
Page 8 - ... Kinder war es noch still. Sicher ging er durch den dunklen Flur und dicht am Geländer die Treppe hinunter, denn in der Mitte knarrten die Stufen. Auf dem Rückweg vom Badezimmer unterließ er die Vorsicht, da die Familie jetzt erwachen durfte. Drei Jahre zuvor noch war er immer nackt und frierend zu Elisabeth geschlichen und hatte sie streichelnd mit eigenen oder zitierten Worten wachgeredet.
Page 15 - ... Anpassung und Unterordnung sind wohl in den meisten Fällen der Kitt, der die auseinanderstrebenden Hälften zusammenhält, wenn nicht gar Schlimmeres: gegenseitiger Vorteil, Gewöhnung, Angst vor Veränderungen, äußerer Druck auf innere Leere, wie bei Guerickes Halbkugeln. Immer nur Hälfte zu sein ist nicht jedermanns Sache, und oft ist man ja nicht einmal das, sondern nur (und allein das zu erkennen und zuzugeben ist schwer) der Trabant, der das größere Gestirn umkreist, umkreisen muß,...
Page 15 - Abenteuer schriftlich fortsetzte) zu einer ähnlichen, als praktisch diffamierten Anschauungsweise, dachte nämlich, trotz höllischer Seelenpein an Konsequenzen einer möglichen Trennung, an das Haus, das ihr bleiben würde, an Verdienstmöglichkeiten und Unterbringung der Kinder.
Page 3 - Gewerbe treiben, noch sich zu außerhäuslichen Diensten verpflichten. Der Mann ist berechtigt, ihre Briefschaften zu öffnen, Tätlichkeiten gegen die Frau sind, je nach Stand und Gewohnheit, noch kein Grund zur Beschwerde. Der Mann [...] ist ihr gerichtlicher Vormund.
Page 18 - ... jung ist ohne Rausch, deren Aktivität auf ernste Arbeit gerichtet ist, erst voll bewußt, aber nicht artikulierbar. Ihre Fragen treffen ihn an den empfindlichsten Stellen, aber er schreit nicht, beißt sozusagen die Zähne zusammen, lächelt, weicht aus. Aber sie gibt nicht auf, versucht immer wieder von seiner Erfahrung zu profitieren, aus ihm herauszubringen, was ihrer Arbeit nützlich sein kann, nur das interessiert sie, aber dazu muß sie ihre Mittel auf ihn einstellen, sein wahres Gesicht...

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